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Thomas Beckmann & Daria Burlak: Dieses Duo ist ein starkes Team

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Foto: privat
Cello-Star Thomas Beckmann spielt am 6. März im Rahmen seiner Benefiz-Tour mit Daria Burlak. Die 29-jährige Organistin steht vor einer großen Karriere.

Fröndenberg/Düsseldorf. 

„Beckmann spielt Cello“ – die Konzert-Reihe von Klassik-Star Thomas Beckmann ist inzwischen eine geachtete Marke in der unübersichtlichen Welt der Benefiz-Veranstaltungen. Der Cellist spielt gratis. Seine Konzerte bescheren den Besuchern Freude – und Obdachlosen Hilfe. Aber jede Marke muss erneuert werden. Deshalb tritt Beckmann am 6. März in Fröndenberg mit der heimischen Organistin Daria Burlak auf. Musik-Fans steht ein spannender Abend bevor. Daria Burlak gilt als aufgehender Stern am Klassik-Himmel. Ein Besuch.

Katze Zarapka ist erst unsichtbar, dann betrachtet uns die Graugetigerte aus der Ferne, und schließlich schleißt sie sich auf leisen Sohlen nah heran. Zarapka hat einen weiten Weg hinter sich. Ein Lehrer von Daria Burlak, Professor Vassily Lobanov, hat den Stubentiger aus Zypern mitgebracht. Doch daheim, in der Eifel, wurde die Neue „gemoppt“, wie die Musikerin erzählt. Sie hat ein weiches Herz. Zapatka hat in Ardey eine neue Heimat gefunden.

„Wir wúrden empfangen wie liebe Familien-Mitglieder“

Daria Burlak (Jahrgang 1986) hat ebenfalls eine lange Reise hinter sich. Die junge Frau im feinen Dress – schwarze Hose, dunkle Bluse mit Blumenmuster – stammt aus der Region, wo Sibirien an den Pazifik grenzt: Wladiwostok. Vor mehr als zehn Jahren hat sie in Köln, Klavier, Orgel, Kammermusik, historische Aufführungspraxis und sogar Gesang studiert. Vor Kurzem hat Daria Burlak ihre Orgel-Technik in Detmold verfeinert.

Für das Benefiz-Konzert ist Daria Burlak ebenfalls unterwegs gewesen, nach Düsseldorf. Gemeinsam mit Konzert-Organisatorin Barbara Streich und deren Ehemann Martin hat die Künstlerin Thomas Beckmann daheim im historischen Robert-Schumann-Haus besucht. „Wir wurden empfangen wie liebe Familien-Mitglieder“, erinnert sich Barbara Streich, „die Chemie zwischen Daria und Thomas Beckmann stimmte sofort.“ Daria Burlak nickt. Drei Stunden lang probieren die beiden Kompositionen aus: „Thomas am Cello, ich mal am Klavier, mal am Harmonium.“ Schließlich steht das Programm: eine Reise durch drei Jahrhunderte, von Bach bis Kreis- ler. „Ich liebe Kontraste“, sagt Daria Burlak, ihre Augen leuchten.

„Mozart und Haydn hatten viel Humor“

Musik ist für sie Emotion. Beim Spiel versinkt sie in den Kompositionen: „Manchmal sehe ich Farben, manchmal rühren mit Stücke zu Tränen, und manchmal muss ich lachen.“ Lachen? Die zierliche Frau grinst: „Ja, Mozart und Haydn hatten viel Humor.“ Wenn ihre Finger über die Tasten gleiten, nimmt sie gedanklich vorweg, was sie spielt und wie es klingen soll. „Manchmal kommen mir die Stücke so vor, als würde ich sie gerade selbst komponieren.“

Zum guten Ton gehört für moderne Musiker mehr als Geschmack und Gefühl. Im Wohnzimmer stehen neben dem obligatorischen Flügel auch Standrechner und HiFi-Anlage, durchweg in schwarzer Klavierlack-Optik. Für junge Musiker ist es wichtig, sich mit moderner Technologie auszukennen – etwa dem mp3-Format für kleine Ton-Dateien: „Das wird bei Wettbewerben erwartet.“

Ein Abend mit Freunden

Dass Tastenfrau in der digitalen Welt zuhause ist, verrät ihr Auftritt im Netz („www.dariaburlak.de“). Darauf finden sich überraschend gut klingende Musikbeispiele.

Natürlich ist Daria Burlak ehrgeizig. Sie ist zu Wettbewerben gereist, um bekannt, gar berühmt zu werden. Für sie wäre es ein Traum, beim Branchenriesen Deutsche Grammophon zu landen.

Doch in Fröndenberg geht es ihr nur um den guten Zweck. „Ich helfe gern durch meine Musik“, sagt Daria Burlak. Selbst ein Gratis-Auftritt bereichert sie: Das Benefiz-Konzert ist für sie wie ein Abend mit Freunden. „Und das bringt mir Freude.“

Karten 17 Euro (8 Euro): Buchhandlungen Daub (Menden), Kern (Fröndenberg) und Tourist-Info, Fröndenberg