Die umstrittensten Zitate von ESC-Kandidat Xavier Naidoo

Der Sänger Xavier Naidoo wird beim ESC 2016 antreten. Er ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands - und umstritten.
Der Sänger Xavier Naidoo wird beim ESC 2016 antreten. Er ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands - und umstritten.
Foto: dpa
Als Sänger ist Xavier Naidoo erfolgreich. Mit seinen Ansichten eckt er aber an. Wir haben seine dubiosesten Aussagen zusammengestellt.

Berlin. Xavier Naidoo ist einer der erfolgreichsten Künstler Deutschlands – und einer der umstrittensten. Nun darf er 2016 beim Eurovision Song Contest antreten und ruft damit erneut all seine Kritiker auf den Plan. Eine gute Gelegenheit, auf die haarsträubendsten Zitate des Musikers aus Mannheim zurückzublicken. Diese drehen sich nicht selten um seine politischen und religiösen Ansichten.

Schon im Jahr 1999 äußerte er sich in einem Interview mit dem Magazin „Musikexpress“ ausführlich zu Gott und der Bibel. 1992 habe Naidoo erstmals in der Heiligen Schrift gelesen und sei seitdem überzeugt von dem, was darin geschrieben steht. Er sei sich sogar sicher, dass schon das Auto in dem Schriftstück Erwähnung fand. „Selbst das Automobil ist in der Bibel beschrieben. Das steht an mehreren Stellen, in denen die Cherubime beschrieben werden. Für mich sind diese Engelsgeschöpfe die Automobile.“

Xavier Naidoo glaubt zu wissen, wodurch alles besser werden könnte

Dass heutzutage der Sonntag „geehrt“ wird, sei für den Sänger auch gänzlich unverständlich – und ein Fehler –, wie er sagte: „Wie konnte das verrutschen? Wie konnte man den Tag verlegen? Wenn Gott den Samstag wollte, soll man auch den Samstag ehren. Er will doch nicht vieles. Wenn unsere Bänder am Samstag statt am Sonntag stillstehen würden, dann, das schwör‘ ich dir, würde auf einmal ruck zuck alles besser werden.“

Selbst konkrete Handlungsweisen für sein tägliches Leben ziehe er aus der Bibel, wie er in er dem Magazin weiter erläuterte. Dazu zähle auch, nie in die USA auszuwandern, denn das Land ist in seinen Augen dem Untergang geweiht: „Ich würde nie nach Amerika ziehen. Ich würde auch nie aus Deutschland wegziehen. Uns allen steht eine große Notzeit bevor, aber ich denke, dass Deutschland das kleinere Übel ist. Deutschland hat die Zerstörung, die der Welt noch bevorsteht, in diesem Jahrhundert ja bereits erlebt. Das passierte auch anderen Staaten.“

„Auch Frankfurt ist Babylon“

Aber nicht nur Amerika schwane Böses, wie Naidoo weiter prophezeite: „Ich habe ein Lied geschrieben, das ,Atlantis ist Amerika’ heißt. Darin will ich erklären, was ich konkret aus der Bibel herauslesen kann: Amerika geht unter. Nicht nur Amerika. Auch Frankfurt ist Babylon, London und Tokio. Babylon ist überall. Aber Amerika und Tokio sind ganz oben auf der Abschussliste.“

Dem „Musikexpress“ sagte er außerdem: „Mir ist Gott und danach der Mensch als seine Schöpfung heilig. Und bevor ich irgendwelchen Tieren oder Ausländern Gutes tue, agiere ich lieber für Mannheim.“ Ob diese Aussagen nicht rassistisch seien, fragte der Redakteur damals nach. Naidoo stritt eine solche Gesinnung nicht ab. „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe. Ich bin nicht mehr Rassist als jeder Japaner das auch ist.“

„Deutschland ist immer noch ein besetztes Land“

Auch 2004 hatte er seine Ansichten nicht geändert, wie er in einem Interview mit dem SWR verdeutlichte. „Ich möchte auf Menschen zugehen, auch auf Reichsbürger, auch auf die NPD, das ist mir alles Wurst. Die Frau Merkel kann sich auch nicht aussuchen, ob sie vor den Linken oder vor irgendjemandem spricht. Sie muss als Bundeskanzlerin vor allen sprechen.“

Im Morgenmagazin hatte Naidoo 2011 auf die Frage, ob Deutschland „frei“ sei, eine für viele Zuschauer verstörende Antwort parat: „Aber nein, wir sind nicht frei. Deutschland ist immer noch ein besetztes Land. Deutschland hat immer noch keinen Friedensvertrag, und dementsprechend ist Deutschland auch kein echtes Land und nicht frei.“

„Keiner kann gegen uns angehen“

An Selbstvertrauen mangelt es dem Musiker ebenfalls nicht. Er habe Visionen, wie er dem „Musikexpress“ erläuterte: „Ich werde besser sein als jeder Vertrieb, den das Label 3p jemals hatte. Keiner kann gegen uns angehen. Wir werden gegen die größten Konzerne der Welt bestehen.“

Selbst in seinen Liedern tut er seine streitbaren Ansichten offen kund. Das brachte ihm und Gesangspartner Kool Savas 2012 sogar eine Anzeige wegen Volksverhetzung ein. In „Wo sind“ singen sie über Ritualmorde an Kindern und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Zeilen wie: „Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?“ oder „Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch’ euch die Klöten“ wurden von Kritikern als schwulenfeindlich und gewaltverherrlichend angeprangert.

 
 

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