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Ein glamouröser Abend von starken Frauen für starke Frauen

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Die Preisträgerinnen Anja Gehlken von "Schaki e.V." (l-r), Ninon Demuth von "Über den Tellerrand e.V.„, Bettina Landgrafe von "Madamfo Ghana e.V.“, Julia Cissewski von "Orang-Utans in Not e.V.", Barbara Stäcker von "Recover your smile e.V." und die Altenpflegerin Sylke Hoß stehen am 21.10.2017 in Hamburg nach der Verleihung der „Goldenen Bild der Frau“ auf der Bühne. Foto: Georg Wendt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: dpa
In Hamburg wurden sechs Frauen mit der „Goldenen Bild der Frau“ ausgezeichnet. Kai Pflaume moderierte, und die Promis kamen in Scharen.

Hamburg. 

Christine Neubauer, Herbert Knaup, Heinz Hoenig, Natascha Ochsenknecht – die Prominenz auf dem roten Teppich vor der AidaPrima in Hamburg konnte sich sehen lassen. Schauspieler, Moderatoren, Politiker und Models waren gekommen, um die elfte Verleihung der Goldenen Bild der Frau zu feiern.

Dazu eingeladen hatte Deutschlands größte Frauenzeitschrift „Bild der Frau“, die wie diese Redaktion auch zur Funke Medien Gruppe gehört.

„Siegerinnern sind uneitel und gar nicht auf Preise aus“

Geehrt wurden Frauen, die „nicht abwarten und meckern, sondern anpacken“, sagte Chefredakteurin Sandra Immoor vor rund 500 geladenen Gästen im Theater des Schiffes. „Die Frauen, die wir Jahr für Jahr auszeichnen, sind so uneitel und gar nicht darauf aus, Preise zu gewinnen, dass wir heute Abend einfach mal danke sagen wollten.“

Zum Beispiel an die Berliner Studentin Ninon Demuth (27), die 2014 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise den Verein „Über den Tellerrand“ gründete. Durch das gemeinsame Kochen und Essen kommen Menschen aus den verschiedensten Kulturen zusammen. Das Projekt ist mittlerweile so erfolgreich, dass es in 30 deutschen Städten vertreten ist.

Tim Mälzer will mit Preisträgerin kochen

„Aus Fremden werden Freunde“, sagte die Preisträgerin, als TV-Koch Tim Mälzer ihr die Trophäe überreichte und zugab, dass er leider nicht auf diese geniale Idee gekommen sei. „Aber vielleicht kochen wir ja im nächsten Jahr mal zusammen.“

Durch den Abend führte Kai Pflaume, der mit seiner leichten, aber niemals oberflächlichen Moderation einmal mehr bewies, dass er einer charmantesten Entertainer Deutschlands ist. „Man darf stolz darauf sein, wie sich die Preisverleihung entwickelt hat und welche große gesellschaftliche Bedeutung sie mittlerweile hat.“

Foto-Shooting für Krebspatienten

Auch Jochen Beckmann, Verlagsgeschäftsführer Zeitschriften, erinnerte an die Historie der Verleihung: „Angefangen haben wir in einem Konferenzraum mit 40 Leuten. Heute bieten wir den Preisträgerinnen eine spektakuläre Bühne und eine Öffentlichkeit, die ihren Projekten Auftrieb gibt.“

Für Gänsehautmomente sorgte die nächste Preisträgerin mit ihrer Geschichte: Barbara Stäcker (55) aus München verlor ihre Tochter Nana, nachdem diese mit 20 Jahren an Knochenkrebs erkrankte und mit 21 Jahren starb.

Um das Vermächtnis ihrer Tochter weiterzuführen, gründete sie den Verein „Nana – Recover Your Smile“, der professionelle Foto-Shootings für krebskranke Frauen anbietet. „Nana hat sich immer gerne geschminkt und ist vor der Kamera in verschiedene Rollen geschlüpft. Das hat ihr auch während der Krankheit Selbstbewusstsein gegeben.“

Anastacia überreicht einen Preis

Wer sich zuvor gewundert hatte, dass sich Anastacia wie selbstverständlich zwischen den deutschen Prominenten auf dem roten Teppich tummelte, wusste spätestens jetzt, warum: Die US-Sängerin, die selbst eine Brustkrebserkrankung überwunden hat, überreichte Barbara Stäcker den Preis und sang für sie sehr bewegend „One Day In Your Life“.

Standing Ovations gab es für eine junge Hamburgerin, die von der Auszeichnung überrascht wurde: Die Altenpflegerin Sylke Hoß (37) hatte in einem Pflegeheim Missstände aufgedeckt und wurde daraufhin gekündigt. Erst später wurde der Pfleger, den sie damals angezeigt hatte, vom Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt.

„Sie machen uns Mut“

Laudatorin Julia Becker, Gesellschafterin und demnächst Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe überreichte ihr den Sonderpreis Zivilcourage: „Sie machen uns Mut, Mut zu haben. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie ein Vorbild für uns alle sind.“ Und Kai Pflaume ergänzte: „Sylke, es braucht noch viel mehr Menschen wie dich.“

Sich für Menschen einzusetzen – dafür wurde auch Anja Gehlken (44) aus Rödinghausen ausgezeichnet. Mit ihrem Verein „Schaki e.V.“ hilft sie Kindern, die einen Schlaganfall hatten, unterstützt und berät deren Familien.

Als Geschenk sang ihre 16-jährige Tochter Isabel live für sie. Durch ihre Erkrankung wurde die Preisträgerin damals auf das Thema aufmerksam und machte es zu ihrer Lebensaufgabe.

Leserpreis ging an Tierschützerin

„Ein Leben ohne Ghana wäre für mich nicht möglich“, sagte Bettina Landgrafe (40). Die Krankenschwester aus Hagen reiste vor 17 Jahren das erste Mal in das afrikanische Land und war erschüttert über die Ausbeutung von Kindern. Kurzerhand beschloss sie zu helfen und gründete den Verein „Madamfo Ghana e.V.“, der Krankenhäuser und Schulen baut.

Auch das Engagement für Tiere kam an diesem emotionalen Abend nicht zu kurz. Moderatorin Désirée Nosbusch würdigte die Leipzigerin Julia Cissewski (43), die sich gegen das Aussterben von Orang-Utans in Indonesien einsetzt. Sie erhielt auch den mit 30.000 Euro dotierten Leserpreis der Bild der Frau.

Zum Abschluss gab Anastacia noch den Hit zum Besten, der ihre Karriere damals startete: Zu „I’m Outta Love“ tanzte sich der Saal warm für die anschließende Party an der Beach Bar. Die musste allerdings um 1.30 Uhr beendet werden; alle Gäste mussten von Bord. Denn noch in der Nacht stach die Aidaprima in See Richtung Southhampton.