Baranowskis Vision vom einigen Revier

Matthias Korfmann
Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) will die Zusammenarbeit der Revierstädte vorantreiben.  Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool
Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) will die Zusammenarbeit der Revierstädte vorantreiben. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski will die Einheit des Ruhrgebiets vorantreiben. „Jeder ist auf den anderen angewiesen, Ego-Touren gehen immer zu Lasten der anderen“, sagte der Chef der Ruhr-SPD.

Gelsenkirchen. Die Einheit des Ruhrgebiets will Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) vorantreiben. Der Chef der Ruhr-SPD bringt in dem Kontext ein „Ruhrgebiet der zwei Geschwindigkeiten“ ins Gespräch, das sich, ähnlich wie die Europäische Union, „vom Kern her“ entwickeln könnte. Mit Kern-Ruhrgebiet meint Baranowski die Städte Essen, Bochum, Herne, Bottrop und Gelsenkirchen.

Die leeren kommunalen Kassen zwängen die Städte ohnehin zu mehr Zusammenarbeit, zum Beispiel bei Verkehrsprojekten und der Planung von Sportstätten.

Über die „Metropole Ruhr“ wird in letzter Zeit viel geredet. Doch die Städte, die diese „Metropole“ Bilden, existieren immer noch eher neben- als miteinander. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski fordert nun die Kommunen zum Schulterschluss auf.

Metropole im Herzen des Ruhrgebiets

Im Herzen des Reviers, findet der Politiker, könnte eine echte Metropole reifen, in Essen, Bochum, Herne, Gelsenkirchen und Bottrop. „Im Kern-Ruhrgebiet gibt es kein Umland. In Dortmund und Duisburg mag das anders sein, aber wir im Kern kommen nur gemeinsam weiter“, sagt der Chef der Ruhr-SPD. Vielleicht müsse man ein „Ruhrgebiet der zwei Geschwindigkeiten“ akzeptieren.

„Wenn dieses Projekt erst funktioniert, dann werden die Befindlichkeiten und Bedenken, die es immer noch gibt, deutlich abnehmen", erklärte Baranowski. "Ich stelle fest, dass die Kollegen in den anderen Ruhrgebiets-Rathäusern viel offener geworden sind für das Thema Zusammenarbeit. Niemand soll ausgegrenzt werden, jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen.“

Wegen der finanziellen Nöte kämen die Städte sowieso nicht um eine Zusammenarbeit herum. „Wir brauchen zum Beispiel gemeinsame Verkehrsprojekte. Die Stadt Essen ist aktuell verpflichtet, ein neues Bäderkonzept vorzulegen. Eigentlich müsste man aber ein Bäder- und Sportstättenkonzept für das ganze Ruhrgebiet erarbeiten. Muss es rechts und links der Stadtgrenze ein Hallenbad geben? Noch ein Beispiel: In Berlin gibt es nur eine Feuerwehr-Leitstelle, im Ruhrgebiet gibt es in jeder Stadt eine.“

Regionalverband RVR als Einheitsmotor

Laut Baranowski kommt nur der Regionalverband RVR als Einheitsmotor in Frage. Der Verband schaue von oben auf das ganze Revier. Die Region brauche auch eine Persönlichkeit, die für diese gemeinsame Zukunft eintritt: „Es muss jemanden geben, eine Person und eine Institution, die diese Entwicklung von Zusammenarbeit voran bringt. Jemand, der sozusagen von oben auf das ganze Revier schaut. Das kann eigentlich nur der RVR und eine Persönlichkeit aus dem Ruhrgebiet sein. Ein Vertreter einer Kommune wird hingegen eher auf Vorbehalte in anderen Städten stoßen, weil man ihm unterstellen wird, er denke zunächst an die eigene Stadt.“