„Anne Will“ in der ARD - Jens Spahn sorgt mit Aussage in Hartz-IV-Debatte für Empörung: „Willkommen im Leben“

Jens Spahn stieß bei „Anne Will“ mit einer Aussage auf wenig Gegenliebe.
Jens Spahn stieß bei „Anne Will“ mit einer Aussage auf wenig Gegenliebe.
Foto: dpa

Berlin. „Anne Will“ in der ARD widmete sich am Sonntag einem Thema, das Deutschland seit mehr als zehn Jahren beschäftigt: Hartz IV.

Die umstrittenen Reformen unter der Regierung von Gerhard Schröder senkten zwar die Anfang der 2000er dramatisch hohe Arbeitslosigkeit - doch sie schufen auch eine neue Unterschicht der Hoffnungslosen. Denn viele Menschen schaffen nicht den Sprung aus Hartz IV zurück in die Arbeitswelt.

„Anne Will“ in der ARD: Jens Spahn verteidigt Hartz IV

Zuletzt dachte vor allem die SPD über eine Abschaffung von Hartz IV nach - und ein komplett neues System. Über dieses neue System diskutierte die Runde am Sonntag bei Anne Will. Dabei waren sich eigentlich alle einig, dass Hartz IV reformiert werden muss - alle, bis auf CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn. Der 38-Jährige trat als Verfechter von Hartz IV auf. „Es muss schon noch einen Sinn machen, arbeiten zu gehen“, so der Bewerber um den CDU-Parteivorsitz.

„Hartz IV bedeutet nicht Armut“ so Spahn: „Das Grundprinzip und die Grundidee von Hartz IV müssen erhalten werden.“ Er will weiter Sanktionen für diejenigen Arbeitnehmer, die nicht arbeiten wollen.

Aussage von Jens Spahn zu Einkommen sorgt für Ärger bei „Anne Will“

Dabei geriet er in der Show mit Michael Bohmeyer aneinander. Er hat das Start Up „Mein Grundeinkommen“ ins Leben gerufen und sammelt per Crowdfunding Geld, um Menschen für ein Jahr ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro zu ermöglichen.

An einer Behauptung von Bohmeyer stieß Spahn besonders an. Mit 4000 Euro Verdienst im Monat sei man reich. Das wollte Spahn so nicht stehen lassen: „Also wenn 4000 Euro Verdienst in die Kategorie reich fällt...“ Und er ergänzte: „4000 Euro im Monat fällt nicht in die Kategorie reich.“ Das Durchschnittseinkommen liege bei 3300 Euro, so Spahn.

Auf Twitter sorgte Spahns Äußerung für Empörung:

Wahrscheinlich ist aber, dass Jens Spahn keinen Nettoverdienst von 4000 Euro, sondern einen Bruttoverdienst meinte. Allerdings würde der Nettolohn auch hier häufig, je nach Steuerklasse und Familienstand, sicher bei 2500 Euro liegen. Viele Familien in Deutschland dürften von einem solchen verdienst träumen.

Unrecht hat er allerdings nicht. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen in Deutschland lag 2017 bei einem Vollzeitarbeitnehmer sogar bei mehr als 3400 Euro. Diese Zahl ist alledings wenig aussagekräftig. Denn hier fließen auch teilweise extrem hohe Löhne ein, die den Wert statistisch verzerren. 70 Prozent der Deutschen verdienen in der Tat weniger als 3700 Euro im Monat.

 
 

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