Kartrennsport – wo Sie richtig Gummi geben können

David Huth
Rasant durch die Kurven flitzen – wie hier in einem kleinen Renner auf der Jumbo-Kartbahn in Oberhausen.
Rasant durch die Kurven flitzen – wie hier in einem kleinen Renner auf der Jumbo-Kartbahn in Oberhausen.
Foto: Tim Schulz
Geschwindigkeit. Straffes Fahrwerk. Direkte Lenkung. Das Kart-Gefühl ist der Rennspaß im Kleinen. Am kommenden Sonntag startet in Australien die neue Formel-1-Saison. Und wer nicht nur vor dem Fernseher die Spannung eines Autorennens miterleben will, der kann sich auch selbst hinters Steuern setzen.

Essen. Der Einstieg in den Kartsport ist kinderleicht. „Ihn kann jeder betreiben“, sagt Christian Graumünz von der Sportabteilung des Deutschen Motorsportverbands (DMV). Auch körperliche Beeinträchtigungen spielen zunächst keine Rolle. „Für Menschen mit Handicap gibt es spezielle Behindertenkarts“, so Graumünz. Vorher sollte man sich aber bei der Kartbahn seiner Wahl erkundigen, ob sie solche Fahrzeuge einsetzen.

Aber längst nicht auf jeder Kartbahn kann jede Person fahren. So schränken einige Betreiber ein, wer auf ihren Bahnen fahren darf. Bei Kindern gibt es oft eine Mindest-Körpergröße, die eingehalten werden muss. Sie liegt häufig bei 130 bis 140 Zentimetern.

Christian Graumünz sagt, dass Kinder schon ab sechs Jahren durchaus ihre ersten Fahrversuche machen können. Und auch beim Körpergewicht gilt es, darauf zu achten, ob man überhaupt am Fahrbetrieb teilnehmen kann. Auf manchen Bahnen ist nämlich ein Höchstgewicht von 120 Kilogramm gesetzt.

Jede Strecke ist geeignet

Das Kartfahren selbst kann man auf jeder Strecke erlernen. Natürlich unterscheiden sich die verschiedenen Anlagen in Sachen Streckenprofile und Schwierigkeitsstufen, aber das ist zunächst nebensächlich.

„Denn das Kartfahren kann man erst mal überall lernen, genau wie das Autofahren. In Österreich muss ich am Berg anfahren können und in Hamburg eher nicht. Dennoch darf ein Hamburger in den Bergen fahren und ein Österreicher in Hamburg“, erklärt der DMV-Kart-Experte.

Unfallversicherung ist ratsam

Wer sich auf die Strecke begibt, sollte sich aber bewusst sein, dass Karts nicht ohne Risiko sind. Auf der Straße können ebenso Unfälle mit dem Auto passieren und Schäden entstehen, wie auf einer Kartbahn. Deswegen rät der DMV dazu, eine Tagesunfallversicherung abzuschließen.

Rennen fahren

Um mehr als nur ein paar Runden zum Vergnügen auf der Piste zu drehen, ist mehr nötig.

Zunächst braucht der Fahrer eine Lizenz vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB). Zudem muss er Mitglied in einem Trägerverein des DMSB sein, wozu auch unter anderem der DMV oder der ADAC gehören. So darf man dann auch Karts außerhalb einer Halle fahren, die bis zu 140 Stundenkilometer erreichen. Die Spitzengeschwindigkeiten der Fahrzeuge sind je nach Klasse aber auch im Profi-Bereich unterschiedlich. Und natürlich ist es eine Voraussetzung, um an nationalen und internationalen Rennen teilnehmen zu können.

Aber viele Bahnen richten auch „inoffizielle Bahnmeisterschaften“ und Renn-Events für Geburtstage oder Firmen aus, an denen auch Fahrer mit wenig Erfahrung teilnehmen können. Und Grundsätzlich gilt: Auf jeder Strecke in Deutschland darf man – zu Trainingszwecken – ohne Lizenz fahren. Im Clubsport gibt es zudem oft die Möglichkeit, auch mit einer Tageslizenz teilzunehmen. Diese kann am Veranstaltungstag erworben werden.

Karts und Kosten

Die Standard-Karts, die für Hobby-Rennpiloten beispielsweise in einer Indoor-Karthalle zum Einsatz kommen, haben in der Regel zirka sechs Pferdestärken unter der Haube und schaffen rund 35 bis 40 Stundenkilometer, wie Björn Niemann erklärt. Er ist unter anderem an der Organisation des „ADAC Kart Masters“ und der „Deutschen Kart Meisterschaft“ beteiligt.

Um im professionelleren Bereich des Kartsports aktiv zu werden, ist es aber mit einer Lizenz für die richtig schnellen Fahrzeuge nicht getan. Wer beispielsweise im Rundstrecken-Bereich mitfahren will, der „hat mehrere Möglichkeiten“, wie Christian Graumünz erläutert. Die erste ist, dass man sich ein passendes Rennteam sucht und sich dort „einkauft“. Als Gegenleistung wird das nötige Know-How gestellt. „Die Kosten variieren in Deutschland extrem“, erklärt der DMV-Experte.

Die andere Möglichkeit wäre ein eigenes Kart (Kosten ab zirka 2500 bis 3000 Euro). Zusätzlich benötigen die Kartfahrer einen Rennkart-overall, Schuhe und Handschuhe, einen Rennkart-Helm.

„Und natürlich braucht er auch ein wenig technisches Verständnis und Spaß an diesem Sport“, betont Graumünz. Je nach Verlauf einer Saison und Häufigkeit der Teilnahme an Rennen, kostet dieser Sport allerdings noch 10 000 (Clubsport/Regionalsport) bis 40 000 Euro (nationale und internationale Veranstaltungen).

