Das Quaken der Frösche – und was man dagegen tun kann

Kirsten Simon
Ein Wasserfrosch. Sein Quaken kann für Menschen mehr als nervig sein. (Foto: imago)
Ein Wasserfrosch. Sein Quaken kann für Menschen mehr als nervig sein. (Foto: imago)
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Sie schaffen bis zu 90 Dezibel und sind damit lauter als ein Presslufthammer: Frösche können mit ihrem Gequake ganz schön nerven. In Krefeld führte das zum Tod von „Knötti“, der das Gericht beschäftigte. Was aber darf man tun, wenn das Quaken stört?

Ruhrgebiet. Nicht jeder Frosch ist so amüsant wie Kermit aus der Muppet Show. Manch einem gehen die kleinen Viecher tierisch auf die Nerven. In Krefeld musste Frosch „Knötti“ wohl deswegen sterben; der Streit unter Nachbarn landete vor Gericht. Warum aber quaken Frösche so laut – und was kann man tun, wenn man sich gestört fühlt? Hier einige Einblicke in die Froschperspektive.

Welche Frösche leben und quaken an unseren Teichen?

„Vor allem Grünfrösche“, sagt Dr. Marcus Schmitt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie der Universität Duisburg-Essen. Zu den Grünfröschen gehören der Kleine Wasserfrosch, der Teichfrosch und der Seefrosch. Sie bringen es auf eine Körperlänge von 6 bis über 15 Zentimeter. Der Seefrosch kann ein richtiger Brummer werden und ist noch lauter als die anderen.

Wie laut sind sie denn?

Wenn ihnen danach ist, schaffen Frösche 65 bis 90 Dezibel. Und es ist ihnen oft danach. Aber nur den Männchen. Zum Vergleich: Kantinenlärm kommt auf 65 Dezibel, der Presslufthammer schafft 80, eine Motorsäge 110. Viel Lärm um nix – würde der Frosch selbst sagen. Er kann nämlich sein eigenes Gezeter nur sehr gedämpft hören.

Wann quaken die Frösche?

Jetzt. Von Ende April bis zum Sommer ist Paarungszeit. Dann gibt es exklusive Konzerte für die Damenwelt. Mit dem Gequake balzen die Männer und markieren ihr Revier. „In diesem Jahr haben die Frösche schon etwas früher angefangen, weil es eher warm ge­worden ist“, sagt Schmitt.

Darf man sie erschießen?

Wenn man selbst kein Frosch ist und die Geräusche nicht als Musik, sondern als Zumutung empfindet, hat man es schwer. In Deutschland sind alle europäischen Arten von Amphibien ge­schützt, auch Frösche. Laut Naturschutzbund (NABU) ist es verboten, sie zu verletzen oder zu töten. Erschossen werden dürfen sie also auch nicht, selbst wenn man einen Waffenschein besitzt. „Man hat keine andere Wahl, als sie mit einem Kescher zu fangen und anderswo auszusetzen“, sagt Wissenschaftler Schmitt. Doch selbst das ist nur mit Genehmigung möglich. Außerdem sind die Tierchen schnell und können gut abtauchen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein genervter Nachbar aber durchaus auf Unterstützung hoffen darf, wenn die Nachtruhe massiv gestört wird. Übersteigt das Gequake den Richtwert von 35 Dezibel um 20 Dezibel, können Richter eine Ausnahmeregelung treffen. Der Nachbar mit Froschteich kann dazu verdonnert werden, den Lärm zu verhindern und die Frösche umzusiedeln.

Darf man Frösche essen?

Trotz des Schutzes landen Frösche auch hier in der Küche, weil die Einfuhr mancher Arten von dem Schutz nicht betroffen ist. Zwar gilt der Verzehr von Froschschenkeln als kulturell geächtet, verboten ist er aber nicht. Importiert werden die Schenkel überwiegend aus Asien, rund elf Tonnen pro Jahr werden hier verzehrt. Tierschützer sind empört.

Wie alt werden Frösche?

Das hängt von den Reihern ab. Oder von anderen Feinden. Theoretisch können Frösche mehrere Jahre alt werden. Die meisten Tierchen schaffen allerdings noch nicht einmal den Sprung von der Kaulquappe zum Frosch. Sie werden von Fischen oder Vögeln aufgefressen, noch bevor sie das Kaulquappenstadium verlassen haben.