Gebrandmarkt und auf Dauer-Diät gesetzt: So soll ein Guru weibliche Hollywood-Stars gefügig machen

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  • Ein Guru soll in den USA Hollywood-Stars gefügig gemacht haben
  • Die Tochter eines „Denver Clan“-Stars sei unter den Opfern
  • Die Frauen werden sogar gebrandmarkt

New York.  In den USA sorgte gerade erst der Missbrauchs-Skandal um Produzent Harvey Weinstein für Aufsehen. Doch es bleibt nicht bei dem einen Skandal: Seit Monaten machen außerdem Berichte über eine obskure Sex-Sekte die Runde, der auch einige Hollywood-Schauspielerinnen verfallen sein sollen.

Unter anderem berichtet der einstige „Denver Clan“-Star Catherine Oxenberg (56), dass ihre Tochter India (26) einem Sektengründer verfallen sei. Es soll sich dabei um die öffentlich als Selbsthilfeorganisation dargestellte Gruppe Nxivm (sprich: „Nexium“) handeln. An der Spitze der Organisation soll Keith Raniere (57) stehen.

Durch Nxivm sollen Frauen lernen, sich selbst zu verwirklichen und psychologische Hürden zu überwinden. Dazu werden Kurse und Seminare angeboten, die seit den 1990er Jahren von fast 16.000 Frauen besucht wurden.

Keith Raniere ist der Ober-Guru

Aber in Wirklichkeit sollen die Kurse nur genutzt worden sein, um junge, gut aussehende und vor allem auch berühmte Frauen für den inneren Kreis zu rekrutieren. Das zumindest behauptet Frank Parlato. Er war ein Jahr lang für den öffentlichen Teil der Organisation tätig und hat Mitte des vergangenen Jahres das Vorgehen der Sekte in einem Text öffentlich gemacht und in seinen Ausführungen Raniere als Ober-Guru beschrieben.

„Das Ganze wird als etwas Faszinierendes verkauft. Eine Gruppe für Frauen, in der sie Training und Coaching erhalten würden und dann entscheidende Dinge in der Welt bewegen würden – so wie die Freimaurer“, schreibt Parlato.

Seitdem wurden seine Ausführungen von mehreren ehemaligen Mitgliedern bestätigt. Unter anderem schrieb er auch von brutalen Brandmarkungsritualen, denen sich die Frauen im inneren Kreis unterziehen mussten.

Frauen brutal gebrandmarkt

Die „New York Times“ hat ebenfalls Recherchen angestellt und mit ehemaligen Mitgliedern des Kults gesprochen. Die kanadische Schauspielerin Sarah Edmondson (40) berichtete dabei von einem regelrechten Sadomasokult. Sie berichtete der Zeitung auch von der Brandmarkung.

Laut Edmonson haben sie sich für das Branding nackt auf einen Massagetisch legen müssen. Dann sei sie von mehreren Frauen an Beinen und Schultern festgehalten worden und habe mit den Worten „Meister, bitte brandmarken Sie mich, es ist eine Ehre für mich“ um die Markierung bitten müssen.

Angeblich wird den Frauen erzählt, dass sie eine kleine Tätowierung bekommen, wie Parlato sagt, doch dann werden sie brutal von einem Mediziner gebrandmarkt – mit einem Zeichen, das die Initialen des Gurus darstellen soll.

Das Prozedere soll etwa 20 bis 30 Minuten dauern und extrem schmerzhaft sein. Der Geruch von brennendem Fleisch haben den Raum erfüllt, sie habe die ganze Zeit geschrien und geweint, sagte Edmondson der „New York Times“.

Strikte Diäten für die Frauen

Neben dem Branding müssen die Frauen auch eine strikte Diät halten. Denn Sekten-Führer Keith Raniere, mit dem laut Oxenberg alle Frauen Sex hätten, habe ein Faible für sehr magere Frauen. Deshalb seien täglich nur 500 bis 800 Kalorien erlaubt.

Für Oxenbergs Tochter India habe das bereits drastische Folgen gehabt. Die 26-Jährige sei so dünn, dass sie seit einem Jahr ihre Regel nicht mehr bekommen hat und ihr sogar zum Teil die Haare ausfielen. Das berichtet zumindest Oxenberg in verschiedenen Interviews.

Wie freiwillig das alles passiert, ist fraglich. Mehrere Ex-Mitglieder behaupten, sie haben Nacktfotos oder -videos abliefern müssen, um zum inneren Kreis zu gehören. Dadurch hätten sie sich erpressbar gemacht.

Raniere und Nxivm bestreiten Vorwürfe

Dem Kult sollen einige bekannte Schauspielerinnen angehören. Ein ehemaliger bekannter US-Serien-Star soll sogar als rechte Hand des Gurus fungieren und den inneren Kreis, dem etwa 70 bis 80 Frauen angehören, leiten. Sie habe auch neue Mitglieder rekrutiert.

Raniere selbst bestreitet die Vorwürfe. Die Frauen in seiner Vereinigung seien gesund und glücklich. Die angebliche Selbsthilfeorganisation habe deshalb eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe in Auftrag gegeben. (jei)

 
 

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