Sie klaute Lebensmittel, weil die Rente nicht reichte – nun muss eine 84-jährige Oma ins Gefängnis!

Eine 84-Jährige klaute, weil die Rente nicht reichte – und muss nun drei Monate in Haft (Symbolbild).
Eine 84-Jährige klaute, weil die Rente nicht reichte – und muss nun drei Monate in Haft (Symbolbild).
Foto: Ute Grabowsky/photothek.net / imago/photothek
  • Eine 84-Jährige beging Ladendiebstähle, weil die Rente nicht für Lebensmittel reichte
  • Nun wurde sie vom Landgericht Memmingen zu drei Monaten Haft verurteilt
  • Ihr könnte eventuell sogar eine höhere Haftstrafe drohen

Bad Wörishofen.  Eine 84-Jährige muss nun wegen Ladendiebstahls für mindestens drei Monate ins Gefängnis. Im Supermarkt klaute sie Lebensmittel und Pflegeartikel. Nach eigenen Angaben beging sie die Diebstähle, weil ihre Rente nicht ausreichte, um genügend Essen zu kaufen.

Die Rentnerin hatte laut „tz“ vor der Urteilsverkündung bei Gericht auf Gnade gehofft. Ihre Anwältin hatte einen Gnadengesuch an das bayerische Justizministerium gestellt. Doch er wurde abgelehnt.

„Mir geht es unendlich schlecht“

Als nach dem Urteil feststand, dass sie eine Gefängnisstrafe verbüßen muss, erklärte die Rentnerin der „tz“: „Das ist ein Schlag für mich, mir geht es unendlich schlecht.“ Fünf Mal war die alte Frau beim Ladendiebstahl erwischt worden, insgesamt klaute sie Waren im Wert von 70,11 Euro. Sie erhielt zwei Bewährungsstrafen sowie eine Geldstrafe, die sie aufgrund ihrer knappen Rente jedoch offenbar nicht bezahlen konnte.

Während der Bewährung wurde sie dann erneut beim Klauen erwischt – und musste sich vor Gericht verantworten. Das Urteil des Landgerichts Memmingen steht nun fest: drei Monate Haft. Falls ihre Bewährung für frühere Taten widerrufen wird, muss sie eventuell sogar neun Monate ins Gefängnis.

„Ich habe aus Hunger gestohlen“

„Ich habe aus Hunger gestohlen, aus reiner Not. Ich schäme mich so“, erklärte die Verurteilte. Nach Abzug ihrer Miete, der Nebenkosten und Medikamente habe sie „höchstens 100 Euro im Monat“ für Lebensmittel zur Verfügung gehabt. Da sie sich so sehr für ihre Altersarmut schäme, lehne die ehemalige Schneiderin Hilfe ab.

Ihre Pflichtverteidigerin vor Gericht kritisierte das Urteil trotz seiner Rechtmäßigkeit: „Ich kann nicht verstehen, dass man eine Frau in diesem Alter für diese Taten einsperren muss.“ Im Gegensatz zum Hausarzt der Rentnerin attestierte der zuständige Gefängnisarzt Haftfähigkeit. Daher wird die 84-Jährige ihre Strafe wohl abbüßen müssen. (leve)

 

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