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Rocker wollen von Inszenierung nichts wissen

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Hamburg. 

Führende Vertreter der Rockerbanden „Hells Angels“ und „Bandidos“ haben Inszenierungsvorwüfe gegen ihren verkündeten Friedensschluss zurückgewiesen. Man spreche bereits seit einem Jahr miteinander.

Führende Vertreter der Rockerbanden „Hells Angels“ und „Bandidos“ weisen Vorwürfe, ihrem kürzlich in Hannover verkündeten Friedensschluss nur für die Medien inszeniert zu haben, zurück. „Wir reden schon seit langem, ein Jahr ungefähr“, sagte der Chef der einflussreichen „Hells Angels“ Hannover, Frank Hanebuth, dem Magazin „stern“ laut Vorabmeldung. „Die halten uns für besonders schlau. Aber ganz ehrlich: So schlau sind wir gar nicht.“ Polizei und Politiker hatten den Friedenschluss als mediale Inszenierung aus Furcht vor einem drohenden Verbot gewertet.

Häufigere Treffen sind geplant

Hanebuth und „Bandidos“-Vize-Europachef Peter Maczollek drohen ihren Mitgliedern mit Ausschluss, falls die sich nicht an den Vertrag halten. „Es gibt in Deutschland Brennpunkte beider Klubs. Die müssen wir weiter im Auge behalten, damit es dort nicht verrutscht. Und wir müssen durchgreifen, wenn da einer Scheiße baut“, sagte Maczollek dem Magazin. Man werde sich künftig häufiger treffen und „den einen oder anderen Brand löschen“.

Grund für Auseinandersetzungen mittlerweile unklar

Beiden Klubs wird von Polizei und Justiz vorgeworfen, Drogenhandel und Prostitution zu fördern und zudem Rechtsradikalen Unterschlupf zu bieten. Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU) hatte Ende April die „Hells Angels“ in Flensburg und die „Bandidos“ in Neumünster verboten. Der ehemalige Chef der Flensburger Rocker muss sich ab Donnerstag wegen versuchtem Totschlag an einem „Bandido“ vor dem Flensburger Landgericht verantworten. Wiederholt gab es in der Vergangenheit Forderungen nach einem Verbot der Gruppierungen.

Den Ursprung ihrer Auseinandersetzung in den vergangenen Jahren können beide Gruppierungen nicht mehr nennen. „Das weiß keiner mehr. Das ist es ja. Wir waren früher Kumpels und haben ständig zusammen gefeiert. Eigentlich gibt es gar keinen Grund für diese Geschichte“, sagte Hanebuth. Laut Maczollek hat sich der Konflikt „irgendwann hochgeschaukelt“. (ddp)