Frau überfuhr versehentlich Tochter der besten Freundin – das wurde aus ihrer Freundschaft

Eine Frau aus den USA überfuhr aus Versehen die 17 Monate alte Tochter ihrer besten Freundin (Symbolbild).
Eine Frau aus den USA überfuhr aus Versehen die 17 Monate alte Tochter ihrer besten Freundin (Symbolbild).
Foto: Ivanko_Brnjakovic / Getty Images/iStockphoto
Cassie überfuhr versehentlich die 17 Monate alte Tochter ihrer besten Freundin Brynn. Die Freundschaft der zwei Frauen wandelte sich.

Tenino.  Es ist die Geschichte zweier Frauen, die stark blieben und zusammenhielten – obwohl sie den wohl größten vorstellbaren Verlust erlitten. Denn Cassie Miller überfuhr aus Versehen die Tochter ihrer besten Freundin Brynn Johnson.

Es geschah, nachdem Cassie laut der US-Frauenzeitschrift „Glamour“ zu Brynn nach Tenino im US-Bundesstaat Washington gefahren war, um deren Sohn gemeinsam mit ihrem eigenen zur Vorschule zu fahren. Als sie dort ankam, kletterte Brynns 17 Monate alte Tochter Rowyn die Treppe der Veranda hinunter, um Cassie und deren Sohn in der Einfahrt zu begrüßen.

Plötzlich erschütterte ein Ruck das Auto

Es herrschte Tumult, weil Rowyns älterer Bruder trotzte und nicht in das Auto einsteigen wollte. Bei dem Versuch, ihn in den Wagen zu bugsieren, verloren beide Mütter die kleine Rowyn aus dem Blick.

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Schließlich schafften sie es, ihn auf die Rückbank zu setzen und anzuschnallen. „Wir können jetzt fahren, er wird okay sein, wenn wir unterwegs sind”, sagte Cassie noch zu ihrer Freundin und stieg in ihren SUV ein.

Brynn blieb im Morgenmantel vor ihrer Hautür stehen, um ihrem Sohn im Auto zum Abschied zuzuwinken. Cassie startete den Wagen, fuhr los. Plötzlich erschütterte ein Ruck das Auto. Die beiden Frauen erschraken. „Unsere Blicke trafen sich im Rückspiegel”, erinnerte sich Cassie im Interview mit der „Glamour”. „Was zum Teufel ...”, dachte sie.

„Ich wünschte, sie hätte mehr Acht gegeben“

Unter Schock stellten beide fest, dass Cassie soeben Rowyn überfahren hatte. Die Sanitäter, die die beiden Mütter dann herbeiriefen, erklärten, das Mädchen sei auf der Stelle tot gewesen. Es gab nichts, was die beiden Mütter hätten tun können.

Trotz des überwältigenden Schmerzes, der die Frauen nach Rowyns Tod überkam, endete ihre Freundschaft nach dem Unfall nicht. Brynn vergab Cassie.

Auf die Frage, was die Gründe für ihre überwältigende Bereitschaft zur Vergebung sind, antwortet Brynn: „Es war klar, dass Cassie das niemals mit Absicht getan hatte. Und ich fühle mich genauso schuldig. Ich wünschte, sie hätte mehr Acht gegeben, aber zugleich wünsche ich, dass ich das auch getan hätte.“

Die Freundinnen gründeten eine Hilfsorganisation

Cassie und Brynn waren beide wegen ihrer Schuldgefühle außerstande, den Polizeibericht über Rowyns Unfall zu lesen. Obwohl dieser wie Cassie zu dem Schluss kommt, dass Brynn keine Schuld trug. Rowyn war einfach zu klein gewesen, als dass sie sie über die Motorhaube hinweg hätte sehen können.

Cassie und Brynn gründeten 2014, noch im Jahr des Unfalls, die Hilfsorganisation„Raise for Rowyn“. Auf der Facebookseite schreiben die Freundinnen, sie wollen Familien finanziell unterstützen, die Kinder verloren haben. Mithilfe von Spenden konnten sie ihrer Website zufolge bereits für 179 Familien in den USA die Bestattungs- und Begräbniskosten übernehmen. (leve)

 
 

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