Schnee-Chaos bricht Rekorde: Skigebiet nach Lawinenabgang wieder offen – „Lage bleibt unberechenbar“

Schweiz, Schwägalp: Ein Gebäude ist von den Schneemassen fast vollständig umgeben.
Schweiz, Schwägalp: Ein Gebäude ist von den Schneemassen fast vollständig umgeben.
Foto: Eddy Risch/KEYSTONE/dpa
  • Zwölf Todesopfer durch Lawinen in Österrreich und der Schweiz
  • Wetterexperte warnt fürs Wochenende vor Neuschnee
  • Die Einordnung durch Meteorologen überraschen
  • Auch andere Länder bleiben von Schnee und Glätte nicht verschont

Lech. Das Schnee-Chaos in den bayerischen und österreichischen Schneegebiete geht weiter: Auch fürs Wochenende ist weiterer Schneefall vorrausgesagt. Insgesamt forderten Lawinen in Österreich und der Schweiz bisher zwölf Todesopfer.

Die Lage in den Schnee-Krisengebieten normalisiert sich zunehmend. Trotzdem bleibt die Situation in einigen Orten angespannt. Überraschend ist die Einordnung des Wetters durch die Meteorologen.

In unserem News-Blog zum Schnee halten wir dich auf dem Laufenden.

Donnerstag, 17. Januar:

Freitag, 13.58 Uhr:

Die Lage hat sich mittlerweile etwas entspannt. Die Lifte laufen nach dem Lawinenabgang im Sudelfeld wieder. Auch sind die Talstationen mit dem Auto zumindest von Brannenburger Seite, also aus Richtung A93 erreichbar.

Der Obmann der Lawinenkommission Bayrischzell Ernst Wuttig warnt aber zugleich: „Die Lage ist derzeit äußerst unberechenbar.“

19.05 Uhr

Landwirte aus Raiten holten auf eigene Gefahr 80 Rinder, fünf Ziegen, ein Schaf, ein Pferd sowie einen Hasen aus der Gefahrenzone, da sie die Tiere nicht unversorgt lassen wollten.

16.24 Uhr

Akute Lawinengefahr bedroht ein Dorf in Oberbayern. Die Menschen aus Raiten harren den zweiten Tag in Folge bei Freunden aus. Eine Straße zum Skigebiet Sudelfeld wurde verschüttet. Die 266 Einwohner des Schlechinger Ortsteils Raiten können mindestens bis Freitag nicht in ihre Häuser zurück und müssen bei Familien und Freunden bleiben, wie das Landratsamt Traunstein am Donnerstag mitteilte. Eine Notunterkunft im Feuerwehrhaus im Nachbarort Unterwössen sei seit Mittwoch eingerichtet, bisher habe sie aber niemand genutzt.

Oberhalb von Raiten von der Südseite der knapp 1600 Meter hohen Hochplatte hat sich in den Schneemassen eine gefährliche Lage entwickelt. „Wenn sich das löst, könnte eine Staublawine mit bis zu 400 Stundenkilometern entstehen“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Die Gefahr sei nicht gebannt.

Hubschrauberbesatzungen der Bundeswehr hatten aus der Luft beobachtet, dass sich der Schnee an dem Hang gesenkt hatte - akute Gefahr. Deshalb war der gesamte Ort am Mittwoch geräumt worden. Vor zehn Jahren war an der Stelle eine Lawine abgegangen, aber rund 150 Meter vor den Häusern zum Stehen gekommen.

11.45 Uhr

Das Skigebiet Sudelfeld ist am Donnerstag nach einem Lawinenabgang von der Außenwelt abgeschlossen. Das teilt die Gemeinde auf ihrer Homepage mit (hier geht es zur Sudelfeld-Homepage). Frühestens am Donnerstagabend sei damit zu rechnen, dass die Sperre der Bundestraße von Bayrischzell zum Sudelfeld aufgehoben wird.

9.28 Uhr

Wegen erhöhter Lawinengefahr war am Mittwoch die B 305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl gesperrt worden. Zudem wurde der Schlechinger Ortsteil Raiten wegen akuter Lawinengefahr evakuiert. Daran ändert sich auch weiterhin nichts.

