Wie eine Schweizerin den Online-Händler Zalando betrügt

Online-Händler Zalando hat ein Betrugsproblem - zumindest in der Schweiz.
Online-Händler Zalando hat ein Betrugsproblem - zumindest in der Schweiz.
Foto: Martin Schutt/ dpa
Eine Frau betrog den Online-Händler Zalando um mehrere hundert Euro. Mit einem Trick ließ sie sich mehrere Pakete liefern ohne dafür zu zahlen. Laut einem Bericht des Schweizer Tagesanzeigers brauchte sie dafür nur ein paar leere Klingelschilder mitsamt Briefkästen.

Zürich.. Sie bestellte Waren im Wert von mehreren hundert Euro - und zahlte dafür keinen Cent. Der Schweizer Tagesanzeiger hat aufgedeckt, mit welcher Masche eine Frau aus Zürich den deutschen Online-Händler Zalando seit längerem austrickst.

Um an die Ware zu kommen, durchsstreifte die Frau Zürich und begab sich auf die Suche nach leeren Briefkästen ohne Namensschild, vor allem in großen Wohnblöcken. Dann dachte sie sich einen Namen aus und bestückte den Briefkasten mit einem entsprechenden Schild. Diesen ausgedachten Namen nutzte sie dann auch um bei Zalando Kleidung und Schuhe auf Rechnung zu bestellen. Wenn der Postbote das Paket ein paar Tage später liefern will und klingelt, trifft er natürlich niemanden an. Also hinterlässt er eine Benachrichtigung im Briefkasten, das Paket geht zurück in die nächstgelegen Postfiliale.

Zalando bisher hilflos

Die Frau, die im Bericht des Tagesanzeiger nur A.M. genannt wird, angelt sich die Benachrichtigung dann aus dem Briefkasten und holt das Paket bei der Post ab. Weil sie auf Rechnung bestellt hat, muss die Frau sich in der Filiale nicht ausweisen. Was A.M. macht ist nichts anderes als cleverer aber dreister Betrug.

Laut Zalando-Sprecher Matthias Ernst handelt es sich allerdings um einen Einzelfall: "Wir wissen von Fällen, bei denen Betrüger unter anderem Ausweise fälschen, stehlen oder kopieren und sich damit Zugriff auf Bestellungen verschaffen.", sagte er dem Tagesanzeiger.

Deutsche Post sieht keine Gefahr

Bisher konnte Zalando nicht herausfinden wer A.M. ist. Wenn sie bestellt, verschleiert sie ihre Identität mit einem Programm, das sie IP-Adresse ihres Computers verschlüsselt.

Könnte ihre Betrugsmasche auch in Deutschland funktionieren? Nein, sagt Dieter Nawrath, Sprecher der Deutschen Post: "Bei uns müssen Kunden immer einen Ausweis vorzeigen, wenn sie ein Paket abholen." Ob die Ware nun auf Rechnung bestellt sei oder nicht spiele dabei keine Rolle. Zalando dürfte es freuen. (we)

 
 

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