Berlin: Nach tödlichem SUV-Unfall – Polizei geht drastischen Schritt

Bei einem Unfall mit einem SUV in Berlin starben vier Menschen.
Bei einem Unfall mit einem SUV in Berlin starben vier Menschen.
Foto: dpa

Berlin. Nach dem SUV-Unfall in Berlin mit vier Toten hat die Polizei am vergangenen Freitag – eine Woche nach dem Crash – die Wohnung des Fahrers durchsucht. Wie der Berliner „Tagesspiegel“ und „Bild“ erfuhren, suchten die Ermittler Hinweise danach, ob der 42-Jährige wirklich an Epilepsie erkrankt ist.

Die Mutter des Unfallfahrers soll demnach nach dem Unfall in Berlin erklärt haben, dass ihr Sohn am Steuer einen epileptischen Anfall erleidet habe. Sie saß als Beifahrerin im Auto.

Der 42-Jährige schweigt bislang zu dem Vorfall. Er lag nach dem Crash unter Polizeischutz in einer Klinik.

SUV-Unfall in Berlin: Unfallfahrer schweigt zu den Umständen

Ein Blick zurück: Am 6. September ist in Berlin ein Porsche SUV in eine Menschenmenge auf einem Gehweg geschleudert und dann gegen einen Bauzaun gekracht.

Bei dem Unglück starben vier Menschen, darunter auch ein Kleinkind. Wie es zu dem Unfall in Berlin kam, ermittelt nun die Polizei.

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Schwerer Unfall mit Porsche in Berlin – Video vom Unfall liegt bei der Polizei vor

Die Bild am Sonntag war mit einem Gutachter am Unfallort. Für ihn ist es tatsächlich wahrscheinlich, dass das Fahrzeug bei dem Unfall abgehoben ist und in einer Höhe von etwa zweieinhalb Metern durch die Luft flog.

Was auffällig ist: Es gab anscheinend keine Bremsspuren. Die Cockpit-Kamera eines Taxifahrers hat den Unfall aufgezeichnet. Das Video liegt nun der Polizei vor.

Funktionierten die Bremsen des Porsche nicht?

In dem Video scheint es wohl, als würden die Bremsleuchten des Autos aufleuchten. Nun stellt sich die Frage: Funktionierten auch die Bremsen vielleicht nicht richtig? Monika Lorenz, Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft sagt dazu: „Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Wir können zum jetzigen Zeitpunkt auch einen technischen Defekt nicht ausschließen.“

Vier Menschen sterben beim Unfall in Berlin

Der Unfall geschah auf der Invalidenstraße in Berlin-Mitte. Bei dem Unfallwagen handelt es sich um einen Porsche, bestätigte die Polizei.

„Bild des Schreckens“

„Bei unserem Eintreffen hat sich buchstäblich ein Bild des Schreckens gezeigt“, erklärt Feuerwehrsprecher Sven Wilke gegenüber der „Berliner Zeitung“. „Ein Pkw lag in einem Bauzaun. Es lagen mehrere schwerverletzte Menschen auf dem Gehweg“, beschreibt der Sprecher der Feuerwehr die Lage bei Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort.

Unfallfahrer verletzt

Zum Zeitpunkt des Unfalls sollen sich neben dem Fahrer mindestens ein sechsjähriges Kind und eine Frau in dem Porsche befunden haben. Bisher ist unklar, ob bei dem Unfall weitere Fahrzeuginsassen aus dem Auto geschleudert wurden.

Die Feuerwehr suchte den Bereich um die Unfallstelle mit einer Wärmekamera, um sicherzugehen, dass alle Unfallopfer geborgen werden. Nach Informationen der „Berliner Zeitung“ gibt es drei Verletzte, zu denen auch der Porsche-Fahrer gehört.

Mutter trauert um Kind und eigene Mutter

Neben Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei waren am Freitagabend auch Seelsorger vor Ort, um Angehörige der Opfer und Zeugen des Unfalls zu betreuen. Aus der Personengruppe hat eine Mutter überlebt. Sie verlor ihr Kind (3) und ihre eigene Mutter, die Oma des verstorbenen Kleinkindes.

Die Mutter hatte ebenfalls ein weiteres Kind dabei. Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, wurde dieses nicht weiter verletzt.

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Porschefahrer schwer verletzt

Der Fahrer des Porsche ist schwer verletzt und wird momentan in einem Krankenhaus stationär behandelt. Er konnte aber vor Ort noch mitteilen, dass sich im SUV ein Kind befinde. Dieses wurde laut Feuerwehrsprecher verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Invalidenstraße war am Abend im Zuge der Rettungs- und Bergungsarbeiten komplett gesperrt. Die Polizei hat die Ermittlungen hinsichtlich der Unfallursache aufgenommen.

Trauer bei den Anwohnern in Berlin

Am Morgen nach dem schrecklichen Unfall bestimmte Trauer und Fassungslosigkeit die Anwohner von Berlin. Dutzende Menschen kamen zur Kreuzung, legten dort Blumen auf den Gehweg und stellten Kerzen auf. Für den Abend wurde eine Mahnwache angekündigt.

Die Zeugen des Unfalls sagen, der SUV sei zu schnell gefahren und habe einen Ampelmast abgeknickt. Es soll sich in der Luft gedreht haben. Zusammen mit der Spurensicherung will die Polizei den genauen Unfallhergang rekonstruieren.

Unfallgrund womöglich ein medizinischer Notfall

Die These, der Porsche-Fahrer sei absichtlich in die Personengruppe reingefahren, wird mittlerweile abgelehnt. Die bisherigen Erkenntnisse sprechen dafür, dass es ein Verkehrsunfall war.

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Wie BZ-Berlin berichtet, gibt es Hinweise darauf, dass der Fahrer einen medizinischen Notfall erlitten und deswegen die Kontrolle über den Wagen verloren habe.

Mehrere Vereine fordern schärfere Gesetze

Die Vereine FUSS, Changing Cities und Verkehrsclub Deutschland riefen für Samstagabend zu einer Mahnwache an der Unfallstelle auf. Sie fordern weniger Autos und strengere Geschwindigkeitskontrollen. „Jeder Stundenkilometer mehr ist eine zusätzliche Gefahr - und mit überschweren SUVs noch mehr als mit kleineren Fahrzeugen“, hieß es.

Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot von SUVs

Deutsche Umwelthilfe fordert ein allgemeines Verbot von SUVs in Städten. „Stadt-Geländewagen töten nicht nur in Berlin! Gefahr für Fußgänger – 50 Prozent höher, getötet zu werden. Insassen von Kleinwagen: Vierfach erhöhtes Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden. DUH fordert SUV-Verkaufsstopp“, schreibt die Deutsche Umwelthilfe bei Twitter.

Dieser Forderung kommt aber nicht bei allen gut an. Einige Nutzer werfen DUH vor, den schrecklichen Unfall für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. (ses)

 
 

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