So provokant antwortet Kollegah in sozialen Netzwerken auf die Kritik von Campino und Heiko Maas

Nicht nur während der Echo-Verleihung, auch in sozialen Netzwerken verhöhnte Kollegah offenbar Campino.
Nicht nur während der Echo-Verleihung, auch in sozialen Netzwerken verhöhnte Kollegah offenbar Campino.
Foto: POOL / REUTERS
  • Kollegah wurde von Campino und Heiko Maas in Bezug auf seine Texte Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit vorgeworfen
  • In sozialen Netzwerken schießt der Rapper zurück

Berlin.  Die Verleihung des Echos an die Skandalrapper Kollegah und Farid Bang löste eine öffentliche Kontroverse aus, in die sich Tote-Hosen-Sänger Campino und sogar Außenminister Heiko Maas einmischten, wie du hier erfährst.

Der gemeinsame Tenor des Punkrockers und des Politikers: Die Frauenfeindlichkeit wie auch der Antisemitismus in den Texten der Rapper dürften nicht mit einem Preis belohnt werden. Nun reagiert Kollegah in sozialen Netzwerken auf die Kritik.

Kollegah nennt Campino wohl „Zitteraal“

Zuvor versuchte Kollegah, Campino bereits während der Echoverleihung für dessen Kritik an seinen Raptexten fertig zu machen. Er zeichnete eine Karikatur des Sängers mit einem Heiligenschein – ein Verweis darauf, dass sich Campino angeblich als ungebührliche „moralische Instanz“ aufspiele. Details über Kollegahs Reaktion auf Campinos Kritik beim Echo 2018 findest du hier zum Nachlesen.

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In einer Instagram-Story habe Kollegah dann nachgetreten, berichteten Online-Portale wie „bento“ und „Noizz“. Er bezeichnete Campino in Posts offenbar als „Zitteraal“, weil dieser bei seiner Kritik an Kollegah auf der Bühne zitterte. Die Beiträge sind inzwischen nicht mehr auf Kollegahs Instagram-Profil sichtbar.

Auf Facebook findet sich jedoch noch immer Kollegahs Antwort auf die Kritik des Außenministers Heiko Maas. Der Rapper schreibt an Maas gerichtet: „Inwiefern schützen Sie denn jüdisches Leben, wenn Sie eine Massenzuwanderung von aus Ihrer Sicht antisemitisch geprägten Menschen unterstützen?“

Kollegahs Kritik an Heiko Maas wirkt wirr

Der Rapper versucht sich hier wohl an einer ernsthaften Argumentation. Allerdings wirkt sie inkonsistent und wirr. Heiko Maas sprach zwar über antisemitische Hetze in den Herkunftsländern von Geflüchteten und sprach sich dafür aus, Antisemitismus in der Integrationskursen zu thematisieren.

Doch an keiner Stelle erklärte Maas laut „Spiegel“, das Problem des Antisemitismus sei ausschließlich auf Migranten zurückzuführen. Vielleicht hat Kollegah da wieder einmal etwas falsch verstanden. Er vergreift sich nicht nur mit seinen Auschwitz-Vergleichen im Ton, sondern vermittelt in seiner Musik generell eine eher verschwörungstheoretische Einstellung in Bezug auf Politik.

Deshalb nannten seine Rapperkollegen der Antilopen Gang ihn im Gespräch mit dem „Spiegel“ einen „faschistischen Agitator“, der den „Volkszorn gegen die Mächtigen, die Medien und andere Feinde“ schüre. Kollegah sei ein Beweis dafür, dass sich in Deutschland „reaktionäre Inhalte massenhaft“ verkauften, erklärte die Antilopen Gang. (leve)

 
 

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