"Ekel Alfreds" Tochter Hildegard Krekel ist tot

Hildegard Krekel (als Rita) und Diether Krebs (als Ritas Ehemann Michael) im Jahr 1974 bei Dreharbeiten der ARD-Serie "Ein Herz und eine Seele" in Köln.
Hildegard Krekel (als Rita) und Diether Krebs (als Ritas Ehemann Michael) im Jahr 1974 bei Dreharbeiten der ARD-Serie "Ein Herz und eine Seele" in Köln.
Foto: dpa
Hildegard Krekel ist tot. Sie erlag, nur 60-jährig, einem Krebsleiden. Als "Ekel Alfreds" Tochter Rita in der legendären Comedy-Serie „Ein Herz und eine Seele“ schrieb sie TV-Geschichte. In den 90ern spielte Krekel an der Seite von Rudi Carrell, zuletzt war sie Kneipenwirtin bei den „Anrheinern“.

Köln.. Eine kölsche Fernseh-Ikone ist tot. Hildegard Krekel verlor den Kampf gegen den Krebs. Die Volksschauspielerin wurde nur 60 Jahre alt. Als junge Künstlerin gab sie in der legendären ARD-Serie „Ein Herz und eine Seele“ der aufmüpfigen 68er-Generation ein Gesicht, zuletzt stand sie eher für rheinisches Lokalkolorit.

„Ein Herz und eine Seele“ war die richtige Serie zur richtigen Zeit. Fernsehmann Wolfgang Menge vom WDR verordnete der TV-Republik Lockerungsübungen in einer verspannten Zeit. Ekel Alfred (Heinz Schubert) stand für die Ewiggestrigen, seine Gattin (Elisabeth Wiedemann) spielte das naive Hausmütterchen.

Ihre gemeinsame Tochter Rita (Hildegard Krekel) nebst Schwiegersohn Michael (Diether Krebs) verkörperten die junge Willy-Brandt-Generation. Das Ensemble funktionierte deshalb so prächtig, weil sie mit politischen und gesellschaftlichen Tabus spielten. Klamauk und Sarkasmus lagen dicht beieinander. Kein Wunder, dass die Serie Kult wurde.

Auf die kesse Rita wurde sie selbst in jüngerer Zeit noch angesprochen

Da überrascht es wenig, dass Hildegard Krekel selbst in jüngerer Zeit gestand, noch immer auf ihre Rolle als kesse Verkäuferin Rita angesprochen zu werden.

In den 90ern spielte Hildegard Krekel an der Seite von Rudi Carrell in der RTL-Serie „Rudis Urlaubsshow“. Mit Hape Kerkeling war sie im „Club Las Piranhas“ zu sehen. Nebenher arbeitete Hildegard Krekel als Synchronsprecherin. So lieh sie Bette Davis und Helen Mirren ihre Stimme.

Die Kneipenwirtin Uschi bediente das Lebensgefühl der „Minsche am Rhing“

In den zweiten Fernsehfrühling startete Hildegard Krekel 1998 mit der WDR-Serie „Die Anrheiner“ durch. Als Kneipenwirtin Uschi Schmitz spielte sie eine tragende Rollen in der Langzeit-Serie, die das Lebensgefühl der einfachen „Minsche am Rhing“ (Titel des instrumentalen Titelstücks) kultivierte. „Die Anrheiner“ fingen da an, wo Kölsch-Rocker wie die Bläck Fööss und De Höhner notgedrungen aufhören müssen: Zu den Mundart-Tönen aus dem Veedel kamen bewegte Bilder und bewegende Geschichten mit leisem Humor. Dass die Serie seit 2011 „Ein Fall für die Anrheiner“ heißt, änderte am Charakter der 30-Minüter nur wenig.

Hildegard Krekel war mit Ex-Fußball-Nationalspieler Max Lorenz (73) verheiratet. In den letzten Jahren bestimmte der Kampf gegen den Krebs ihr Leben mit Operationen und Chemotherapien. Dennoch war sie ein optimistischer Mensch mit einem ansteckenden Lachen. Ihr Lebensmotto lautete: „Man sagt nie, das kann ich nicht.“

 
 

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