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Walter Kreye hat den Krebs besiegt: „Alles ist wunderbar“

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zxsv9pbj~6b0bed11-8cf2-43ae-bf1d-6e7e3d627550.jpg Foto: ARD Degeto/Bernd Schuller
Nach seiner Krebserkrankung steckt Walter Kreye voller Energie. Im Interview spricht der Schauspieler über seine Krankheit und Pläne.

Hamburg. 

Er ist in Bestform. Schauspieler Walter Kreye (73) erzählt begeistert vom Theater, der Leidenschaft, die ihm immer wieder gefährlich wird, dass er gleich als Studiogast auf das rote Sofa beim NDR muss und dass die Sonne so schön scheint. Der Schauspieler, der eine schwere Darmkrebserkrankung überstand und zeitgleich die Kündigung vom ZDF für die Serie „Der Alte“ erhielt, sprüht vor Lebensfreude. So ist es leicht, sich mit ihm über jede neue große Rolle zu freuen – wie die am Freitag, wenn er in der ARD-Komödie „Papa und die Braut aus Kuba“ (20.15 Uhr) den verliebten Witwer Clemens Filzhofer spielen darf.

Sie spielen gerade am Hamburger Schauspielhaus und sind erfolgreich in TV und Film. Was mögen Sie nun lieber?

Walter Kreye:

Ach, das kann ich gar nicht so richtig sagen. Wenn Fernsehen gut gemacht ist, finde ich es super, wenn es schlampig gemacht ist, dann ist man traurig. Das gleiche gilt auch fürs Theater.

Sie mussten 2011 wegen einer Krebserkrankung pausieren? Sind Sie heute geheilt?

Kreye:

Ja, es sind fünf Jahre jetzt. Und es sieht gut aus! Fünf Jahre, das ist ja immer so die magische Grenze.

Das ZDF hat sich – nach Bekanntwerden Ihrer Erkrankung – in der Serie „Der Alte“ von Ihnen getrennt.

Kreye:

Ja, die haben sich damals nicht mit Ruhm bekleckert, aber vielleicht war das auch ganz gut für mich. Ein Tritt in den Hintern, neue Dinge auszuprobieren.

Was haben Sie nach dem Ende Ihrer Rolle gemacht?

Kreye:

Ich war mit Regisseur Carlo Rola (Anm. d. Red: Rola ist im März 2016 gestorben) in Südamerika. Das war toll. Ich bin viel gereist.

Sie sind zurück in alter Form. Und haben eine Hauptrolle in einem ARD-Film zur besten Sendezeit. Was kann man als Schauspieler in Deutschland mehr verlangen?

Kreye:

Aber ja, Sie haben ganz recht. Nein, alles ist wunderbar so. Ich bin sehr fröhlich.

Der Film „Papa und die Braut aus Kuba“ handelt vom 70-jährigen Clemens, der sich aus dem Kuba-Urlaub die schöne Esperanza mitbringt und sie zum Schreck seiner Kinder heiraten will. Ist das für Sie ein denkbares Szenario?

Kreye:

Aber selbstverständlich! Nun bin ich ja fest gebunden und wir haben uns ja immer noch sehr gerne, aber in der Theorie: Was gibt es Schöneres, als mit 70 Jahren die Liebe seines Lebens zu finden? Das Tolle ist ja, dass Clemens sich in seinem hohen Alter noch mal neu verliebt. Das ist mir nur zweimal im Leben passiert und das ist lange, lange her. Das letzte Mal mit meiner Frau und das war vor 30 Jahren! Ich will jetzt natürlich nicht sagen, dass ich mir das wünsche, aber das Gefühl finde ich schon beneidenswert.

Im Film geht Clemens mit Streit innerhalb der Familie eher gelassen um. Sie haben eine Frau und zwei Töchter. Wie reagieren Sie privat in solchen Situationen?

Kreye:

Früher war ich einer, der sich nicht so gerne auseinandergesetzt hat, aber ich habe gelernt, dass ich das machen muss. Sonst gibt es einfach schlechte Stimmung und das ist nicht gut.

Sie sind seit fast 25 Jahren mit Ihrer Schauspielkollegin Sabine Wegner verheiratet. Feiern Sie ihre Silberne Hochzeit?

Kreye:

Ach, ich glaube nicht …

Aber warum denn nicht?

Kreye:

Wir wissen nicht genau, wann wir geheiratet haben — ist auch nicht so wichtig.

Jetzt, wo Ihre Töchter langsam aus dem Haus sind – haben Sie gemeinsame Pläne?

Kreye:

… ja, die Große studiert schon lange und die Kleine hat gerade Abitur gemacht. Gemeinsames Theaterspielen mit meiner Frau wäre wirklich schön. Das haben wir viel zu selten gemacht.

• Freitag, 15. April, ARD, um 20.15 Uhr