Niederländer führen Europas Drogen-Statistik an

Foto: David Ebener/Illustration

Den Haag. Sie haben die liberalste Drogenpolitik in Europa. Aber die hat in den Niederlanden nicht dazu beigetragen, dass weniger Drogen konsumiert werden. Im Gegenteil. Die Niederländer kiffen, koksen und schlucken so viele Aufputschmittel wie kein anderes Volk in Europa. Drogenhochburg ist Eindhoven, gefolgt von Amsterdam und Utrecht.

In der niederländischen Hauptstadt Amsterdam werden zwischen 20 000 und 30 000 Kokain-Linien à 100 Milligramm Kokain täglich konsumiert. Das geht aus einer Untersuchung des niederländischen Instituts für Abwasserreinigung KWR hervor. Das KWR analysierte die Abwässer in zahlreichen europäischen Städten. Darin sind die Drogenreste des Kokain-, Haschisch- oder Ecstasy-Pillen-Konsums nämlich nachzuweisen, weil sie nach Gebrauch vom Körper ausgeschieden werden und so in die Kanalisation gelangen. Die meisten Drogenreste fanden sich in den Abwässern von Eindhoven. Nicht nur weil dort am meisten Drogen konsumiert werden, sondern weil dort sehr viele vor allem chemische Drogen wie Ecstasy-Pillen produziert werden. Folge: Viele Niederländer meiden Leitungswasser und kaufen lieber Mineralwasser.

Dortmund unrühmliche Ausnahme

Unter Europas Drogenhochburgen befinden sich London und Paris sowie auffallend viele Städte in der Schweiz. Zürich führt in der Schweiz beim Drogenkonsum, gefolgt von St. Gallen, Bern, Basel und Genf. In den deutschen Metropolen Berlin, Hamburg und München werden der Studie zufolge Drogen nur moderat genommen. Unrühmliche Ausnahme ist dem Bericht zufolge Dortmund.