Markus Lanz mit Mallorca-"Wetten, dass..?" auf Ballermann-Niveau

Auf Mallorca kopierte das öffentlich-rechtliche ZDF die unterste Schublade privaten Trash-Fernsehens. Da konnte sich Moderator Markus Lanz noch so sehr ins Zeug legen.
Auf Mallorca kopierte das öffentlich-rechtliche ZDF die unterste Schublade privaten Trash-Fernsehens. Da konnte sich Moderator Markus Lanz noch so sehr ins Zeug legen.
Foto: Getty
„Wetten, dass..?“ auf Mallorca: Knapp drei Stunden Trash-Fernsehen bescheren dem ZDF die schlechteste Quote in der 32-jährigen Geschichte der Show. Nach unerträglichen Zoten, Zoff und Zickenkrieg, musste der verärgerte Zuschauer sich selber eingestehen: Das war reine Zeitverschwendung

Palma de Mallorca. 73 Millionen Deutsche können sich nicht irren. Mit ihrer Entscheidung, am Samstagabend nicht „Wetten, dass..?“ zu schauen, lagen sie goldrichtig. Denn was die öffentlich-rechtliche Allianz aus ZDF-Redaktion und Moderator Markus Lanz dem Publikum bot, trifft der inflationär genutzte Begriff „Fremdschämen“ nur ansatzweise. Nach knapp drei Stunden Zoten, Zoff und Zickenkrieg, musste der verärgerte Zuschauer sich selber eingestehen: Das war reine Zeitverschwendung.

Markus Lanz erste Dienstreise nach Mallorca, zum Sommerspecial in die Stierkampfarena „Coliseo Balear" von Palma des Mallorca, war in mancher Hinsicht eine Premiere. Aber sicher eine so nicht eingeplante.

Nur 6,7 Millionen schauten "Wetten, dass..?"-Mallorca-Show

Den Abwärtstrend der „Wetten, dass..?“-Quoten konnte der Mallorca-Ausflug nicht stoppen. Nur 6,74 Millionen Zuschauer schalteten die Show ein, ein historischer Tiefstand in der 32-jährigen Geschichte der Show. Seit Markus Lanz die Moderation von Thomas Gottschalk übernommen hat, geht es rapide bergab. Wollten seine Premierensendung noch 13,6 Millionen Zuschauer verfolgen, sank die Quote im November Quote auf 10,7 Millionen und im März auf 7,43 Millionen Zuschauer.

Wurde Vorgänger Gottschalk für seine versteckte Werbung kritisiert, muss man Lanz nach diesem Abend attestieren, dass er mit Marketingaktionen für einen Kollegen in werbefreien Zeiten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens kein Problem hat. Stefan Raab war da, um die von ihm selbst entwickelte Duschbrause zu promoten. Nach zweieinhalb Stunden hatte er es auch geschafft.

Wobei wir bei den Gästen wären. Nachdem Michael Jacksons Tochter Paris und ihr Bruder Prince Michael sowie Baywatch-Nixe Pamela Anderson Lanz versetzt hatten, war die Prominenz auf der Couch ziemlich ausgedünnt. Hollywood, so scheint’s, mag „Wetten, dass..?“ nicht mehr. Den Verlust konnte auch der schottische Schauspieler Gerard Butler nicht aufwiegen. Zumal er sich auf unsägliche Art zum Affen machen musste. Wenig witzig mutete es an, als sich Butler einen Kübel Eiswürfel in die Hose kippen und dann den „Erlkönig“ vortragen sollte. Mal schauen, was der Mann in seinem ersten Interview nach der Sendung zur Unterhaltung im deutschen Fernsehen sagen wird.

Buh-Rufe für Lanz

Ansonsten belief sich die Unterhaltung eher auf Ballermann-Niveau. Das öffentlich-rechtliche ZDF kopierte die unterste Schublade privatem Trash-Fernsehens. Und bediente sich gleich auch bei deren Protagonisten. So lud Lanz das Proll-Pärchen Carmen und Rooooooobert Geiss auf die Couch. Und die Malle-Könige Micky Krause, Tim Toupet und Jürgen Drews durften ihre besten Ballermann-Hits zum Besten geben.

Als wenn das alles noch nicht schlimm genug wäre, kam es fast zum Eklat, als Stefanie aus Bochum bei der „Lanz-Challenge“ durch eine Limbo-Nummer rutschte und trotzdem einen zweiwöchigen Hawaii-Aufenthalt spendiert bekam. Da hagelte es Buh-Rufe für Lanz. Die braun-gebrannte Ballermann-Seele kochte.

Zwischen all den Peinlichkeiten gab’s natürlich wieder Wetten. Sehr maskulin, ein wenig machohaft anmutend, fast immer mit anzüglichen Kommentaren von Lanz versehen: Salto in die Badehosen, mit dem Hintern Nüsse knacken, mit Beinmuskeln ein Auto vorwärts treten, sich allein mit den Armen eine 20 Meter lange Feuerwehrleiter nach oben hangeln. Das machte den Österreicher Andreas Hofer zum Wettkönig.

Und wo bleibt das Positive? „Wetten, dass...?“ sammelte 550.000 Euro für die Flutopfer in Deutschland. Gerettet hat die Sammlung die Sendung aber nicht.

 
 

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