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Für Fettleibige und Polizei Vortritt bei Schutzimpfung

Für Fettleibige und Polizei Vortritt bei Schutzimpfung

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Essen. Sind Sie Arzt, fettleibig, Polizist oder schwanger? Dann bekommen Sie beim Impfen gegen die Schweinegrippe den Vortritt. Wer nicht zu bestimmten Risiko- und Berufsgruppen gehört, muss sich erstmal hinten anstellen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund befürchtet ein „Impfchaos“.

Millionen Menschen sollen in Deutschland ab September gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Damit die freiwillige Massenimpfung reibungslos abläuft, hat die Regierung einen Strategieplan aufgestellt. Den Vortritt bekommen neben Ärzten, Feuerwehrleuten und Polizisten auch Schwangere und chronisch Kranke, wie zum Beispiel Fettleibige. Das bestätigte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums.

Laut Impfplan soll in einem ersten Schritt das Gesundheits- und Ordnungspersonal mit dem Impfstoff versorgt werden. Im Fall von Massen-Infektionen sollen so die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit gewährleistet werden.

In einem zweiten Schritt werden Risikogruppen wie Schwangere und chronisch Kranke versorgt, zum Beispiel Diabetiker und Fettleibige. Anschließend sind laut NRW-Gesundheitsministerium junge Gesunde zwischen 15 und 49 Jahren an der Reihe. Erst danach werden gesunde Kinder bis 14 Jahre geimpft. Gesunde Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahre bekommen ihre Schutzimpfungen nach den Kindern. Und zum Schluss werden Senioren ab 65 Jahren geimpft.

Städte- und Gemeindebund befürchtet Impfchaos

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) sieht die Prioritätenliste der Regierung mit Skepsis und fordert unverzüglich Klarheit von Bund und Ländern. So sollen nach Ansicht des DStGB auch die ehrenamtlichen Helfer von Feuerwehr, Katastrophen- und Rettungsdienst in der ersten Impfwelle berücksichtigt werden. „Es muss schnellstmöglich geklärt werden, welcher Personenkreis eine freiwillige Schutzimpfung erhalten kann und wie die Kostenerstattung geregelt wird“, fordert Präsidialmitglied Dr. Gerd Landsberg. Der Städte- und Gemeindebund befürchtet ansonsten ein „Impfchaos“ in Deutschland.