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Es geht ans Eingemachte – so einfach ist Marmeladekochen

Marmelade selbst zu machen, ist gar nicht kompliziert – und günstiger als gekaufte Produkte ist der süße Brotaufstrich auch noch. Wie es geht, erklären wir hier. Vom richtigen Glas über die Kochzeit der Früchte bis zum perfekten Geschmack.

Essen. 

„Hmmm, schmeckt viel besser als gekauft.“ Was für ein Kompliment! Das hört jeder gerne. Nehmen wir die Marmelade. Sie ist ein Beispiel dafür, dass das Selbermachen gar nicht kompliziert sein muss. Hier die wichtigsten Regeln.

Was sind die Vorteile von Einmachen gegenüber Kaufen?

Bei Selbstgemachtem weiß man, wo es herkommt. Vor allem bei Obst und Gemüse, das man im eigenen Garten zieht oder beim Bauern kauft. Künstliche Zusatzstoffe kann man so vermeiden. Außerdem schmeckt selbstgemachte Konfitüre oft besser als gekaufte.

Lohnt sich Einmachen, wenn ich keinen eigenen Garten habe?

Ja. Wenn man im Sommer Produkte aus der Region kauft, kann man sie durchs Einmachen auch noch im Winter genießen. Auf die Weise braucht man in der kalten Jahreszeit keine importierten Früchte zu kaufen, die wegen langer Transportwege oft mit Pestiziden behandelt werden.

Wie erhält man beim Kochen die Vitamine?

Früher war es üblich, Obst und Gemüse mindestens zehn Minuten zu kochen. Da Vitamine aber sehr hitzeempfindlich sind, reichen in vielen Fällen auch vier Minuten Kochzeit.

Was kostet das im Vergleich zum Kaufen?

Ein 450-Gramm-Glas Erdbeer-Markenmarmelade kostet im Supermarkt ca. 2,40 Euro. Selbstgemachte Erdbeermarmelade kostet pro 450-Gramm-Glas etwa 1,40 Euro (ein Kilo Gelierzucker 1:1 für 1,55 Euro, ein Kilo Erdbeeren für 4 Euro und ein altes Einmachglas).

Was brauche ich?

Einen Topf, Einmachgläser, reifes Obst oder Gemüse und Gelierzucker.

Welche Gläser sind am besten?

Die klassischen Einmachgläser haben einen Dichtungsring und Klammern oder Bügel. Man kann aber auch alte Marmeladengläser mit Schraubdeckel verwenden. Praktisch sind so genannte Sturzgläser: Sie haben eine weite Öffnung. Sie eigenen sich zum Beispiel gut für eingemachten Kuchen: Umdrehen, rausklopfen, fertig.

Wo kauft man die Gläser?

Einmachgläser gibt es in den Haushaltsabteilungen von Kaufhäusern oder in Fachgeschäften. Über das Internet kann man sie von zu Hause aus bestellen, einfach bei Google das Stichwort „Einmachgläser“ eingeben. Gläser kosten zwischen 1,95 und 4,95 Euro. Die mit Dichtungsring sind grundsätzlich etwas teurer als die mit Schraubdeckel. Ein Zehnerpaket Dichtungsringe gibt es für 1,95 Euro.

Was ist am wichtigsten?

Die Gläser dürfen auf keinen Fall beschädigt sein. Sonst schließen sie nicht richtig. Dann kann Luft eindringen und den Inhalt zum Schimmeln bringen. Dichtungsringe kann man nachkaufen, wenn sie Risse haben oder spröde geworden sind.

Was muss ich beachten, bevor es losgehen kann?

Die Gläser müssen vor dem Abfüllen unbedingt gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden – das tötet Keime ab. Statt die Gläser anschließend von innen abzutrocknen, stellt man sie mit der Öffnung nach unten auf ein sauberes Küchentuch und lässt sie dort lufttrocknen.

Welcher Zucker ist der richtige?

Das hängt davon ab, wie viel Pektin die Früchte enthalten. Sehr süße und reife Früchte enthalten wenig Pektin. Der Anteil ist von Frucht zu Frucht unterschiedlich. Pektin sorgt dafür, dass die Marmelade geschmeidig und streichfähig wird. Gelierzucker verwendet man entweder im Verhältnis 1:1 (Hälfte Frucht, Hälfte Zucker), 2:1 oder 3:1. Je weniger Zucker man einsetzt, desto weniger süß ist die Marmelade, aber desto geringer ist auch die Haltbarkeit. Deshalb enthält 3:1-Gelierzucker oft Konservierungsstoffe. Speziellen Einmachzucker gibt es meist ohne Zusatzstoffe.

Ich möchte selbst gemachte Marmelade verschenken. Wie verschönere ich die Gläser?

Einfach ein kleines Stück Papier ausschneiden, beschriften und als Etikett auf das Glas kleben. Als Deckelverschönerung ein Stück Reststoff ausschneiden und mit einem Gummiband festmachen.