Schlagersänger Chris Roberts mit 73 Jahren gestorben

Er war in den 70er-Jahren ein Hit-Lieferant und ein Mädchenschwarm: Jetzt ist der Schlagersänger Chris Roberts mit 73 gestorben.

Berlin.  Schlagerstar Chris Roberts ist tot. Der Sänger, der vor allem durch 70er-Jahre-Hits wie „Du kannst nicht immer 17 sein“ oder „Do you speak english?“ bekannt ist, starb bereits am Sonntag, wie eine Mitarbeiterin am Montag bestätigte. Demnach starb Roberts nach einer schweren Krebserkrankung in einer Klinik in Berlin. Roberts, der mit bürgerlichem Namen Christian Klusáček hieß, lebte zuletzt in Nümbrecht bei Gummersbach.

Roberts war in der ersten Hälfte der 70er-Jahre einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schlagersänger, der ein Millionenpublikum begeisterte. Er gehörte mit Udo Jürgens, Rex Gildo und Roy Black zur Goldenen Generation des deutschen Schlagers. Zu seinen großen Erfolgen zählten auch die Songs „Mein Name ist Hase“, „Mein Schatz du bist ne Wucht“ und „Ein Mädchen nach Maß“.

Mit zahllosen Preisen ausgezeichnet

Nach seinem ersten Plattenerfolg „Die Maschen der Mädchen“ im Jahr 1969 lieferte Chris Roberts zuverlässig Hit auf Hit. Mehr als 20 seiner Titel schafften es in die Charts.

Insgesamt verkaufte Roberts rund elf Millionen Schallplatten. Er erhielt zudem zahlreiche Ehrungen und Preise, unter anderem Platin- und Gold-Langspielplatte, den Otto der Jugendzeitschrift „Bravo“, den Bambi, die Goldene Stimmgabel und die Goldene Europa.

Erfolg mit Rollen in Schlagerfilmen

In der damals beliebten ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck war Roberts Stammgast. Zwischen 1969 und 1981 trat er dort insgesamt 65 Mal vor einem Millionen-TV-Publikum auf und schaffte es 13 Mal auf Platz 1. Mit Föhn-Frisur und Samt-Jackett bezauberte er vor allem die weiblichen Fans. Zudem spielte er in zahlreichen der damals beliebten Schlagerfilmen mit, etwa in „Sunshine Reggae auf Ibiza“ oder „Musik, Musik, da wackelt die Penne“ an der Seite von Karl Dall, Ilja Richter oder Georg Thomalla.

Als Ende der 70er-Jahre der deutsche Schlager in eine Krise geriet und von der „Neuen deutschen Welle“ hinweggespült wurde, wurde es auch um Chris Roberts zunehmend still. Er veröffentlichte noch einige Best-of-Platten und trat bei kleineren Veranstaltungen auf. Später arbeitete er auch als Produzent und Liedertexter.

Er vor kurzem wurde Chris Roberts Deutscher

Kurios: Der gebürtige Münchner, der so viel für den deutschen Schlager tat, besaß erst seit wenigen Monaten einen deutschen Pass. Chris Roberts war bis zu seinem 73. Lebensjahr staatenlos, weil er 1944 als Sohn einer deutschen Mutter und eines jugoslawischen Vater zur Welt gekommen war. Die Eltern durften in der Nazi-Zeit nicht heiraten, so dass in Roberts’ Geburtsurkunde 1944 der Vermerk „ungeklärte Staatsangehörigkeit“ eingetragen wurde.

„Sein größter Herzenswunsch wurde noch kurz vor seinem Tod erfüllt: Am 20. April 2017 erhielt Chris Roberts die deutsche Einbürgerungsurkunde, vier Tage später den deutschen Pass“, berichtete sein Management am Montag. (mit dpa)

 
 

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