„Brennpunkt“ in der ARD sorgt für Wut bei Zuschauern: „Ich glaub's nicht!“

Foto: dpa/Symbolbild

Sie ist eine deutsche Institution. Gemeint ist der „Brennpunkt“ in der ARD. Die Sendung flimmert bereits seit 1971 über den Bildschirm. Und zwar immer dann, wenn besonders wichtige Ereignisse in Deutschland oder der Welt einer Erklärung bedürfen.

Wenn das Thema in der „Tagesschau“ nicht ausreichend behandelt werden kann, dann folgt der passende „Brennpunkt“ direkt im Anschluss an Deutschlands wichtigste Nachrichtensendung - so auch an diesem Montag.

„Brennpunkt“ in der ARD: Nichts zum Klimagipfel - warum?

Aber das Thema überraschte dann doch viele Zuschauer. Denn nicht der wichtige UN-Klimagipfel mitsamt einer beispiellosen Rede von Aktivistin Greta Thunberg war Thema - sondern die Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook.

+++ Klimagipfel: Greta Thunberg hält beispiellose Standpauke – Merkel reagiert mit einem Satz +++

Auf Twitter entlud sich die Enttäuschung zahlreicher Nutzer:

  • Man hätte auch einen Brennpunkt zu Greta Thunberg machen können. Aber wenn die Pleite eines Billigfliegers wichtiger ist, dann ist das so - und sagt sehr viel über das Grundproblem aus.
  • Da fehlt mir das Verständnis.
  • Ein ARD-Brennpunkt zur Pleite eines Reiseveranstalters / Airlinebetreiber und nicht zu einem der wichtigsten Fragen unserer Zeit? Leider nichts verstanden. Setzen 6.

Auch andere Nutzer reagierten wütend:

Wiederum andere Nutzer wunderten sich abseits des Klimagipfel über die generelle Themenauswahl beim „Brennpunkt“. So merkte ein Nutzer via Twitter an, dass es keinen „Brennpunkt“ nach dem Brand der Kirche Notre Dame in Paris gegeben habe, für die Pleite eines Touristikkonzerns aber schon.

Natürlich ist die Pleite des ältesten Touristik-Konzerns der Welt ein bedeutendes Thema - und könnte durchaus einen „Brennpunkt“ rechtfertigen.

ARD sendete auch schon früher zwei Brennpunkte

Doch auch in der Vergangenheit hat die ARD schon zwei Brennpunkte hintereinander gesendet - etwa 2012 über die Entlassung von Norbert Röttgen und das Chaos am Rande des Relegationsspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin.

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Greta Thunberg:

  • Geboren im Januar 2003 in Schweden
  • Die Klimaaktivistin lebt mit dem Asperger-Syndrom
  • Ihr Aktivismus begann damit, dass Thunberg daheim umweltbewusster lebte, etwa durch den Verzicht auf Fleisch oder Flugreisen
  • Im August 2018 rief sie die Idee von Klimastreiks ins Leben - damals noch ganz allein
  • Aktuell hat Greta Thunberg ihre Schulausbildung unterbrochen, um sich ganz dem Engagement als Klimaschützerin zu widmen. 2020 will sie wieder die Schule besuchen
  • Zuletzt hat sie mit einer Rede vor dem UN-Klimagipfel in New York für Aufsehen gesorgt

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Die ARD hat sich bislang noch nicht zu der Kritik an der Themenauswahl geäußert.

Greta Thunberg mit beispielloser Rede beim UN-Klimagipfel in New York

Greta Thunberg hatte am Montag mit einer beispiellosen Rede beim UN-Klimagipfel in New York für Aufsehen gesorgt.

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Das ist der „Brennpunkt“

  • Erstmals 1971 ausgestrahlt
  • Die Sendung läuft üblicherweise nach der Tagesschau um 20.15 Uhr
  • Ein „Brennpunkt“ dauert normalerweise 15 Minuten, bei außergewöhnlichen Ereignissen aber auch länger
  • In Ausnahmefällen, etwa bei den Anschlägen vom 11.September, kann ein „Brennpunkt“ aber auch tagsüber ausgestrahlt werden

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Die Ansprache der Klimaaktivistin war sehr emotional. Mit einer Mischung aus Wut und Trauer sagte die 16-Jährige: „Ich sollte gar nicht hier sein. Ich sollte in der Schule sein.“

„Schämt euch. Menschen leiden. Sie leiden und sterben“

Doch die Politiker hätten bei ihrer Aufgabe das Klima zu schützen, versagt: „Schämt euch. Menschen leiden. Sie leiden und sterben.“

+++ Klimagipfel: Donald Trump verspottet Greta Thunberg mit fiesem Spruch +++

Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel in New York

Greta Thunberg hat 2018 aus Protest gegen die Klimapolitik, die sie für unzureichend hält, damit begonnen, jeden Freitag die Schule zu schwänzen. Damals saß sie noch allein mit einem Schild vor dem schwedischen Parlament in Stockholm, inzwischen ist aus „Fridays for Future“ eine weltweite Massenbewegung aus dem Schulstreik geworden.

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Klimagipfel:

  • Greta Thunberg und 15 weitere Kinder haben bei den Vereinten Nationen Klage eingereicht
  • Darin heißt es, mehrere Länder hätten ihre Menschrechte verletzt
  • Grund: Mangelnde Maßnahmen gegen den Klimawandel
  • In der Petition werden namentlich fünf Länder genannt:
  • Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Türkei

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Am selben Tag, an dem Greta Thunberg und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim UN-Klimapgipfel sprachen, und sogar plötzlich Donald Trump auftauchte, der dem Gipfel zunächst eine Absage erteilt hatte, wurde auch bekannt, dass er Reiseanbieter Thomas Cook pleite ist.

Aktuell harren Zehntausende Urlauber an den Flughäfen aus. Sie wissen nicht, wie sie nach Hause kommen. Viele weitere bangen, ob sie ihren bereits bezahlten Urlaub antreten können. (fel, pen)

 
 

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