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Dietmar Mues und Günter Amendt tot

Schauspieler Mues, seine Ehefrau, Sexualforscher Amendt und ein weiterer Fußgänger hatten keine Chance. Mime Peter Striebeck wurde verletzt.

Hamburg. 

Es war ein lauer Samstagnachmittag, das Thermometer kletterte selbst im kühlen Hamburg auf frühlingshafte 13 Grad. Bummelwetter in Eppendorf, einem wohnlichen Stadtteil in City-Nähe. Um 16.45 Uhr war die entspannte Stimmung dahin. Bei einem Horror-Unfall an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße/Lehmweg kamen vier Menschen ums Leben, darunter der Schauspieler Dietmar Mues (65, „Großstadtrevier“), seine Ehefrau Sibylle (60) und der Sexualforscher Günter Amendt (71).

Was war passiert? Wie Polizeisprecher Andreas Schöpflin gestern erklärte, war ein 38 Jahre Fahrer eines Fiat Punto auf die Kreuzung gerast – obwohl die Ampel rot zeigte. Der Punto stieß mit einem VW Golf Cabrio zusammen. An dessen Steuer saß Ulla Striebeck (68), auf dem Beifahrersitz ihr Mann, Schauspieler Peter Striebeck (72, „Untergang der Pamir“). Beide wurden verletzt.

Es sollte noch schlimmer kommen: Der Fiat überschlug sich und erfasste eine Menschengruppe am Straßenrand. Mues, Amendt und ein weiterer 65-jähriger Fußgänger hatten keine Chance. Sie starben noch am Unfallort, obwohl mehrere Notärzte sie zu retten versuchten. Mues’ Ehefrau erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Vom Punto blieb nur noch ein Haufen Altmetall zurück, das Hinterteil des Cabrios war völlig zerstört.

Der Unfall war derart brutal, dass fünf Augenzeugen einen Schock erlitten. Ein Notarzt: „So einen furchtbaren Unfall habe ich noch nie erlebt.“

Der Punto-Fahrer kam leicht verletzt davon. Laut Polizei verlief ein Drogentest positiv. Die Fahrlizenz des 38-Jährigen wurde eingezogen.

Dietmar Mues gehörte zu den Schauspielern, die den Rummel mieden und lieber durch gute Arbeit von sich reden machten. Der gebürtige Dresdner tauchte oft in Film und Fernsehen auf. Seine letzte Rolle war ein Auftritt in der ZDF-Krimireihe „Der Kriminalist“ für die Episode „Unter Druck“.

Günter Amendt war einer größeren Öffentlichkeit als Sexualforscher bekannt. Dabei sorgte der aus Frankfurt stammende Sozialwissenschaftler durchaus für Kontroversen, etwa mit dem „Sex-Buch“ von 1979. Zwillingsbruder des Soziologen Gerhard Amendt hatte zuletzt ein Werk über „Die Legende vom LSD“ vorgelegt.

Gestern, am Tag danach, kamen immer wieder Menschen an den Unfallort, Blumen und Kerzen niederzulegen. Unausgesprochen lag eine Frage in der Luft: warum?