Hartz-IV-Empfängerin berichtet von absurder Schikane bei Wohnungssuche

Eine Hartz-IV-Empfängerin aus Neurippin versucht seit anderhalb Jahren eine neue Wohnung für sich und ihren Sohn (11) zu finden. (Symbolbild)
Eine Hartz-IV-Empfängerin aus Neurippin versucht seit anderhalb Jahren eine neue Wohnung für sich und ihren Sohn (11) zu finden. (Symbolbild)
Foto: imago images / Rolf Kremming

Neurippin. Kerstin Neumann bezieht seit Jahren Hartz-IV. 2017 zog sie in eine Zweieinhalb-Zimmerwohnung an der Gartenstraße in Neuruppin (etwa 80 Kilometer nördlich vom Berlin).

Die neue Wohnung hat sich aber als zu teuer rausgestellt – wegen der hohen Wände sind die Heizkosten viel zu hoch. Nun versucht die Hartz-IV-Empfängerin und Mutter seit anderthalben Jahren eine neue Wohnung zu finden – doch vergeblich. Zu oft stellt sich das Jobcenter in den Weg.

Hartz-IV-Empfängerin will umziehen – und findet keine Wohnung

In die alte Wohnung konnte sie nicht mehr zurück. Kerstin Neumann hat bei verschiedenen Immobilienanbietern ihr Glück versucht, doch ohne Erfolg.

Neumann kann sich keine Wohnung bei einer Wohngenossenschaft leisten, da sie keine Genossenschaftsanteile zahlen kann. Nachdem ihre jetzige Miete von ihrem Hartz-IV-Satz abgezogen wird, bleiben der Frau nur 118,40 Euro im Monat zum Leben. Und von diesem Geld muss sie auch noch ihren elfjährigen Sohn ernähren.

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Amt und Immobilienfirmen stellen sich bei der Wohnungssuche quer

Manche Immobilienanbieter sagen der Frau, sie hätten keine Sozialwohnungen im Angebot. Die anderen wiederum sind einfach zu teuer oder die Wohnungen zu klein.

Das Amt hilft Neumann auch nicht groß weiter. „Mir wurde auch gesagt, ich soll doch einfach aus Neuruppin wegziehen aufs Dorf. Aber ich möchte nicht aus Neuruppin weg“, erklärt Neumann gegenüber dem Nachrichtenportal moz.de.

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Ihr Sohn hat in Neuruppin Freunde und ein gutes Umfeld. Das will seine Mutter ihm nicht wegnehmen.

Frau findet mehrere Wohnungen unter der Preis-Obergrenze – Amt lehnt jedes Mal ab

Das Amt ist bereit, 424 Euro für eine maximal 50-Quadratmeter-große Wohnung zu bezahlen. Auch hier stoßt Neumann immer wieder auf Probleme.

Sie hat schon mehrere Wohnungen gefunden, die unter der 424-Euro-Grenze liegen. Das Amt war jedoch nicht bereit, eine einzige Wohnung davon zu bezhalen. Der Grund klingt absurd – alle Wohnungen waren größer als 50 Quadratmeter. Somit lagen sie nicht in dem vorgegebenen Preis-Quadratmeter-Bereich.

Jobcenter rät Neumann, sich einen Berater zu nehmen

Beim Amt wird Neumann mit Ratschlägen abserviert, sich einen Berater zu nehmen. Dann würde sie eine Wohnung finden.

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Neumann fühlt sich durch solche Aussagen herablassend behandelt. Sie hat einen Rechtsanwalt engagiert, der gegen die Behörde ermitteln soll. Aber die Warteliste beim Sozialgericht ist sehr lang. Neumann kann nicht sagen, wann ihr Fall überhaupt vors Gericht geht. (ses)

 
 

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