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Schauspieler Uwe Friedrichsen mit 81 Jahren gestorben

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imago67228744h~e2e5fdbb-9084-4a8d-adeb-5545ea587211.jpg Foto: imago stock&people
  • Der Schauspieler Uwe Friedrichsen starb bereits am Samstag im Alter von 81 Jahren
  • Große Popularität erlangte er in der Wirtschaftskrimi-Serie „Schwarz-Rot-Gold“, in der er bis 1995 mit sprödem norddeutschen Charme einen Zollfahnder spielte
  • Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Peter Falk („Columbo“), Gérard Depardieu und Donald Sutherland seine Stimme

Hamburg. 

Der Schauspieler Uwe Friedrichsen ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 81 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus, wie seine Witwe Ute Papst und seine Künstleragentur dem „Hamburger Abendblatt“ am Montag bestätigten.

Einer der Höhepunkt in der langen Schauspieler-Karriere: In der legendären „Faust“-Inszenierung spielte Friedrichsen neben Gründgens als Mephisto und Will Quadflieg als Faust den Schüler. Gustaf Gründgens hatte den jungen Mimen 1956 für seine legendäre „Faust“-Inszenierung ans Hamburger Schauspielhaus geholt. Friedrichsen gehörte dessen Ensemble zwölf Jahre lang an. Danach arbeitete er als freier Schauspieler und war in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen.

Er übernahm zahlreiche Rollen in Krimireihen („Tatort“, „Der Alte“, „Derrick“), Kinder erlebten ihn in den 80er Jahren in der „Sesamstraße“ neben Ilse Biberti, Lilo Pulver, Horst Janson sowie Samson und Herrn von Bödefeld. Als gefragter Synchronsprecher lieh er unter anderem Peter Falk („Columbo“), Gérard Depardieu und Donald Sutherland seine ausdrucksstarke Stimme.

Schwerpunkt auf Krimi-Serien

Bis 1968 gehörte Friedrichsen zum Schauspielhaus-Ensemble in Hamburg, dann machte er sich selbstständig und entdeckte das Fernsehen für sich: Große Popularität erlangte er als Detektiv Jones Burte in der Kriminalserie „John Klings Abenteuer“ (1965-70), in „Spaß beiseite, Herbert kommt“ (1981) und in der Wirtschaftskrimi-Serie „Schwarz-Rot-Gold“, in der er bis 1995 mit sprödem norddeutschen Charme einen Zollfahnder spielte.

Dabei hatte es ihm niemand leicht gemacht, Schauspieler zu werden. „Meine Eltern wollten natürlich, dass ich etwas Anständiges lerne“, sagt Friedrichsen in einem Interview. Und das bedeutete in Hamburg: eine Lehre als Import-/Exportkaufmann. Der Großvater, bei dem der Junge aufwuchs, hielt seinen Berufswunsch „für absolute Spinnerei“. Doch als sein Enkel in der ersten Serie des deutschen Fernsehens, „Familie Schöllermann“, den Schwiegersohn in spe spielen durfte, war auch er überzeugt: Kurzerhand besorgte er einen Fernseher und stellte ihn im „Dorfkrug“ in Kattendorf auf, damit alle den Auftritt im Fernsehen miterleben konnten.

Goethes „Faust“ auf platt gespielt

Zuletzt sah man Friedrichsen am Hamburger Ernst Deutsch Theater und am Ohnsorg Theater, wo er in die Rolle des legendären Hans Albers schlüpfte oder Goethes „Faust“ auf platt gab. Zu seinem 60. Bühnenjubiläum 2013 ernannte ihn die Volksbühne in Hamburg zum Ehrenmitglied. Daneben hat sich Friedrichsen immer sozial und politisch engagiert.

So machte er für die SPD Wahlkampf und wurde von den Sozialdemokraten zur Bundespräsidenten-Wahl nach Berlin entsandt. „Wir sind in diese Welt gestellt mit einer Aufgabe, und wir müssen diese Aufgabe erfüllen“, sagte der gläubige Christ damals in einem Interview. „Das Problem unserer Zeit ist, dass die Menschen zu wenig Zivilcourage haben.“ Dagegen habe er immer versucht anzukämpfen.

Friedrichsen hinterlässt seine Ehefrau Ute Papst und insgesamt vier Kinder. (dpa/les)