Im Netz für tot erklärter Tom Hanks ist „noch quicklebendig“

Schauspieler Tom Hanks gibt sich als bodenständiger Typ. Alles Virtuelle ist ihm fremd und lästig.
Schauspieler Tom Hanks gibt sich als bodenständiger Typ. Alles Virtuelle ist ihm fremd und lästig.
Foto: WireImage
Er ist einer der größten Stars in Hollywood – und liebt Deutschland. Schauspieler Tom Hanks im Gespräch über sein Leben und Krisen.

Berlin..  Nur ein paar Monate, nachdem Hollywood-Star Tom Hanks seinen oscarprämierten Film „Bridge of Spies“ (Regie: Steven Spielberg) in Berlin vorstellte, ist der Schauspieler wieder in der Hauptstadt unterwegs, um seinen neuen Film zu präsentieren: „Ein Hologramm für den König“ (Filmstart 27.4.) ist das zweite Projekt , das er mit dem deutschen Regisseur Tom Tykwer verwirklicht hat. Im Interview spricht Tom Hanks (59) über den Film, seine Familie und darüber, wie es ist, wenn man für tot erklärt wurde.

Herr Hanks, darf ich fragen, wie es Ihnen geht? Bei Twitter wurden Sie vor wenigen Tagen für tot erklärt!

Tom Hanks: Ach wirklich? Haben sie? Na, dann war’s das jetzt wohl mit dem Gespräch. Kann leider nicht mehr antworten. Sie haben mich echt für tot erklärt?

Es lief durch alle Netzwerke.

Und woran soll ich gestorben sein? Wahrscheinlich Diabetes (lacht). Das ist mir schon mal passiert, als ich „Der Krieg des Charlie Wilson“ drehte. Im Netz wurde vermeldet, ich sei bei einem Autounfall in Neuseeland umgekommen. Ich kann nur sagen, was ich schon damals gesagt habe: Ich bin noch quicklebendig.

Tykwer hat uns gerade erzählt, dass Sie eine eigene App haben?

Hanks: Ja. „Hanx Writer“. Ich wollte mehr Schreibmaschinenerfahrung auf dem iPad, er hat mir das designt. Ich hab’ schon 2000 Dollar damit gemacht, das wird eine lukrative Karriere. Es geht darum, zu tippen und den Sound zu hören, als ob du auf einer altmodischen Schreibmaschine tippst.

Haben Sie noch weitere Ideen für virtuelle Realität?

Hanks: Ich habe überhaupt keine Ideen dafür. Ich bin zufrieden mit der Realität, ich brauche keine virtuelle Version davon. Ich versteh’ sie auch nicht. Allein 3-D. Können Sie was damit anfangen?

Es gibt kaum einen Film, der diese Technik wirklich zu nutzen weiß.

Hanks: Eben. Und wieso machen sie das? Die haben überlegt: Wie können wir den Leuten mehr Geld aus der Tasche ziehen? Wir könnten bessere Filme machen. Nein, zu aufwändig. Wir könnten bessere Sitze einbauen. Nein, auch nicht genug. Was, wenn wir ihnen Brillen aufsetzen, die sie ausleihen müssen. Ja, das ist es!

Da sind wir beim Thema. In Tom Tykwers neuem Film geht es um ein Hologramm.

Hanks: Etwas Virtuelles! Ohne zu wissen, was es ist. Das Königreich von Saudi-Arabien ist ein sehr spezieller Ort. Wir haben, gerade in den USA, ganz schöne Klischees über diese Region im Kopf. Manche basieren noch auf „Lawrence von Arabien“, dass alle auf Kamelen reiten. Andere gehen davon aus, alle sind reich und schwimmen im Öl. Das dritte Klischee ist, alle dort sind Extremisten, die uns töten wollen. Nichts davon stimmt. Wenn wir es schaffen, die Menschen dort nicht mehr kollektiv als Fremde, sondern als Individuen zu begreifen, haben wir etwas erreicht.

Ihre Filmfigur steckt in einer tiefen Krise. Wann hatten Sie Ihre letzte?

Hanks: Hallo? Ich habe vier Kinder. Und Enkelkinder. Da hast du nie Ruhe. Aber im Ernst: Voriges Jahr hatte meine Frau Brustkrebs. Sie hat das alles glücklicherweise überstanden, aber es hat die ganze Familie erschüttert. Und das, wo ich jetzt 59 bin und dachte, ich sei mit allen Krisen durch. Aber die finden schon zu dir.

Stimmt es eigentlich, dass Sie eine Bleibe in Deutschland, zum Beispiel in Berlin, suchen?

Hanks: Das war so ein Gedankenspiel. Aber: Nein. Berlin ist toll. Aber das macht nur Spaß, wenn ich hier einen Film drehe. Dann habe ich meinen eigenen Fahrer. Und Leute, die mir Frühstück ordern. Ich würde schon mal gern einen ganzen Monat hier verbringen, wenn ich die Zeit dafür hätte. Aber meine Frau und Kinder wären da nicht so erbaut. Die würden lieber nach Griechenland wollen.

Wollten Sie nicht in Berlin einen Film über dem Sänger Dean Reed drehen, den „roten Elvis“ in Ost-Berlin? Das wäre doch ein Grund, herzuziehen.

Hanks: Ja, den würde ich gerne machen. Leider bin ich der einzige, der das will. Du musst Leute überzeugen, die das finanzieren sollen. Und ich bin irgendwie der einzige, der meint, das sei ein toller Filmstoff.

 
 

EURE FAVORITEN