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Deutsche Bahn: „Es wird erstmal noch schlimmer?“ – Aussagen von Bahn-Chef schocken „heute journal“-Moderator

Deutsche Bahn: Die Geschichte des deutschen Eisenbahnkonzerns

Verspätungen und Ausfälle gehören bei der Deutschen Bahn aktuell zum Tagesgeschäft. Kein Wunder also, dass das Bahn-Chaos auch beim „heute Journal“ zum Thema wird.

Im Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn gerät der Moderator Christian Sievers jedoch kurz außer Fassung, als er Richard Lutz nach den Aussichten für die Passagiere fragt. Könnte es wirklich noch schlimmer kommen als es schon ist?

Deutsche Bahn stößt an ihre Grenzen – Experte sieht ein „Strukturproblem“

Am Montag lief im ZDF wieder eine Ausgabe des „heute journals“, diesmal unter anderem mit dem Thema „Wo hakt es bei der Deutschen Bahn?“ Faktisch konnte das Unternehmen im Juni gleich zwei Negativrekorde vorweisen. Zuerst war die Pünktlichkeit im Fernverkehr mit 58 Prozent auf einem absoluten Tiefstand, gleichzeitig ist das Unternehmen mit 34,5 Milliarden Euro so verschuldet wie noch nie.

Dabei wird angekündigte Netzausbau vom Bund getragen. Der ist jedoch wiederum schuld an den massiven Verspätungen. Teils wird täglich an über 850 Baustellen im Schienennetz gearbeitet. Da wundert es nicht, dass die Koordinierung dieses „Kraftaktes“ ein erhebliches Problem für die Bahn darstellt.

Kritiker bemängeln die fehlende Effizienz innerhalb der DB. Prof. Christian Böttger, Bahnexperte der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, spricht von einem „Strukturproblem“ innerhalb des Unternehmens.

Deutsche Bahn-Chef Lutz gibt wenig Hoffnung – „Das tut weh“

Im Interview mit Moderator Christian Sievers gibt der Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz zu, dass er das Chaos im ÖPNV selbst miterlebt habe. „Das tut weh, aber das ist die Situation im Moment“, resigniert er. Den Grund dafür sieht er absolut nicht beim aktuellen Personalmangel, sondern an anderer Stelle.

„Es liegt daran, dass immer mehr Verkehr auf einer ohnehin schon knappen Infrastruktur, die durch Baustellen zusätzlich eingeschränkt werden, unterwegs ist und dadurch Engpässe entstehen und Staus und damit auch Verspätungen.“ Das Netz sei „überaltert“ und „störanfällig“, die Ausbaumaßnahmen der vergangenen Jahre „unterdimensioniert und unterfinanziert“. Lutz wolle die Infrastruktur von innen heraus verbessern und Kapazitäten erhöhen.

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„Heißt das, dass es erst mal noch schlimmer wird, bevor es besser wird?“, fragt Moderator Christian Sievers. Der antwortet wenig Hoffnung machend: „Um das Bauen kommen wir nicht drum herum“. Er wolle die Baustellen jedoch künftig bündeln sowie effizienter und effektiver vorgehen. Das beinhalte auch, bereits angekündigte Baustellen zu verschieben. Das vollständige Interview kannst du dir auf zdf.de ansehen. (mbo)