Das große Ausmisten - so entrümpeln Sie Ihre Wohnung

Lange aufgeschoben, jetzt wartet ein Berg voll Arbeit: Wer zu Jahresbeginn endlich den Dachboden entrümpeln will, sollte systematisch vorgehen
Lange aufgeschoben, jetzt wartet ein Berg voll Arbeit: Wer zu Jahresbeginn endlich den Dachboden entrümpeln will, sollte systematisch vorgehen
Foto: Jakob Studnar
Das Altpapier stapelt sich, die alte Stereoanlage vergammelt in der Ecke und wo war noch mal das Raclette? Wir haben Experten befragt, wie Sie Schritt für Schritt ihren Keller oder Dachboden entrümpeln und Ordnung halten. Ist garnicht so schwer - man muss nur mal anfangen!

Es gibt Menschen, die ersticken in Bergen von Dingen, die sie im Laufe der Zeit gesammelt haben. Und es gibt Menschen, die anderen helfen, das Chaos zu bewältigen. In vielen Städten bieten Aufräum-Trainer ihre Dienste an: Sie entrümpeln Keller oder Dachböden, schaffen in Wohnräumen und Kleiderschränken neuen Platz. Und sie zeigen Tricks, wie man langfristig Ordnung hält. Ausmisten, Entrümpeln, Überflüssiges loswerden – wie geht das eigentlich?

Das Ende der Aufschieberitis: Der Entrümpelungstag

Irgendwann kommt der Tag, an dem man einfach Ballast abwerfen muss. Alles, was in der Wohnung irgendwann keinen Platz mehr fand, wurde in den Keller geräumt. Nun sind die Räume durch ungenutzte Dinge so zugestellt, dass man nützliche Sachen nicht mehr findet: das Raclette, die Wintersachen, die Weihnachtsdeko. „Gerümpel macht uns schwach“, sagt der Publizist Werner Tiki Küstenmacher, Autor des Buches „Simplify your life“ - einfacher und glücklicher leben.“
Treffen Sie Vorbereitungen.
„Machen Sie sich einen festen Termin für Ihren Entrümpelungstag. Und tragen Sie ihn gleich in den Kalender ein“, rät der Österreicher Burkhard Heidenberger, Trainer für Zeitmanagement und Arbeitsmethodik. „Um dem inneren Schweinehund ein Schnippchen zu schlagen, setzen Sie für sich eine Belohnung für den Entrümpelungstag fest. Das motiviert.“ Nützlich: Mieten Sie falls möglich einen Anhänger, um größeren Sperrmüll zum Wertstoffhof zu transportieren. Beantragen Sie rechtzeitig (mehrere Wochen im Voraus) eine Sperrmüllabholung.
Nützliche Dinge, an die Sie denken sollten.
Es gibt Gegenstände, von denen man sich nicht leicht trennen kann, etwa Erb- oder Erinnerungsstücke. Diese Dinge aber sind selten der Grund, die eine Entrümpelung notwendig machen. Die Masse des Gerümpels machen in der Regeln überflüssige und nutzlose Dinge aus. Gehen Sie beim Ausmisten systematisch vor. Halten Sie Helferlein bereit: Kartons für das Altpapiere, sie können direkt mitentsorgt werden. Gelbe Säcke, für kleinere Plastikteile und Verpackungen. Ist in der Restmülltonne zu wenig Platz, können Sie in der Gemeinde- oder Stadtverwaltung Müllbeutel kaufen und neben die Mülltonne stellen. Stellen Sie Säcke für Altkleider oder Schuhe bereit. Gut erhaltene Teile können Sie direkt in der Altkleidersammlung abliefern. Oder fragen Sie in Ihrer Stadt nach Kleiderkammern der Hilfsorganisationen (zum Beispiel Deutsches Rotes Kreuz).

Es geht los: Wie Sie Ihre Wohnung richtig entrümpeln

„Machen Sie es in kleinen Schritten, teilen Sie die Arbeit ein“, rät Zeitökonom Heidenberger. Mit einem Zimmer beginnen. Am nächsten Tag dann den anderen Raum entrümpeln. Oder gehen Sie in noch kleineren Einheiten vor: Regale, Schränke, Kästen.
Leeren und Säubern. Werner Küstenmacher rät: „Beginnen Sie mit etwas, was Sie in zwei Stunden komplett entrümpeln: das Gewürzregal oder die Sockenkiste im Kleiderschrank. „Räumen Sie diese Einheit komplett, putzen Sie sie blitzblank. Dann, so der Expertentipp, kommen nur mehr jene Dinge hinein, die weiterhin gebraucht werden.
Sichten und Trennen. „Lassen Sie Ihren Blick durch den Raum schweifen“, sagt Burkhard Heidenberger. „Welche Gegenstände sind Ihnen lieb, welche stören eher, welche sind überflüssig?“

Experten raten insbesondere bei Kellerentrümpelungen, den Müll auf drei Kisten zu verteilen und die Behälter zu beschriften: Verschenken, Verkaufen, Müll. Soll eine Wohnung aufgeräumt werden, hat Werner Küstenmacher diese Methode parat: Die Dinge auf drei Haufen verteilen:
1. „Wunderbar“: Auf diesen Haufen kommt, was gut verwendbar und funktionsfähig ist. Denkhilfe: Habe ich den Gegenstand in den letzten beiden Jahren ein einziges Mal benutzt? Wenn man es mir stehlen würde – würde ich es ersetzen? Fragen Sie sich bei jedem Gegenstand: Wusste ich überhaupt, dass ich ihn hatte? Habe ich mittlerweile einen Gegenstand, der die Funktion besser erfüllt?
2. „Echter Müll“: Alles, was kaputt ist, überholt und überflüssig ist, was nicht mehr benutzt wurde. Dieser Haufen wird entsorgt.
3. „Fragezeichen“: Wenn die Entscheidung zwischen „Müll“ und „wunderbar“ schwerfällt, werden diese Sachen in einen Karton verpackt und in Keller oder Speicher gelagert. „Schauen Sie diese Kisten nach sechs Monaten durch“, rät Küstenmacher.

Ordnung halten: Wie Sie Dinge richtig aufbewahren

„Schaffen Sie sich professionelle Aufbewahrungssysteme an“, empfiehlt Werner Küstenmacher. „Sparen Sie nicht dabei. In billigen Kisten sammeln Sie mehr, weil Ihr Unterbewusstsein weiß, dass der Aufbewahrungsplatz wenig kostet.“
Ordnung im Keller. Die eleganteste Lösung sind Einbauregale oder -schränke. Sie sind jedoch nicht preiswert. Günstigere Alternative: Regalsysteme aus Baumärkten. Kartons sind für Kleinkram zu empfehlen. Um sich stundenlanges Suchen zu ersparen, sollten sie beschriftet werden. Tipp: Ein alter Kleiderschrank im Keller bietet Platz, um im Winter oder Sommer die nicht benötigte Kleidung aufzubewahren.

Wohin mit den Sachen?

Verkaufen: Über Ebay oder andere Internetplattformen, auf Flohmärkten oder per Kleinanzeige in Zeitungen. Tipp: Suchen Sie im Internet nach Verkaufsplattformen für gebrauchte Elektronikgeräte wie Hifi-Komponenten oder Handys.

Verschenken: Machen Sie anderen Menschen eine Freude: Krankenhäuser, Stadtbüchereien oder Schulen nehme gerne Bücherspenden, Kindertagesstätten Spielzeug.

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