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Lawine reißt offenbar mehrere Deutsche in Russland in den Tod

Berlin. 

Auf der russischen Halbinsel Kamschatka sind am Samstag offenbar mehrere Deutsche bei einem Lawinenunglück ums Leben gekommen. Unter den Toten sind möglicherweise auch Skifahrer aus NRW. Ein Hubschrauber hatte beim Absetzen der Sportler offenbar die Lawine ausgelöst.

Mehrere Deutsche sind offenbar bei einem Lawinenunglück in Russland gestorben. Laut Nachrichtenagenturen hat ein Hubschrauber bei einer Landung die Lawine ausgelöst. In dem Helikopter saßen demnach 18 Menschen, wovon nur acht überlebten. Unter den Toten sind wohl fünf Deutsche – möglicherweise auch welche aus NRW.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete am Nachmittag von fünf deutschen Todesopfern. Der Reiseveranstalter Flory Kern aus dem baden-württembergischen Schonach konnte dies noch nicht bestätigen. Zurzeit würden noch neun Personen vermisst, darunter fünf Deutsche, teilte er am Nachmittag mit. Das Unglück ereignete sich während einer Heliski-Tour auf der Halbinsel Kamtschatka.

Wie Interfax und die Agentur Itar-Tass unter Berufung auf das Zivilschutzministerium meldeten, starben zehn Menschen einer 18-köpfigen Gruppe. Laut dem Reiseveranstalter wurde die Wintersportgruppe nach ihrer Tour von dem Hubschrauber aufgenommen, als sich eine Lawine löste und die Wintersportler und die Maschine verschüttete.

Das Auswärtige Amt hatte noch „keine gesicherten Erkenntnisse über die genaue Anzahl von deutschen Staatsangehörigen an Bord und etwaige deutsche Opfer“. Das Generalkonsulat Nowosibirsk sei eingeschaltet und bemühe sich intensiv um weitere Aufklärung, hieß es in einer Stellungnahme.

Elf Deutsche an Bord des Hubschraubers

Nach Angaben des zuständigen Reiseveranstalters waren neun deutsche Skifahrer und Snowboarder aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie zwei deutsche Bergführer an Bord des Hubschraubers. Der russische Pilot und ein Sportler seien verletzt worden. Die beiden Bergführer, ein belgischer Teilnehmer und drei weitere Personen hätten ohne Verletzungen geborgen werden können.

„Den Erkenntnissen zufolge wurden von den 18 Menschen, die an Bord waren, zehn getötet, acht überlebten“, erfuhr Interfax aus dem Ministerium. Unter den Toten seien fünf deutsche und fünf russische Staatsbürger. Das Unglück ereignete sich dem Bericht zufolge 50 Kilometer westlich der Stadt Petropawlowsk-Kamtschatski in Russlands fernem Osten.

Wie der Reiseveranstalter weiter mitteilte, wurde gleich nach Bekanntwerden des Unglücks ein Expertenteam zur Unfallstelle entsandt, um die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren und professionelle medizinische Erstversorgung sicher zu stellen. Für Angehörige wurde eine Hotline unter 0800 999 24 24 eingerichtet. Der Veranstalter hob hervor, er bedauere zutiefst, dass es trotz intensiver Sicherheitsvorkehrungen zu diesem Ereignis kommen konnte. (ddp)