Wer aber einfach nur mal über die Piste heizen will, der kann durchaus schon mit durchschnittlich 10 bis 15 Euro ein paar wenige Runden drehen.

Kartbahnen in der Region

In der Region gibt es eine Vielzahl von Kartbahnen. Die meisten konzentrieren sich auf den Indoorbereich, aber es gibt auch Außenstrecken. Die Preise gelten für Erwachsene. Spartipp: Bei den meisten Bahnen gibt es Angebote für Kinder und Aktionspreise.

Dortmund

Highway Kart Racing (Bahnhofstr. 79-85): Die Indoor-Kartbahn wirbt damit, dass sie mit 1600 Metern die längste Strecke der Welt hat. Sie hat täglich von 10 bis 23 Uhr und sonntags von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Eine Einzelkarte (8 bis 10 Minuten Fahrzeit) kostet zwölf Euro. Info: www.highway-kart-racing.com

Herne

Monza (Dorstener Str. 360): Die Kartbahn verdankt ihren Namen der bekannten Formel-1-Strecke in Italien. Das Besondere: Auf der Indoor-Kartbahn wird mit Gas gefahren. Abgas-Gerüche in der Halle bleiben also aus.

Sie hat montags bis donnerstags von 16 bis 22 Uhr, freitags von 16 bis 23 Uhr, samstags von 11 bis 23 Uhr und sonntags von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Ein Training (zehn Minuten) kostet zehn Euro. Info: www.monza.de

Essen

Daytona-Kart Center (Alte Bottroper Str. 100): Auf 12 900 Quadratmetern beherbergt die Indoor-Anlage zwei jeweils ca. 630 Meter lange Strecken. Geöffnet hat die Halle Montag bis Donnerstag von 16 Uhr bis 23 Uhr. Freitags, sonntags sowie an Feiertagen kann man dort von 15 Uhr bis 23 Uhr fahren. Ein Ticket (13 Minuten Fahrt) kostet 13 Euro. Info: www.daytonakartbahn.de

Hattingen

MS Kartcenter (Werkstr. 3-5): Die anspruchsvolle Strecke ist 450 Meter lang. Die Anlage ist montags bis freitags von 15 bis 23 Uhr, samstags und an Feiertagen von 11 bis 23 Uhr und sonntags von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Ein Trainingslauf (zehn Minuten) kostet elf Euro. Info: www.ms-kartcenter-hattingen.de

Oberhausen

Jumbo Kart (Alleestr. 1): Dort können die beiden Bahnen mit einer Gesamtlänge von 980 Metern in vier verschiedenen Variationen befahren werden. Die Zeitmessung ist laut Betreiber so genau wie in der Formel1 – das sei einmalig in der Indoor-Kart-Szene. Montag bis Freitag 16 bis 23 Uhr, Samstag 11 bis 23 Uhr und Sonntag 11 bis 22 Uhr. Das Training (elf Minuten) kostet zwölf Euro. Info: www.jumbokart.de

Hagen

Motodrom (Am Damm 1): Anders als die meisten Kartbahnen in der Region ist der Motodrom eine Outdoor-Anlage. Sie ist durch den DMSB auch als Sportanlage für Rennen zertifiziert. Die Bahn ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Schluss ist, wenn die Nacht hereinbricht. Montag ist Ruhetag. Je nach Kart kostet eine Fahrt (neun Minuten) zwischen 11 und 15 Euro. Info: www.beule-kart.de

Kaarst

RS Speedworld (Friedrich-Krupp-Str. 10): Die Kartbahn, die seit über 15 Jahren existiert, wirbt speziell mit Events und Rennen für Firmen. Geöffnet hat sie Montag bis Freitag von 15 bis 22 Uhr, Samstag von 12 bis 22 Uhr und Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 21 Uhr. Eine Trainingsfahrt (zehn Minuten) kostet 12,50 Euro. Info: www.gokart-online.de

Dinslaken

Race-Kart Center (Tyssenstr. 83): Die Anlage verfügt über zwei 1250 Meter lange Go-Kart-Bahnen, die bei trockenem Wetter um eine Outdoor-Bahn erweitert werden können. Montag bis Donnerstag von 16 bis 23 Uhr, Freitag von 14 bis 23 Uhr, Samstag von 14 bis 1 Uhr und sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 23 Uhr ist die Bahn geöffnet. Eine Trainingseinheit (15 Minuten) kostet zwölf Euro. Info: www.kart-nrw.de

Hilden

Magic Kart (Hans-Sachs-Straße 17): Die Strecke wird jeden Monat umgebaut und ist unterschiedlich lang. Die Bahn hat von Montag bis Donnerstag von 16 bis 22 Uhr, Freitag von 16 bis 24 Uhr, Samstag von 11 bis 24 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Ein Ticket für eine Trainingsfahrt (elf Minuten) kostet elf Euro. Info: www.magic-kart.de

Gevelsberg

Cool Runners (Muehlenstr. 5): Bei der rund 400 Meter langen Kartbahn lässt sich das Streckenlayout umbauen. Die Bahn ist Dienstag bis Donnerstag von 16 bis 22 Uhr, Freitag 14 bis 22 Uhr, Samstag 13 bis 22 Uhr, Sonntag von 10.30 bis 20 Uhr und an Feiertagen von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Eine Fahrt (13 bis 15 Minuten) kostet je nach Kart zwischen 16 bis 17 Euro. Info: www.coolrunning.de

Winterberg

Kart-Bahn (Am Eschenberg 2): Die Outdoor-Strecke ist 850 Meter lang. Werktags ist die Bahn von 14 bis 19 Uhr geöffnet, Samstag von 13 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Eine Fahrt (acht Minuten) kostet sieben Euro. Info: www.kartbahn-winterberg.de