Der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding wird trotzdem stattfinden. Das gaben die Organisatoren am späten Mittwochabend bekannt. Damit kommt es zu einem Doppelstart: Die Männer nehmen den Sprint ab 11.00 Uhr (ARD/Eurosport 2) in Angriff, die Damen starten um 14.30 Uhr.

Zuvor herrschte am Mittwoch lange Verwirrung darüber, ob die Rennen in der WM-Arena von 2012 ausgetragen werden können oder nicht. Der ursprünglich für Mittwoch geplante Männer-Sprint war am Dienstag wegen des weiterhin bestehenden Katastrophenfalls abgesagt worden.

Mittwoch, 16. Januar

22.22 Uhr

Derweil fand vier Tage nach dem schweren Lawinenglück in Lech (Österreich) ein Großaufgebot von 60 Einsatzkräften den letzten der vier verschütteten deutschen Skifahrer. Die Leiche des 28 Jahre alten Skilehrers sei mittels Sonde in zweieinhalb Meter Tiefe aufgespürt worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Der Mann gehörte zu einer Gruppe von Skifahrern aus Baden-Württemberg, die am Samstag auf einer gesperrten Route von einer Lawine verschüttet worden waren. Seine drei Freunde wurden bereits am Sonntag tot geborgen.

19.02 Uhr

Am wichtigsten Flughafen Schwedens hat heftiger Schneefall zu Problemen und Verspätungen geführt. Wie der schwedische Rundfunksender SR am Mittwoch berichtete, wurden wegen der Wetterbedingungen zwei der drei Landebahnen von Stockholm-Arlanda gesperrt.

Statt normalerweise 40 konnten am Nachmittag demnach pro Stunde nur vier Flugzeuge landen. Die Zeitung „Dagens Nyheter“ zitierte den Sprecher des Flughafenbetreibers Swedavia mit den Worten, es komme zu Verspätungen zwischen 45 Minuten und einer Stunde.

Startende und landende Maschinen müssten sich eine Landebahn teilen. Am Mittwoch hatte es im Raum Stockholm heftig geschneit.

17.16 Uhr

Die vierte Leiche eines deutschen Skiwanderes ist in Lech (Österreich) gefunden worden. Der 28-Jährige war seit einem Lawinenabgang am Samstag vermisst worden. Seine drei deutschen Mitstreiter waren bereits am Samstag tot geborgen worden.

„Der Verschüttete lag in einer Tiefe von 2,50 m und konnte mit der Lawinensonde gefunden werden“, teilte die Landespolizeidirektion Vorarlberg mit. Der Vermisste wurde mit einer Lawinensonde entdeckt worden.

Die Suche war wegen den starken Schneefällen und der Lawinengefahr zwischenzeitlich unterbrochen worden.

16.53 Uhr

In Ruhpolding war der wegen des Extremwetters auf Donnerstag verschobene Start des Biathlon-Weltcups weiter fraglich. Landrat Siegfried Walch sagte, vom Sicherheitskonzept her gebe es keine Einwände, sofern Einsatzkräfte bereitstünden, die bisher nicht im Schneeeinsatz waren.

Es brauche ausgeruhte Helfer. „Inwiefern es die Gemeinde für richtig hält, ist dann Sache des Veranstalters und nicht Sache der Katastrophenschutzbehörde und des Landratsamtes“, sagte Walch.

14.50 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hält die starken Schneefälle im Alpenraum der vergangenen Tage zwar für ungewöhnlich, sie seien aber kein „außergewöhnliches“ Wetterereignis gewesen. Die gefallene Schneemenge im Berchtesgadener Land mit Höhen von bis zu 150 Zentimetern liege in der Wiederkehrzeit von 2 bis 15 Jahren, teilte die Behörde am Mittwoch in Offenbach mit. Die vereinzelte Schneehöhe von bis zu zwei Metern komme alle 30 bis 50 Jahre vor.

