Metzger benennt „Zigeunerbraten“ um – weil Kunden sich beschwerten

In den Filialen der Metzgerei Boneberger wird der „Zigeunerbraten“ ab sofort als „Pusztabraten“ angeboten. (Symbolfoto)
In den Filialen der Metzgerei Boneberger wird der „Zigeunerbraten“ ab sofort als „Pusztabraten“ angeboten. (Symbolfoto)
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
  • Nach mehreren Kundenbeschwerden heißt der Boneberger „Zigeunerbraten“ jetzt „Pusztabraten“
  • Als nächstes wird die „Zigeuner-Kochsalami“ einen neuen Namen bekommen
  • Vermehrte Beschwerden liegen offenbar am aktuellen Zeitgeist

Schongau. Wer künftig in den Filialen der Metzgerei Boneberger aus Schongau einen „Zigeunerbraten“ für das familiäre Sonntagsessen kaufen will, wird diesen vergeblich suchen.

Nachdem mehrere Kunden sich immer wieder beschwerten, entschloss Boneberger-Chef Michael Walk sich dazu, den Schinken in „Pusztabraten“ umzubenennen. Das berichtet der „Merkur“.

Inhaber reagiert auf die Beschwerden seiner Kunden

Seit jeher bietet die Metzgerei die deftige, magere, zarte und saftige Knonlauch-Chili-Wurst unter dem Namen „Zigeunerbraten“ an. Das Produkt bleibt in Zukunft das gleiche, ändern wird sich nur der Name.

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„Es war jetzt keine Kampagne, sondern es gab stete Beschwerden, auf die ich jetzt reagiert habe“, so Walk.

Die meisten Beschwerden kamen aus München

Der Entschluss kam, nachdem sich seine Kunden immer wieder per Mail und in den Münchner Filialen sogar persönlich beschwerten.

„Auf solchen Ärger kann ich gerne verzichten.“ Deshalb wird als nächstes auch die „Zigeuner-Kochsalami“ einen neuen Namen erhalten.

Das Empfinden der Menschen hat sich geändert

Vergangene Woche wurde der neue Name erstmalig in den Läden verwendet. „Der Zeitgeist ist offenbar so“, sagt Walk über die Kundenbeschwerden.

Trotzdem reagieren viele Kunden in den Filialen mit einem Lachen auf die Namensänderung.

Gaststätten schützen sich anders vor möglichen Beschwerden

Wie bei Merkur zu lesen ist, versuchten auch die Gaststätten des Landkreises möglichen Ärger über die Bezeichnung zu umgehen, wählten dabei aber eine etwas andere Methode.

Bei einer Umfrage unter 15 Gasthäusern kam heraus, dass der „Zigeunerbraten“ auf deren Speisekarten nicht zu finden ist. Auch nicht unter dem neuen Namen.

Einer wird den Namen beibehalten

Einzig im Eichbichl-Stüberl in Habach kommt der Braten ab und an noch auf die Tageskarte. Unter dem altbekannten Namen. Inhaber Herbert Messing sagt dazu:„Das Thema mit der Bezeichnung gibt es seit 20 Jahren.“

Beschwert habe sich bei ihm aber noch niemand. Auf die Änderung wird Messing dennoch verzichten: In zwei Wochen geht er in den Ruhestand. (db)

 
 

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