Beitragsfreie Kita beschert Düsseldorf Millionen

Theo Schumacher
Ute Schäfer ( SPD) Ministerin für Familie, Kinder, Jugend,Kultur und Sport des Landes NRW. Foto: Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool Essen
Ute Schäfer ( SPD) Ministerin für Familie, Kinder, Jugend,Kultur und Sport des Landes NRW. Foto: Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool Essen
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf. Mit der Einführung des beitragsfreien letzten Kindergartenjahres ab 1. Au­gust wird das Land auch Städte finanziell entschädigen, die von den Eltern bereits keine Kita-Beiträge mehr verlangt haben.

„Solche Kommunen dürfen nicht schlechter gestellt werden“, bestätigte eine Sprecherin von Familienministerin Ute Schäfer (SPD) der WAZ. Damit profitiert beispielsweise Düsseldorf von Zahlungen des Landes. Die Stadt verfügt über einen vergleichsweise ge­sunden Haushalt und verzichtet deshalb seit Sommer 2009 auf Elternbeiträge.

Nach welchem Schlüssel der Beitragsausfall genau er­setzt wird, steht noch nicht fest. Nach dem rot-grünen Ka­binettsbeschluss zum geänderten Kinderbildungsgesetz (KiBiz) werde derzeit die Be­messungsgrundlage festgelegt, hieß es. Klar sei aber, dass beitragslose Städte und Gemeinden keinesfalls be­nachteiligt werden dürften.

242 Millionen Euro

Für 2011 plant das Land Kita-Ausgaben von 242 Millionen Euro. Davon fließen laut Ministerium 100 Millionen Euro in den Platzausbau für unter Dreijährige, 80 Millionen Euro in Qualitätsverbesserung wie mehr Personal und 62 Millionen Euro in die Beitragsfreiheit.

Im kommenden Jahr sollen den Kommunen 150 Millionen Euro für die Gratis-Kita ersetzt werden. Allein die Landeshauptstadt darf also mit einer Erstattung in Millionenhöhe rechnen.

Die Grünen wollten ur­sprünglich das erste und nicht das letzte Kita-Jahr beitragsfrei stellen, um so früh wie möglich Kinder zu fördern. Schließlich besuchen nur 75 Prozent der Dreijährigen eine Tagesstätte, aber 95 Prozent der Fünf- und Sechsjährigen.