Student will Media Markt austricksen - und hat nun Schulden

Stefan Wette
Ein Student wollte den Media Markt austricksen - und sitzt jetzt auf einem Schuldenberg.
Ein Student wollte den Media Markt austricksen - und sitzt jetzt auf einem Schuldenberg.
Foto: Karl Gatzmanga
Der Student aus Köln wollte ganz clever sein und Media Markt austricksen. Der Plan: teure Geräte kaufen, an der Torwand-Aktion teilnehmen - und bei Misserfolg den Einkauf einfach wieder umtauschen. Dumm nur, dass der Elektronikhändler ihm einen Strich durch die Rechnung machte.

Köln. „Die Aktion ist super gelaufen“, blickt eine Sprecherin des Elektronikhändlers Media Markt zufrieden auf die bundesweite Werbeaktion zurück. Mit einem erfolgreichen Schuss auf die Torwand hatten Kunden vom 30. Mai bis zum 11. Juni das Recht, ihr Geld für einen vorherigen Kauf erstattet zu bekommen. Doch von Erfolg, gar von „super gelaufen“, wird ein 24-jähriger Student aus Köln nicht reden wollen. Immer wieder hatte er sein Glück versucht, Smartphones für insgesamt rund 9000 Euro gekauft und geschossen. Vergebens, kein Ball traf das Loch in der Torwand.

Aufmerksame Zuschauer des ZDF-Sportstudios wissen um die Probleme. Selbst gestandene Fußballprofis verzweifeln oft vor der Torwand, versenken den Ball kein einziges Mal im Runden. Aber es gibt ja auch andere Beispiele. Und bei Media Markt hatte ein 33 Jahre alter Amateurfußballer bei der Torwandaktion einen so großen Erfolg, dass ihm der Marktleiter nach ein paar Tagen und immer mehr Gelderstattungen das Schießen verbot. Zehnmal war der Schütze angetreten, sechsmal traf er sein Ziel.

Marktleiter verweigerte die Rückgabe der Smartphones gegen Geld

Eine Erfolgsquote, die ein Informatikstudent aus Köln nicht aufweisen kann. Sein Konzept war einfach und für ihn überzeugend. Das Risiko hatte er minimiert, dachte er, weil er die Ware bei Misserfolg umtauschen wollte. So lieh er sich Geld und kaufte im Kölner Media Markt zunächst Geschenkgutscheine, dann Smartphones – jedes rund 600 Euro teuer. Alles in allem zahlte er dafür 8835 Euro.

Allein, er traf nicht. Immer wieder trat er vor den Ball, sieben Meter entfernt stehend von dem verheißungsvollen Loch in der Torwand. Und viel weiter entfernt von einem gütigen Fußballgott, der dem Fußball die Richtung wies.

Am nächsten Tag ging der Student mit 14 Smartphones, eines hatte er in einer anderen Filiale umgetauscht bekommen, erneut zu dem Haus, an dessen Torwand er so kläglich scheiterte. Das Pech blieb ihm treu. Der Marktleiter verweigerte die Rückgabe der Smartphones gegen Geld. Schließlich sei er gar nicht an der Ware, sondern nur am Gewinn interessiert gewesen.

Student will einen Anwalt einschalten

Der Student will nach Angaben von „welt.de“ jetzt einen Anwalt einschalten und dem Konzern mit einer Klage drohen. Zumindest eine Geschenkkarte erwartet er für jeden Kauf. Denn geworben habe Media Markt mit einem Versprechen: „Das freiwillige Rückgaberecht ,Umtausch ohne Wenn und Aber’ ist innerhalb des Aktionszeitraums nur gegen Erstattung in Form einer Geschenkkarte möglich.“ Richtig zitiert, aber da steht eben auch, dass kein Kunde Anspruch auf einen Umtausch hat. So ist das im Geschäftsleben,

Wenig Erfolgsaussichten sieht denn auch eine Sprecherin des Media Marktes, die vom Eingang einer Klage noch nichts gehört hat. Mit der Werbeaktion ist sie sehr zufrieden und hätte das auch von vielen Kunden gehört: „Es gab viele Käufer, die öfter getroffen haben und ihr Geld für den Kauf erstattet bekamen.“ Probleme hätte es nur gegeben, wenn Käufer es übertrieben hätten. Dann seien Marktleiter eingeschritten.