Wetter: Immer öfter Schnee im Frühling? Experte haut jetzt diese These raus

Wetter: Wie entsteht ein Sturmtief?

Wetter: Wie entsteht ein Sturmtief?

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Der Frühling tut sich auch gegen Ende April noch schwer. Bislang ist das Wetter nicht konstant; vor allem in den höheren Lagen fiel in den vergangenen Tagen noch Schnee und in den Nächten ist es mit Minustemperaturen gebietsweise sogar weiter frostig.

Damit stellt sich die Frage: Fällt immer öfter Schnee im Frühling? Ein Experte hat jetzt eine unerwartete Wetter-These rausgehauen.

Wetter: Experte äußert These zu immer öfterem Schneefall im Frühling

Der Klimawandel sorgt für wärmeres Wetter. Das möchte man meinen, ist aber gar nichts zwangsläufig so. Denn tatsächlich führt der Klimawandel zu extremen Schneefällen in Nord- und Osteuropa im Frühjahr.

„Das klingt auf den ersten Blick ein wenig paradox. Aber laut einer kürzlich veröffentlichten Studie in der Zeitschrift Nature Geoscience zeigen Wetterdaten, dass die Schneemenge in dieser Region seit 1979 zwar stetig abgenommen, aber im März zugenommen hat“, sagt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von „Wetter Online“ in einer Mitteilung.

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So entsteht eine Wettervorhersage

  • Rund 10.000 Bodenstationen, 7.000 Schiffe, 600 Ozean-Bojen, 500 Wetterradarstationen und etwa 3.000 Flugzeuge sorgen weltweit dafür, dass stündlich Wetterdaten erfasst werden.
  • Wettersatelliten bieten eine Überwachung aus dem All.
  • Meteorologen können so das Geschehen rund um die Erde beobachten.
  • Gemessen werden Parameter wie Lufttemperatur und -druck, Windrichtung und -geschwindigkeit oder Wolkenhöhe.
  • So sammeln sich pro Stunde etwa 25.000 Meldungen an.
  • Diese werden ausgewertet und übermittelt - so bleiben Wetterprognosen auf dem aktuellen Stand.

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Grund dafür ist die zunehmende Eisschmelze in der Arktis und insbesondere in der Barentssee, ein Randmeer des Arktischen Ozeans nördlich von Norwegen und dem europäischen Teil Russlands. Goldhausen erklärt: „Dieser an Skandinavien und Russland grenzende Bereich hat durch den Klimawandel besonders viel Eis verloren. Fehlt das Eis, dann kann mehr Wasserdampf in die Atmosphäre entweichen. Nach Berechnungen der Forscher steigt pro verschwundenem Quadratmeter Meereis die Verdunstung um rund 70 Kilogramm Wasserdampf an.“

Somit liefert eine zunehmend eisfreie Barentssee vor allem im Frühling Feuchtigkeit, wenn Sonne und Verdunstung zunehmen. „Dies lässt sich auch an Einzelereignissen festmachen. So gab es im Frühling 2018 in weiten Teilen Europas einen Schnee- und Kälteeinbruch.“ Die Forscher haben herausgefunden, dass etwa 90 Prozent des gefallenen Schnees in Nordeuropa aus der Barentssee stammten, so der Meteorologe.

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Wetter-Experte: „Wahrscheinlichkeit für Wintereinbrüche steigt“

Für Mitteleuropa und damit auch für Deutschland mache die Studie hingegen keine Aussage. „Allerdings deuten andere Studien im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf mehr Extremwetter-Ereignisse im Winter hin. Ursache könnte ein geschwächter Polarwirbel aufgrund des Klimawandels sein. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für sogenannte Polarwirbel-Splits und damit die für Wintereinbrüche“, erklärt der Meteorologe weiter. (nk)