Abgesehen von reichlich Schnee in den Alpen und im Erzgebirge hat sich nach Angaben des Wetterdienstes der meteorologische Winter außerdem bislang eher von seiner milden Seite gezeigt. Mit Beginn der „zweiten Halbzeit“ werde es aber allmählich kälter. Am Donnerstag sorgt das Tief „Hinne“ für windiges Schauerwetter. Bis in tiefe Lagen sind Schnee, Schneeregen oder Graupel möglich, sagte eine Sprecherin. Insbesondere in der Nacht zum Freitag drohe daher Glättegefahr.

Nach milden fünf bis neun Grad am Donnerstag wird es von Freitag an deutlich frischer. Die Höchsttemperaturen dürften dann nur noch zwischen ein und fünf Grad liegen, am Wochenende erwarten die Meteorologen im Südosten Deutschlands Dauerfrost.

Derweil entspannt sich die Schneelage in Südbayern weiter. In einigen Gebieten kehrte am Mittwoch fast Normalzustand ein. In anderen Bereichen hingegen waren Tausende Helfer weiter im Einsatz, sie schaufelten unter anderem Dächer frei. Wegen akuter Lawinengefahr wurde im oberbayerischen Schleching ein Ortsteil geräumt. Rund 230 Menschen verließen vorsorglich ihre Wohnungen.

Weiter galt der Katastrophenfall in den Landkreisen Miesbach, Traunstein und Berchtesgadener Land. In den meisten Schulen wurde am Mittwoch wieder unterrichtet.

Der Zugverkehr rollte auf vielen Strecken wieder. Die vom Schnee unterbrochenen Regionalstrecken wurden freigegeben, wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte. In vielen Skigebieten liefen am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein auch wieder die Lifte. Etwa an Deutschlands höchstem Skigebiet auf der Zugspitze konnten Wintersportler wieder ihre Schwünge ziehen.

6.56 Uhr: Eine 20-jährige Skifahrerin aus Schweden ist in der Schweiz von einer Lawine verschüttet und getötet worden. Die junge Frau starb bei einer Abfahrt am Dienstag, obwohl sie nach Angaben der Behörden von anderen Skifahrern sehr schnell aus den Schneemassen geborgen werden konnte. Sie gehörte zu einer Gruppe, die trotz Lawinengefahr außerhalb der Skipisten im Kanton Wallis unterwegs war.

Dienstag, 15. Januar

19.08 Uhr

Die tödlichen Zwischenfälle aufgrund der Schneelage in den Alpen reißen nicht ab. In St. Nikolai im österreichischen Bundesland Steiermark kam nach Angaben der Polizei am Dienstag ein 57-Jähriger beim Schneeräumen ums Leben. Er wurde von einer eineinhalb Meter hohen Schneewechte getroffen, die sich vom Dach eines unbewohnten Hauses löste.

Der stark verdichtete und schwere Schnee stürzte aus zwei bis drei Metern auf den 57-Jährigen. Ein Arzt des Bundesheeres versuchte laut Polizei den Mann wiederzubeleben, aber ohne Erfolg. St. Nikolai im Sölktal gehört zu den Gemeinden, die wegen der Lawinengefahr nicht auf der Straße erreichbar sind.

Damit ist die Zahl der Lawinentoten in Österreich auf elf gestiegen. Die Lage in den Alpen bleibt weiter ernst.

17.51 Uhr

Einem macht Wetterlage offenbar überhaupt nichts aus: David Hasselhoff läuft in einem Video bei Twitter nur mit Mantel, Mütze und Schneeboots bekleidet durch die Schneemassen. Vorsichtig stampft er durch die weiße Front und bahnt sich dem Weg zum Jacuzzi.

Doch die Kälte macht ihm doch zu schaffen: „It's fucking freezing!“ Seinen Weg zum warmen Jacuzzi bricht er zwar ab, dennoch verkündet er seinen Auftritt am Donnerstag in Saalbach-Hinterglemm.

15.22 Uhr

Der Dauerschnee in den Alpen hat bereits für die ersten Wetterrekorde des Jahres gesorgt. „Wir haben schon jetzt an sechs Wetterstationen historische Niederschlagsrekorde“, sagte Andreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), am Dienstag. In Reit im Winkl, Kiefersfelden, Siegsdorf, Sigmarszell, Mittenwald und Holzkirchen seien die historischen Höchstwerte für Januar bereits jetzt übertroffen.

