Zwei junge Frauen in Marokko getötet: Video zeigt wohl brutalen Mord – Hinweise auf Terrorakt

Zwei junge Frauen aus Skandinavien wurden brutal ermordet.
Zwei junge Frauen aus Skandinavien wurden brutal ermordet.
Foto: Screenshot Facebook / privat

Nachdem in Marokko zwei Skandinavierinnen getötet worden sind, sind nun mehrere Videos aufgetaucht. Eines davon soll nach ersten Erkenntnissen der Ermittler den brutalen Mord an einer der Frauen zeigen.

In den anderen Videos bekennen sich vier Männer zu IS-Chef Al-Bagdadi.

Video zeigt grausame Ermordung einer jungen Frau

Nach dem Mord an zwei skandinavischen Touristinnen in Marokko verdichten sich die Hinweise auf einen Terrorakt. Ein Video, das mutmaßlich die Tötung einer der beiden jungen Frauen zeigt, ist nach Meinung der norwegischen Polizei höchstwahrscheinlich echt.

Die Ermittler aus Marokko untersuchen zudem die Echtheit weiterer Videos, in denen vier festgenommene Verdächtige dem Chef der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, einen Treueeid leisten, wie die Staatsanwaltschaft in Rabat mitteilte.

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Neun weitere Verdächtige, die in Verbindung mit den Morden stehen könnten, wurden in verschiedenen Städten Marokkos festgenommen, wie die marokkanische Ermittlungsbehörde BCIJ am frühen Abend mitteilte. Die Festnahmen seien erfolgt, nachdem Ermittler vergangene Woche „tiefergehende Beobachtungen“ unternommen hätten. Dabei wurden den Angaben zufolge verschiedene elektronische Geräte, eine Jagdwaffe und „verdächtiges Material“ beschlagnahmt, das für die Herstellung von Sprengstoff genutzt werden kann.

Die Leichen der 24 und 28 Jahre alten Frauen aus Norwegen und Dänemark waren eine Woche vor Heiligabend am Fuß des Berges Toubkal gefunden worden. Die marokkanische Polizei nahm danach in der Stadt Marrakesch zunächst vier Verdächtige fest. Die beiden Leichen wurden am Freitag vor Heiligabend mit einem Flugzeug nach Kopenhagen gebracht, wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB unter Berufung auf einen Staatsanwalt meldete.

Technische Analyse des Films sei noch nicht vollständig abgeschlossen

Die norwegischen Ermittler erklärten, die technische Analyse des Films mit der Mordtat sei noch nicht vollständig abgeschlossen. Aber es gebe kein Anzeichen dafür, „dass das Video nicht authentisch ist“, hieß es. Die Verifikation in Zusammenarbeit mit den dänischen Behörden dauerte noch an.

Das rund eine Minute lange Video war in den sozialen Medien aufgetaucht. Es zeigt, wie zwei Personen einer offenbar jungen Frau mit einem langen Messer den Kopf abtrennen. Eine Person erklärt dabei, es handele sich um Rache für Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem Ort Hadschin im Osten Syriens. Dort gehen Truppen unter Führung der Kurdenmiliz YPG gegen die Extremisten vor. Die internationale Anti-IS-Koalition unterstützt die Operation.

Bekenner-Videos sollen vor Mord an den Frauen aufgenommen worden sein

Die Videos mit dem Bekenntnis zum IS wurden den marokkanischen Ermittlern zufolge in der Woche vor dem Verbrechen an den Studentinnen aufgenommen. In der Bekennerbotschaft erklärt einer der vier Männer: „Wir sagen dem Kalifen der Muslime (Al-Bagdadi), dass du im Maghreb Soldaten hast, deren Zahl nur Gott kennt. Sie sind entschlossen, die Sache Gottes aufrechtzuerhalten und die Ehre der Muslime zu verteidigen.“ In der Botschaft nehmen die vier Männer ebenfalls Bezug auf die Kämpfe um den syrischen Ort Hadschin.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte im Sommer 2014 nach ihrem Vormarsch in Syrien und im Irak ein Kalifat unter Führung Al-Bagdadis ausgerufen. Mittlerweile haben die Dschihadisten den allergrößten Teil ihres Herrschaftsgebietes wieder verloren.

Zahlreiche Marokkaner haben nach dem Mord an den beiden skandinavischen Studentinnen in Marokko Mahnwachen in Solidarität mit den Opfern gehalten. Allein vor der dänischen Botschaft in Marokkos Hauptstadt Rabat versammelten sich am Wochenende zwischen 100 und 150 Menschen. Sie legten Blumen nieder und zeigten rote Schals auf denen „Nein zum Terrorismus“ stand. (dpa/fb)

 
 

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