Laith Al-Deen nimmt Xavier Naidoo in Schutz

Falsch verstandene Toleranz oder politische Geisterfahrerei? Xavier Naidoo musste für seine "Reichsbürger"-Rede und allerlei fragwürdige Äußerungen viel Kritik einstecken. Nun verteidigt ihn ein Mannheimer Weggefährte.

Der Mannheimer Popstar Laith Al-Deen (42, "Bilder von Dir") hat in einem Interview den in die Kritik geratenen Xavier Naidoo (43) in Schutz genommen. "Ich finde es sehr schwierig, ihm rechte Tendenzen zu unterstellen", sagte der Musiker dem "Mannheimer Morgen". Seit seiner Rede auf einer Demonstration der "Reichsbürger" am Tag der Deutschen Einheit schlägt Naidoo heftiger Gegenwind entgegen. "Xavier hatte schon immer seine speziellen Ansichten. Es war noch nie anders, dass seine Aussagen viel Interpretationsspielraum boten", so Al-Deen weiter.

Allerdings stellte der Sohn eines Irakers und einer Deutschen auch klar, dass sein Kollege Naidoo "den Schritt in einen anderen Bereich vollzogen" habe und nun "mit den Konsequenzen leben" muss. Al-Deen ist einer der wenigen, der Naidoo für dessen fragwürdige Thesen nicht öffentlich in die Pfanne haut. Neben vernichtenden Kommentaren im Internet und in der Presse ging zuletzt auch Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) auf Distanz: Er verurteilt in einem SWR-Beitrag scharf die Äußerungen des bisherigen Aushängeschilds der Stadt.

Naidoo selbst erklärte kürzlich in einem erneut etwas wirren Statement, er habe sich am 3. Oktober die Menschen ansehen wollen, mit denen er in einen Topf geworfen wurde. Auch die rechtslastigen "Reichsbürger" und sogar die NPD. Er habe zwar lange eine große Wut gegen die rechte Szene gehabt, sei jetzt aber zu dem Entschluss gekommen, auf diese Menschen zugehen zu müssen, so der Sänger, der nebenbei auf seine eigene "systemkritische" Meinung pocht. Gleichzeitig finde er es "sehr traurig", das ihm Sympathie für rechtes Gedankengut unterstellt werde.

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