In Kiefersfelden wurde mehr als das Dreifache des vieljährigen Durchschnittswerts an Niederschlägen verzeichnet. Zwischen 200 und mehr als 300 Liter Niederschlag - überwiegend in Form von Schnee - pro Quadratmeter wurden bis Dienstag an den Wetterstationen dieser Orte gemessen.

Rekordverdächtig entwickeln sich auch die Niederschlagsmengen auf der Zugspitze. Dort fielen im Januar bereits 423,1 Liter Niederschlag - der historische Rekordwert von 1968 beträgt 438,3 Liter. „Der Rekord ist nur noch eine Frage von Tagen“, sagte Friedrich angesichts der für das Wochenende erwarteten neuen Schneefälle.

Schneehöhenrekorde wurden zudem im Gebiet südlich von München erreicht. In Holzkirchen wurde mit 82 Zentimeter Schnee schon jetzt der Winterrekord des Jahres 2006 gebrochen, während an der Station Oberhaching 58 Zentimeter Schnee gemessen wurden. Dort wurde der bisherige Höchstwert von 56 Zentimetern am 17. Februar 1942 erreicht.

9.45 Uhr:

Leichtes Aufatmen in den Schneeregionen Bayerns: Bis Dienstagmittag erwarten Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nur noch rund fünf Zentimeter Neuschnee im bayerischen Alpenraum, nachdem dort seit Samstagabend bis zu einem Meter Schnee gefallen ist.

Allerdings werde der Neuschnee teils immer noch stark verweht, teilte der DWD am Morgen mit. Zudem drohe auch noch in der Nacht zum Mittwoch vielerorts Glätte durch Schnee, Schneematsch, gefrorene Nässe oder Reif. Nach wie vor laste auch hohes Gewicht durch den Schnee auf Bäumen und Gebäuden.

7.51 Uhr

Das anhaltende Schnee-Chaos in weiten Teilen Oberbayerns hat beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding zu einer Absage des Männer-Sprints am Mittwoch geführt. „Nach Mitteilung des Landratsamtes Traunstein steht die Durchführung eines Wettkampfes in absolutem Widerspruch zum anhaltenden Katastrophenfall. Deshalb wird der Sprintwettbewerb der Männer am Mittwoch nicht durchgeführt“, teilten die Organisatoren mit. Man werde aber versuchen, „alle sechs Wettkämpfe in den darauffolgenden Tagen durchführen zu können“.

Der Sprint der Männer über 10 Kilometer wäre der Auftakt des Weltcups gewesen. Am Donnerstag (14.30 Uhr) steht der Sprint der Frauen mit Rückkehrerin Laura Dahlmeier auf dem Programm. Für Freitag (Frauen) und Samstag (Männer) sind die Staffeln geplant. Die Massenstartrennen schließen die Veranstaltung am Sonntag ab. Wann der Männer-Sprint gestartet wird, steht noch nicht fest.

6.29 Uhr

In den beiden vergangenen Wochen fiel laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) regional teils das Dreifache der sonst im gesamten Januar üblichen Schneemenge. In Tirol fiel örtlich fast viereinhalb Meter Schnee. Insgesamt rechnen die Meteorologen mit aktuellen Schneehöhen auf vielen Bergen zwischen drei und fünf, vereinzelt auch mit sechs Metern.

6.10 Uhr

Zwei Wochen lang hat der gewaltige Schneefall Einheimische und Touristen genervt. Jetzt ist der Spuk bald vorbei, Gefahren bleiben aber. Am Dienstag sollen laut Meteorologen die Schneefälle ausklingen. Und auch in den Folgetagen droht den Prognosen zufolge kein Nachschub. „Das sieht nach nachhaltiger Entspannung aus“, sagte Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien.

Das Ende des fast zweiwöchigen Schneefalls werde es erlauben, nötige Lawinensprengungen vorzunehmen, hieß es. Danach dürften viele Straßensperren aufgehoben werden.

