Drama über den Wolken! A380 lässt anderes Flugzeug 3000 Meter tief abstürzen

Die vom A380 ausgehenden Luftverwirbelungen sind so heftig, dass sie für andere Flieger zur ernsthaften Gefahr werden können.
Die vom A380 ausgehenden Luftverwirbelungen sind so heftig, dass sie für andere Flieger zur ernsthaften Gefahr werden können.
Foto: PASCAL ROSSIGNOL / REUTERS
  • Beim Kreuzen hat ein A380 ein anderes Flugzeug in die Tiefe gerissen
  • Grund dafür sollen Wirbelschleppen gewesen sein
  • Das andere Flugzeug stürzte 3000 Meter ab, überschlug sich dabei mehrfach – Totalschaden

Berlin.  Ein A380 hat einen deutschen Charterflieger beinahe zum Absturz gebracht! Wie das Flugmagazin „Aviation Herald“ berichtet, habe ein aus Dubai Richtung Sydney fliegender A380 von Emirates eine Maschine der Charter-Airline MHS beim Kreuzen in der Luft 3000 Meter in die Tiefe gerissen.

Was war geschehen? In dem jetzt veröffentlichten Fall vom 7. Januar habe der A380 die Flugbahn des etwa 300 Meter unter ihm fliegenden MHS-Flugzeug gekreuzt. Die vom Airbus ausgehenden Wirbelschleppen seien dabei so heftig gewesen, dass der Pilot des zweistrahligen Challenger 604 nur mit größter Mühe die Passagiere vor einer Katastrophe bewahrt konnte.

Flugzeug stürzte aufs Meer zu

Das Flugzeug verlor nach der Kreuzung plötzlich etwa 3000 Meter an Höhe. Die Triebwerke fielen aus, die Maschine überschlug sich mehrfach und raste ungebremst auf das Arabische Meer zu. Kurz vor dem Absturz sei es dem Piloten gerade noch so gelungen, dass Flugzeug wieder zu stabilisieren und die Triebwerke zu starten.

Bei dem Manöver wurden neun Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Wie „Aviation Herald“ berichtet, sei der MHS-Flieger deshalb auch im Oman gelandet, um eine medizinische Versorgung der Verletzten zu gewährleisten. Am Flugzeug selbst richtete das Manöver so große Schäden an, dass es nicht mehr einsetzbar ist.

A380 erzeugt große Verwirbelungen

Dass von Flugzeugen durch die an ihren Tragflächen vorbeiströmende Luft Wirbelschleppen entstehen, ist physikalisch unausweichlich. Bei besonders großen Flugzeugen wie dem A380 können diese Verwirbelungen allerdings so heftig werden, dass sie für andere, kleinere Flugzeuge eine enorme Gefahr darstellen.

Und das passierte nicht zum ersten Mal: „Aviation Herald“ zufolge hatte 2011 ein A380 beim Kreuzen einen A320 von Air France bei Frankfurt in heftige Turbulenzen gebracht. Fluglotsen sollen deshalb besonders aufmerksam sein, wenn der Riesen-Flieger die Flugbahnen anderer Maschinen kreuzt. Zudem arbeite die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA bereits an einer Warnung, die Verhaltentipps beim Umgang mit Riesenfliegern beinhaltet. (bekö)

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