Markus Lanz im ZDF: Erzieherin berichtet vom Krebstod ihres Mannes – dann packt Lanz eine persönliche Tragödie aus

Foto: ZDF/Markus Hertrich

Ines Gillmeister verlor ihren Mann an den Krebs. Darüber wie sie und ihre Kinder der Krankheit getrotzt haben, hat sie ein Buch geschrieben.

„Rock den Himmel, mein Held“, heißt es. In der Talkshow Markus Lanz im ZDF sprach die Berlinerin über den sechs Jahre andauernden Kampf ihres Mannes Simon gegen den Blutkrebs.

Markus Lanz im ZDF: Erzieherin verlor Mann an Blutkrebs

Anfang 2012, Ines ist schwanger, klagt ihr Mann Simon über starke Rückenschmerzen. Verdacht auf Bandscheibenvorfall ist ihr erster Gedanke. Doof, wenn die Freundin gerade schwanger ist. Aber die Schmerzen entpuppen sich als eine besonders aggressive Form von Blutkrebs, berichtet die 34-Jährige bei Markus Lanz.

Eine Form von Blutkrebs, die die Knochen anfrisst. Wirbel brechen, schnell kann Simon nicht mehr richtig laufen.

Zu Beginn wollten weder Simon noch Freundin Ines die Diagnose Multiples Myelom wahrhaben. „Man hat es uns gesagt, wir haben es verstanden, aber wir haben es beide erfolgreich verdrängt“, sagte die Buchautorin im ZDF. Es entwickelt sich ein Wechselbad der Gefühle, eine Zeit wie auf einer „Achterbahn“.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Da sind die schweren Stunden, das Hoffen und Bangen, die Metastasen im Hirn, die Simons Wesen verändern. Dann gibt es aber auch schöne Momente, ein gemeinsamer Urlaub im Disneyland in Paris oder die kurzfristige Hochzeit. Und die Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Leo. Auf ihrem Blog „Cancer is an asshole“ lässt Ines an ihrer Gefühlswelt teilhaben.

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„Nichts sagen funktioniert nicht“

Doch wie von der Schock-Diagnose den eigenen Kindern erzählen? „Nichts sagen funktioniert nicht“, sagt Ines Gillmeister. Auch Markus Lanz weiß das. Der ZDF-Moderator verlor im Alter von 14 Jahren seinen geliebten Vater an Leukämie.

Ines Gillmeister habe ihrer zu dem Zeitpunkt vierjährigen Tochter versucht zu erklären, dass ihr Papa Krebs habe. „Sie hat dann ihr Wimmelbuch aus dem Schrank geholt und meinte: 'Guck mal da, da ist doch so ein Krebs und der zwickt gerade den Jungen in den Fuß'. So ähnlich ist das auch“, habe sie ihrer heute zehnjährigen Tochter erklärt. Und dass ihr Papa in seinem Blut eine Art Krebs hat, wie eine Krabbe, die nicht in den Fuß knipst, sondern die Knochen kaputt macht. Sie taufen die Krabbe Kunibert.

„Das er dafür jetzt Medizin bekommt, 'Chemo-Medizin' haben wir es genannt. Die Medizin kämpft gegen den Krebs an. Emma meinte dann: 'Wie kleine Ritter.' Wenn die doll kämpfen, kann das müde machen. Wenn sie richtig doll kämpfen, können auch die Haare ausfallen“, erzählte die 34-jährige Mutter dem Kind.

Als Simon die Haare nach der Chemotherapie ausfallen, rasiert auch Ines sich und ihrer Tochter die Haare ab. So versucht die gelernte Erzieherin sich und den Kindern den Schrecken zu nehmen.

Chemo und Typisierungsaktion bringen kein Erfolg

Doch trotz Chemo und einer großen Typisierungsaktion, bei der sich über 1.000 Menschen registrieren lassen und später neun Menschen Stammzellen spenden, gibt es keine Hilfe für Simon. Er stirbt im Sommer 2018 im Alter von 37 Jahren.

„Unsere Kinder gehen davon aus, dass er oben auf einer Wolke sitzt und den Regenbogen zum Runterrutschen benutzt. Das hilft.“ Einmal die Woche lassen Ines und ihre Kinder Leo (6) und Emma (10) Ballons in den Himmel steigen. Mit Briefen und Bildern. Für Papa im Himmel.

 
 

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