So rechnet die Gemeinde Lech am Arlberg mit einer Aufhebung der Straßensperre spätestens am Abend. 5000 Gäste sind derzeit nach Angaben des Tourismusbüros im Ort und warteten geduldig auf besseres Wetter. Am Montag waren in ganz Österreich noch mehr als 180 Straßen gesperrt. Im Bundesland Salzburg waren durch neue Straßensperren am Montagabend mehr als 41 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Ebenfalls betroffen war der bei Skitouristen beliebte Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm.

23.11 Uhr:

Die Flüsse in Thüringen haben durch Schneeschmelze und Regen erhöhte Wasserstände. Betroffen waren unter anderem die Werra in Meiningen und im Hildburgerhausener Ortsteil Ebenhards.

Auch die Bere in Ilfeld und die Zorge in Nordhausen hatten besonders viel Wasser.

19.53 Uhr

Eine Lawine hat in den Schweizer Alpen einen jungen Mann getötet, der ein Skigebiet absichern wollte. Wie die Kantonspolizei Wallis am Montag mitteilte, konnten die Einsatzkräfte den verschütteten 24-Jährigen nur noch tot aus den Schneemassen bergen. Der Skiwächter war am Montagmorgen mit einem Kollegen im Gebiet „Crosets“ nahe der Grenze zu Frankreich unterwegs, um mit Schneesprengungen das Gebiet zu sichern.

Am Vormittag brach auf einer Höhe von 1970 Metern eine Lawine ab und riss die Männer mit. Einem der beiden Verschütteten gelang es, sich aus den Schneemassen zu befreien. Gemeinsam mit hinzugekommenen Helfern wurde der 24-Jährige mit speziellen Suchgeräten unter einer 1,40 Meter dicken Schneedecke gefunden. Jede Hilfe kam aber zu spät.

Die Lawine erstreckte sich über 275 Meter und war 156 Meter breit. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

19.41 Uhr:

Der bei Skitouristen beliebte Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm in Österreich ist aufgrund der großen Lawinengefahr nicht mehr erreichbar. Wie das Land Salzburg am Montagabend mitteilte, wurde die L111 ab Maishofen sicherheitshalber gesperrt. Dadurch waren am Abend allein in diesem österreichischen Bundesland elf Orte und darin mehr als 41 000 Menschen nicht erreichbar.

Darüber hinaus teilte das Land mit, dass die Tauernautobahn (A10) zwischen Flachau und Zederhaus wegen Schneeglätte gesperrt wurde. Da auch die parallel verlaufende Straße über Obertauern nicht befahrbar war, musste der Bereich großräumig umfahren werden. Ebenfalls gesperrt war der Katschbergtunnel in Fahrtrichtung Norden.

19.13 Uhr:

Nach dem Lawinen-Tod eines 16 Jahre alten Deutsch-Australiers in der vergangenen Woche ermittelt die Polizei, ob ein Ersthelfer die Lawine ausgelöst hat. „Die Erhebungen zu dem Vorfall sind noch nicht abgeschlossen, es müssen noch Personen einvernommen werden. Aber es gibt einen Verdacht, dass ein Ersthelfer vielleicht die Lawine ausgelöst haben könnte“, sagte Stefan Eder von der Landespolizeidirektion Tirol am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zudem sei ein Sachverständiger um ein Gutachten gebeten worden.

Zuvor hatten die Eltern des Opfers in australischen Medien behauptet, ein Bergretter habe die Lawine ausgelöst. Der 16 Jahre alte Deutsch-Australier war am Mittwoch beim Skifahren in St. Anton am Arlberg von einer Lawine verschüttet worden und ums Leben gekommen. Die Familie sei abseits der Pisten unterwegs gewesen und am späten Nachmittag in sehr steilem Gelände nicht weitergekommen, sagte ein Polizeisprecher vor einigen Tagen. Der 16-Jährige habe daher einen Notruf abgesetzt.

Als sie ihre Abfahrt sicherheitshalber gestoppt hätten, seien sie „unverletzt und in keiner unmittelbaren Gefahr gewesen“, sagten die Eltern der australischen Nachrichtenagentur AAP. Ein Bergretter habe ihnen geraten, zu warten. Während er dann versuchte, zur Familie zu fahren, sei die Lawine ausgelöst worden, so die Eltern. Der Junge sei zwar nach 20 Minuten geborgen worden, habe jedoch nicht reanimiert werden können.

