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Lidl muss zu drastischer Maßnahme greifen – Skandal erschüttert Kunden

Nach diesen Enthüllungen sieht Lidl sich zu einem heftigen Schritt gezwungen.

© IMAGO/mix1

NoName-Produkte von Lidl und Aldi: Wer steckt wirklich dahinter?

Wer auch regelmäßig nach preiswerterer No-Name-Ware aus Discounter und Supermarkt schaut, weiß vielleicht schon, dass hinter den meisten Billigprodukten große Markenhersteller stecken. Wie man sie erkennen kann und konkrete Beispiele haben wir im Video zusammengestellt.

Diese Enthüllungen hatten so manchen Kunden von Lidl erschüttert. Jetzt hat der Discounter reagiert und drastische Maßnahmen angekündigt. Aber der Reihe nach.

Seit geraumer Zeit können Textilhersteller mit dem Siegel „Grüner Knopf“ ihre Waren als besonders nachhaltig auszeichnen. Das Siegel soll darauf hinweisen, dass die Kleidungsstücke rohstoffschonend und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurden. Auch Lidl lässt viele solcher Kleidungsstücke herstellen und vertreibt sie in seinen Filialen.

Lidl in Textil-Skandal involviert

Wie die Rechercheplattform Flip und das ARD-Magazin Panorama nun berichten, kommt es jedoch bei Lidl-Zulieferern in Myanmar zu gravierenden Verstößen gegen Menschenrechte. Demnach seien Ausbeutung, Drohungen und Gewalt gegen Arbeiter dort an der Tagesordnung.


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Grund für die jüngsten Menschenrechtsverletzungen sei vor allem die Militärdiktatur, die seit 2021 in Myanmar regiert. Diese schlägt Proteste gewaltsam nieder und verfolgt systematisch Gewerkschafter, wie die Internationale Arbeitsorganisation ILO berichtet. Flip und Panorama sprachen nun mit Gewerkschaftern aus Myanmar, die davon berichteten, dass sie von Fabrik-Bossen sowie dem Militär unterdrückt und Löhne häufig nicht gezahlt werden.

Sie würden ständig bedroht, berichteten die Gewerkschafter. Häufig bliebe es nicht bei verbalen Drohungen und es werde gewalttätig. Zudem werden Arbeiter bei Kontrollen gezwungen, in Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen zu lügen.

Den Recherchen zufolge träfe dies auch auf die Produktion eines Kleides der Lidl-Marke „Esmara“ zu. Im Sommer war das Kleid für 8,99 Euro in Filialen von Lidl erhältlich. Das Kleidungsstück trug einen „Grünen Knopf“ und im Etikett war angegeben, es stamme aus Myanmar.

Lidl reagiert

Das Grüne Siegel wird vom Bundesentwicklungsministerium verantwortet. Dieses weist darauf hin, dass die Kontrolle einer nachhaltigen und fairen Produktion in der Verantwortung der Unternehmen liegt, die bestimmte Waren aus anderen Ländern beziehen.



Lidl selbst kündigte daraufhin drastische Maßnahmen an. Der Discounter will die aufgedeckten Zustände prüfen lassen und bis 2025 den Verkauf von Textilien aus Myanmar stoppen. „Bis zum Abschluss der Untersuchung werden keine neuen Aufträge für die Produktion von Lidl-Ware an die Produktionsstätte vergeben“, teilt das Unternehmen mit.