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Schauspieler Ulrich Pleitgen mit 71 Jahren gestorben

Schauspieler Ulrich Pleitgen mit 71 Jahren gestorben

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ARCHIV - ARCHIV - 11.02.2016, Berlin: Der Schauspieler Ulrich Pleitgen kommt zur Trauerfeier für den verstorbenen Fernsehproduzenten W. Rademann in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ulrich Pleitgen ist am 21.02.2018 im Alter von 71 Jahren in Hamburg gestorben. (zu dpa "Schauspieler Ulrich Pleitgen in Hamburg gestorben" vom 22.02.2018) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa
Ulrich Pleitgen spielte zahlreiche Rollen in TV-Serien. Nun starb der Schauspieler in Hamburg an Herzversagen. Er wurde 71 Jahre alt.

Hamburg. 

Der Schauspieler Ulrich Pleitgen ist tot. Das teilte seine Hamburger Agentin Regine Schmitz am Freitag mit. Er sei im Alter von 71 Jahren am 21. Februar in Hamburg an Herzversagen gestorben.

Der gebürtige Hannoveraner war ein vielseitiger Schauspieler. Bekannt war er vom Theater ebenso wie aus dem Kino und vor allem dem Fernsehen. Zuletzt war er 2016 als Großvater und Ökoaktivist in „Immer Ärger mit Opa Charly“ im Ersten zu sehen. Damals hatte er zu seiner Rolle erklärt, dass er eine Parallele zu sich selbst sehe: „Auch ich habe keine Lust, im Kopf alt zu werden, und bin aktiv.“

Pleitgen arbeitete auch als Sprecher für Hörbücher und Hörspiele

Neben seiner Bühnenkarriere, die Pleitgen am Hamburger Thalia Theater beendete (1985 bis 1989), war er immer wieder im Kino und Fernsehen zu sehen. Auf der Leinwand war er beispielsweise in dem 1986 mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Film „Stammheim“ nach einem Drehbuch von Stefan Aust zu sehen. Pleitgen spielte in dem Film über die RAF-Terroristen den Richter Theodor Prinzing. Die Rolle brachte ihm viel Lob der Kritiker ein und trug zu seiner weiteren Bekanntheit bei.

Zu Pleitgens Serieneinsätzen gehören seine Auftritte als Kommissar in „K3 – Kripo Hamburg“, als Kapitän zur See in der Bambi-prämierten Serie „Nicht von schlechten Eltern“ und als Apotheker in „Familie Dr. Kleist“.

Pleitgen lernte seine Rollen meist an der frischen Luft

Seine Rollen lernte Pleitgen nach eigenen Angaben am liebsten an der frischen Luft und hier bevorzugt an der Außenalster in Hamburg. Hier saß er zur Freude mancher Fans und Touristen mit seinen Drehbüchern oft auf einer Bank oder wanderte am Ufer entlang. „Mein Büro ist die Alster. Ich bin ein Allwettermann. Mir ist es egal, ob es stürmt, regnet, schneit oder die Sonne brennt. Ich kann meine Rollen am besten gehend unter freiem Himmel lernen“, erzählte er in einem Beitrag auf seiner Webseite, die er zusammen mit seiner Ehefrau Ann-Monika pflegte.

Auch viele derjenigen, die ihn nie auf der Bühne oder in Film und Fernsehen gesehen hatten, kannten ihn doch: Daneben arbeitete er auch als Sprecher für Hörbücher und Hörspiele. Für das Hörbuch „Die Nadel“ von Ken Follett erhielt Pleitgen 2016 die Goldene Schallplatte.

Das Erste ändert Programm

ARD-Programmdirektor Volker Herres hat den verstorbenen Schauspieler Ulrich Pleitgen gewürdigt. „Ob in ‘Nicht von schlechten Eltern’, ‘Familie Dr. Kleist’ oder zuletzt in ‘Immer Ärger mit Opa Charly’, Ulrich Pleitgen war in all seinen Rollen ein großer Sympathieträger und ein Liebling des Publikums“, sagte Herres am Freitag in München. „Seinen Humor und sein vielfach ausgezeichnetes schauspielerisches Können werden die ARD und die Zuschauer des Ersten sehr vermissen“, ergänzte er.

Das Erste ändert am Freitag sein Programm und strahlt zu Ehren des Schauspielers um 21.45 Uhr „Immer Ärger mit Opa Charly“ aus. In dem Fernsehfilm aus dem Jahr 2015 spielte Pleitgen den titelgebenden Großvater Charly, einen Öko-Aktivisten und Guerilla-Gärtner. (dpa/epd)