Die Polizei Tirol betonte, dass sich ihre Ermittlungen nicht auf einen Bergretter oder ein Mitglied anderer Einsatzkräfte beziehen, sondern auf eine Privatperson aus Österreich. Entscheidend ist laut Eder dabei das in Auftrag gegebene Gutachten. Der Sprecher schätzte, dass die Ermittlungen noch gut zwei Wochen dauern werden.

18.25 Uhr:

Regierungssprecher Steffen Seibert dankte den Einsatzkräften im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Die Kräfte vor Ort leisten großartiges. Ihnen gilt der Danke der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung. In einer solchen Herausforderung durch die Natur zeigt sich, wie wir zusammestehen“, twitterte des Sprecher.

17.30 Uhr:

Auch in unserem Nachbarland Tschechien sorgt das extreme Winterwetter für Probleme. Ein zwischen Prag und München verkehrender Fernreisezug prallte bei Domazlice (Taus) gegen einen umgestürzten Baum. Weder der Lokführer noch die Reisenden wurden bei der Notbremsung verletzt, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. Die Lokomotive wurde beschädigt.

Unter der Schneelast stürzten zahlreiche Bäume um. Im Erzgebirge stellte die Feuerwehr die Räumarbeiten vorübergehend ein, weil sie als zu riskant eingeschätzt wurden. Aufgrund beschädigter Leitungen waren rund 15.000 Haushalte ohne Strom.

15.45 Uhr:

Noch ist vor allem die Lawinengefahr nicht gebannt, doch ein Ende des Dauerschneefalls in den Alpen kommt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) allmählich in Sicht. Am Dienstag klingen die Niederschläge im Westen und Süden Deutschlands langsam ab, sagte ein Sprecher am Montag. Der zunehmende Einfluss eines Hochdruckgebiets beende dann auch die Unwetterlage in den Alpen.

14.28 Uhr:

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich im Berchtesgadener Land ein Bild der Lage gemacht. Dabei kündigte er an, dass 230 Einsatzkräfte der Bundespolizei die Helfer in den tief verschneiten Gebieten unterstützen werden.

„Das ist ein Signal, dass man in einer solchen Situation einfach zusammensteht“, sagte der für die Bundespolizei zuständige Minister. Der Landrat des Kreises Berchtesgadener Land habe die Bundespolizei am Samstag um Hilfe gebeten.

13.34 Uhr:

Im österreichischen Aich ist ein Flixbus auf der Ennstal Bundesstraße (B320) von der verschneiten Fahrbahn abgekommen und über eine Böschung gekippt. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden acht Menschen leicht verletzt.

12.38 Uhr:

Hohe Schneemassen wie derzeit im Süden Bayerns sind nach Angaben des Bayerischen Jagdverbands eine lebensbedrohliche Situation für Wildtiere. Bei Schneehöhen von bis zu drei Metern könnten sich die Tiere kaum fortbewegen.

Die Futterlager seien komplett eingeschneit. Um den Tieren zu helfen, will der Verband mit Hubschraubern Futter wie etwa Heuballen über stark verschneiten Gebieten abwerfen. Dies sei zwar ein ungewöhnlicher Einsatz, aber „Extremsituationen erfordern auch extreme Maßnahmen“, betonte der Sprecher Thomas Schreder.

9.06 Uhr:

Eine Lawine hat am Montagmorgen ein Hotel im Winterskiort Balderschwang in Bayern getroffen, verletzt von den Schneemassen wurde nach Angaben eines Polizeisprechers niemand.

Die Lawine mit einer Breite von 300 Metern drückte Fenster des Hotels ein, Schnee drang ins Gebäude ein. Einsatzkräfte waren vor Ort, konnten aber zunächst nicht mit Räumungsarbeiten beginnen. Experten mussten zuerst klären, ob sich weitere Schneebretter lösen könnten.

7.52 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) macht sich am Montag ein Bild von dem seit Tagen andauernden Schneechaos in den bayerischen Alpen. Wie sein Ministerium am Sonntagabend mitteilte, will Seehofer Einsatzkräfte der Bundespolizei und des Technischen Hilfswerks im Berchtesgadener Land treffen.

