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AfD-Politiker André Poggenburg wünscht frohe Weihnachten via Twitter – doch ein Detail sorgt für wilde Diskussionen

AfD-Politiker André Poggenburg wünscht frohe Weihnachten via Twitter – doch ein Detail sorgt für wilde Diskussionen

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Foto: dpa

Es sieht fast so aus, als würde sich der sachsen-anhaltische AfD-Politiker André Poggenburg ein bisschen für das Wort schämen. Ganz blass wie ein Wasserzeichen, fast unsichtbar, steht oben rechts auf dem Weihnachtsbildchen: „Die Nationalkonservativen.“

Dazu das Konterfei von Poggenburg selbst, der ein bisschen betreten dreinschaut. Wie ein Lausbub, der weiß, das er was angestellt hat. Und er hat ja auch was angestellt, das weiß er natürlich.

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AfD-Mann André Poggenburg hat eigentlich eine nette Botschaft – doch dann …

Die Botschaft seines Tweets ist eigentlich sehr nett und eindeutig: „Allen ein besinnliches und friedliches Weihnachten im Kreise Ihrer Lieben!“, wünscht André Poggenburg unter dem Hashtag #AfD.

Auf dem Bild unter dem Text ist der Spruch noch einmal zu lesen, nur in etwas abgewandelter Form. Da steht nämlich (in Versalien und mit schicken Schattierungen unterlegt): „EIN FRIEDLICHES UND BESINNLICHES DEUTSCHES WEIHNACHTSFEST, IM GEDENKEN ALTER WERTE UND TRADITIONEN!“ Natürlich mit Ausrufungszeichen am Ende, denn Weihnachten ist ja das Fest der LAUTEN BESINNLICHKEIT!!!

Viele Twitter-Nutzer stolperten indes über den Begriff „Deutsches Weihnachtsfest“. Ein Nutzer etwa schreibt: „Ähm bitte, was ist ein deutsches Weihnachtsfest? Ich meine, da war ein jüdisches Ehepaar, mit einem Kind, in Bethlehem, das auch noch nach Ägypten flüchten musste. Spielt alles im nahen Osten. Wo ist jetzt der Anlass, um es als deutsches Weihnachtsfest feiern zu können?“

Nutzer empfiehlt Poggenburg die Bergpredigt

Und ein anderer kommentiert: „Wir Christen feiern Weihnachten international, nicht deutsch. Was sollte das auch sein? Zu unseren alten Werten und Traditionen empfehle ich die Bergpredigt (Mt. 5 bis 7) und auch die Propheten, die z.B. regelmäßig eine humane Behandlung der „Fremdlinge“ im eigenen Land forderten.“

In der Tat ist nicht ganz nachzuvollziehen, was genau so deutsch an Weihnachten sein soll. Erstmalig am 25. Dezember wurde das Fest in Rom gefeiert – in der Spätantike. Zu einer Zeit, als die allermeisten der Franken, Alemannen, Sachsen und wie sie alle hießen, die damals auf dem Gebiet lebten, das wir heute Deutschland nennen, von einem gewissen Jesus Christus noch nicht die Bohne gehört hatten.

Weihnachten ist kein nationales Fest, sondern ein christliches. Vielleicht hat der Hobby-Volkskundler André Poggenburg, der Türken zur Belustigung seiner Parteikollegen manchmal „Kameltreiber“ oder auch „Kümmelhändler“ nennt, das auch einfach nur nicht gewusst. Mal sehen, ob er uns am 31. Dezember allen einen GUTEN DEUTSCHEN RUTSCH (zwo, drei, vier!) wünscht …