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„Mord mit Aussicht“ – Kommissarin Sophie Haas ist zurück

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Caroline Peters in der ARD-Serie "Mord mit Aussicht" Foto: Frank Dicks/ARD
Da ist sie wieder, die Kommissarin, die in der Provinz Verbrechen aufklärt: Sophie Haas (Caroline Peters) wurde strafversetzt von der Kripo Köln ins fiktive Eifelkaff Hengasch. In „Mord mit Aussicht“ wird sie jetzt wieder jeden Dienstag um20.15 Uhr in der ARD ermitteln. Obwohl sie dies ja lieber in Köln täte.

Hengasch. 

Lena weiß Bescheid. „Früher war das hier die Schule“, sagt die Achtjährige. Jetzt hat sie hier eigentlich Nachmittagsbetreuung. Eigentlich. Aber nun ist die Polizei eingezogen in das alte Gebäude am Dorfrand. Nicht die echte natürlich. „Die aus dem Fernsehen. Mit dem lustigen Mann und den beiden Frauen. Ich weiß nicht, wie das heißt.“ „Mord mit Aussicht“, heißt das und den gibt es ab heute wieder jeden Dienstag um 20.15 Uhr in der ARD.

Anfangs hätte das niemand gedacht. Denn die Quoten der ersten sechs Folgen, die 2008 noch am Montagabend liefen, waren eine Katastrophe. Erst mit der Wiederholung, zwei Jahre später und dienstags, wurde die Geschichte der Großstadt-Kommissarin, die in der Provinz Verbrechen klärt, zum Erfolg. Rund fünf Millionen Zuschauer saßen vor dem Fernseher. Dazu gab es Nominierungen für den Adolf Grimme- und den Deutschen Fernsehpreis.

Strafversetzt ins Eifelkaff „Hengasch“

Nun ist Sophie Haas (Caroline Peters) also zurück. Oder besser gesagt, sie ist immer noch da, wo sie eigentlich nie hin wollte. Strafversetzt von der Kripo Köln ins fiktive Eifelkaff Hengasch, Kreis Liebernich. Wo es, nennen wir es mal freundlich, „gemütlich“ zugeht. Eigentlich wollte sie ja wieder zurück.

Aber was soll sie machen? Papa Hannes geht es nicht gut. Das Herz. Deshalb will er in der guten Luft der Eifel genesen, statt im Smog der Großstadt. Und so bleibt auch Sophie. War aber eigentlich klar. Denn „Mord mit Aussicht“ kann nur in dieser Gartenzwerg-Idylle funktionieren, in der die Bewohner so skurril sind, wie die Verbrechen, die sie verüben. In einem Ort, der Sophie Haas immer noch fremd ist, den Caroline Peters aber gar nicht unsympathisch findet. „Mir kommt es oft vor wie eine Zeitreise, was wir da machen. Wir gehen in Ausstattungen meiner Kindheit zurück – Glasbausteine, Kaugummi-Automaten. Wo sieht man das heute noch?“

Auch die Kollegen sind begeistert. „Die Zeit in Hengasch scheint still zu stehen“, sagt Meike Droste, die die Polizeianwärterin Bärbel Schmied spielt. Und Bjarne Mädel, alias Polizeihauptmeister Dietmar Schäfer, kommt sich vor „wie bei einem Familientreffen“. Mit dem Polizeiwagen ist er – bereits in Kostüm und Maske – vorgefahren und betritt die Wache mit einer Tupper-Dose unter dem Arm. Kartoffelsalat von der Gattin.

Schmunzeln und lachen

Alles wie immer also in Hengasch? Nicht ganz. Denn das Böse wird auch in der Eifel immer böser. Mit gestohlenem Mutterboden oder entführten Gartenzwergen alleine ist es nicht mehr getan. In fast jeder der neuen Folgen haucht irgendwann ein Darsteller sein Filmleben aus – manchmal auf recht ungewöhnliche Weise. Wirklich brutal geht es dabei allerdings selten zu. Und das Wort Action kennen sie in Hengasch noch immer nur aus dem Fernsehen. Doch das ist nicht schlimm. Denn der Reiz der Reihe liegt gerade in ihrer etwas betulichen Erzählweise.

Es passiert ja trotzdem etwas. Weil die Autoren ihre Hauptfiguren ganz behutsam weiterentwickeln. Und weil nicht nur im Dienst, sondern auch im Privatleben des ungewöhnlichen Ermittler-Duos immer etwas Neues passiert. Am Ende, so viel sei verraten, scheinen irgendwo sogar Hochzeitglocken zu läuten.

Bis es soweit ist, darf geschmunzelt werden, manchmal sogar laut gelacht. Über die Eifel, aber auch in der Eifel. Dort ist man offenbar mit der Darstellung der „Ur-Einwohner“ zufrieden – mit all ihren Macken und Marotten. „Wenn wir mal da waren“, sagt Bjarne Mädel, „hat sich jedenfalls niemand beschwert.“