7.40 Uhr

Das Schneechaos im Süden Bayerns und in Teilen Österreichs geht in die nächste Woche. Das Lawinenrisiko in den Alpen ist groß. Für Montag sagen Wetterexperten Neuschnee vorher. Am späten Sonntagabend verschüttete eine Lawine Teile der Bundesstraße 305 im Landkreis Berchtesgadener Land. Verletzt wurde niemand, der Streckenabschnitt blieb gesperrt. Im Allgäu sperrten die Behörden am Sonntag wegen der Lawinengefahr die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang.

7.29 Uhr

Bei einer Lawinensprengung in den französischen Alpen starben zwei Pistenarbeiter. Die Männer hantierten am Sonntag mit Sprengstoff, als es aus zunächst ungeklärter Ursache zur Explosion kam.

7.24 Uhr:

In Österreich sind unter anderem seit Sonntag die bekannten Skiorte Lech und Zürs wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Das teilten die Gemeinden am Sonntagabend auf ihrer Website mit. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg ist wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die ORF berichtete, ist auch die Straße nach Ischgl und Galtür gesperrt worden. Darüber hinaus werde im Lauf des Abends die Straße nach Sölden im Ötztal gesperrt. Nach Angaben der Gemeinde Sölden wird in der örtlichen Freizeit Arena ein Notquartier eingerichtet.

In den vom neuen Schneefall betroffenen Regionen Österreichs sind zahlreiche weitere Straßensperren verhängt worden. Dazu zählt auch der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich. Obendrein verschärfen Sturm und - in tieferen Lagen - Regen die Situation. Die örtlichen Lawinenkommissionen wollen am Montagfrüh erneut über die jeweilige Gefahrenlage beraten. In vielen Regionen liegt inzwischen zwischen zwei und drei Meter Schnee.

Sonntag, 13. Januar:

Drei Skifahrer aus Deutschland sind im österreichischen Lech in einer Lawine ums Leben gekommen. Wie die Behörden am Sonntag berichteten, wird ein Mann der vierköpfigen Gruppe noch vermisst.

Die vier befreundeten Skifahrer waren am Samstag den Angaben zufolge auf einer gesperrten Skiroute im hohen Schnee unterwegs.

Lawine: Drei Deutsche sterben

Am Abend wurden sie als vermisst gemeldet. Laut Polizei fanden die Retter die Leichen der drei Männer aus Oberschwaben im Alter von 32, 36 und 57 Jahren kurz vor Mitternacht.

Der noch vermisste Person ist 28 Jahre alt und ebenfalls aus Süddeutschland. Vorerst mussten die Rettungskräfte die Suche nach dem Mann einstellen, da der Schneefall zu heftig gewesen sei.

+++ Schneechaos: Lawine kracht in ein Hotel +++ Bundeswehr muss in Bayern eingreifen +++ So schlimm ist die Situation +++

Zweithöchste Warnstufe in Bayern ausgerufen

In Bayern wurde die Lawinenwarnstufe nun ebenfalls auf die zweithöchste Stufe erhöht. Geringste Belastungen könnten bereits ein Schneebrett auslösen und sehr gefährlich sein, warnen die bayerischen Behörden.

Schnee und Eis sorgen vielerorts in Deutschland und Österreich seit Tagen für Chaos und Unfälle. Straßen sind blockiert, Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten. Vielerorts fällt die Schule aus.

>>>Nach Lawine sind Tausende Menschen von Außenwelt abgeschnitten

Schnee-Chaos: Immer wieder tödliche Unfälle

Immer wieder kam es zu schlimmen Unfällen, manche verliefen tödlich: Im Berchtesgadener Land starb eine Frau bei einem Lawinenunfall. Die 20-Jährige war am Samstag am Teisenberg mit einer Tourengehergruppe unterwegs, als sie verschüttet wurde, wie die Polizei mitteilte.

Bei Bad Tölz in Oberbayern starb ein 19-Jähriger nach dem Zusammenstoß zweier Autos auf schneeglatter Straße. Vier weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt - zwei davon schwer. (dpa / pen, js, lin)

 
 

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