Louis Daguerre war ein Pionier der Fotografie

Ursprünglich Maler, dann ein von den Franzosen hochgeschätzter Erfinder: Louis Daguerre. Foto: Imago
Ursprünglich Maler, dann ein von den Franzosen hochgeschätzter Erfinder: Louis Daguerre. Foto: Imago
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Louis Daguerre erfand die Daguerreotypie, das erste vermarktbare fotografische Verfahren. Der 1851 verstorbene Franzose ist das heutige Google-Doodle. Die Franzosen haben dem gelernten Maler ein Denkmal gesetzt und seinen Namen auf dem Pariser Eiffelturm verewigt.

Essen.. Der heutige Google-Doodle würdigt den Pionier der Fotografie: Louis Daguerre. Der am 18. November 1787 in Cormeilles-en-Parisis nahe bei Paris geborene Maler hat das erste vermarktbare fotografische Verfahrens, die Daguerreotypie, erfunden. Dafür haben ihm die Franzosen ein Denkmal gesetzt und Daguerre († 10. Juli 1851) namentlich auf dem Pariser Eiffelturm verewigt.

1824 hatte Daguerre begonnen, mit Silberplatten zu experimentieren, die er durch Joddämpfe lichtempfindlich machte. Er entdeckt Quecksilberdampf als Entwickler und Kochsalz als Fixiermittel. Am 7.Januar 1839 wird seine Erfindung vor der französischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt und im August unter dem Namen „Daguerrotypie-Verfahren“ veröffentlicht.

Daguerre hatte nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre bei einem Architekten absolviert. Später brachte ihn sein Talent zum Zeichnen zum Beruf des Dekorationsmalers, wobei er sich besonders auf das Malen von Panoramen verstand. Er wurde von Theatern beschäftigt. Zusammen mit dem Maler Charles Marie Bouton gründete Louis Daguerre im Juli 1822 in der Rue Sanson in Paris ein Diorama. Für die erstaunlich plastischen Diorama-Bilder verwendete Daguerre als technisches Hilfsmittel die Camera obscura, einen mit Objektiv ausgestatteten Projektionsapparat.

1837 entstand die älteste Daguerreotypie der Welt

1826 trat er auf Anraten des Optikers Vincent Chevalier in Kontakt mit dem wohlhabenden Privatmann Joseph Nicéphore Nièpce, der schon seit 1814 ähnliche Versuche angestellt hatte. 1829 trafen sie eine juristische Vereinbarung zur weiteren Verfolgung ihrer Erfindungen. Beide arbeiteten nun gemeinsam, allerdings per Briefkontakt. Nièpce, der 1833 starb, erlebte die Fertigstellung des Verfahrens jedoch nicht mehr.

Daguerre arbeitete mit Nièpces Sohn Isidor Nièpce (1805–1868) weiter. 1837 entstand schließlich die älteste erhaltene Daguerreotypie der Welt. Daguerre hielt jedoch seine Methode erst 1839 für praxisreif. Die nach ihm „Daguerreotypien“ benannten Bilder waren bereits fertige Positive. Fast gleichzeitig hatte der Engländer William Fox Talbot ein für mehrere Bildabzüge geeignetes, Talbottypie genanntes, Negativ/Positiv-Verfahren entwickelt.

Daguerres Resultate wurden durch Vermittlung des prominenten Physikers, Astronomen und Politikers François Arago (1786–1853) am 7. Januar 1839 in der französischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt und am 19. August 1839 offiziell bekanntgegeben. Auf Aragos Empfehlung hin wurde Daguerres Verfahren von der Regierung aufgekauft, als spektakuläres Geschenk der Grande Nation an die ganze Welt. Daguerre erhielt als Gegenleistung eine lebenslange Rente von 6000 Franc.

Louis Daguerre starb 1851 an „dem Bersten einer Pulsadergeschwulst“, vermutlich an einem Aneurysma. Sein fotografisches Verfahren wurde noch bis etwa Mitte der 1850er Jahre angewandt, bis es von neuen und günstigeren fotografischen Methoden abgelöst wurde.

 
 

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