„Armes Deutschland“ bei RTL2: Kölner will nicht arbeiten gehen – so dreist schnorrt er sich jeden Tag durchs Leben

Jochen aus Köln lebt von Tag zu Tag, einen festen Job will er sich nicht suchen.
Jochen aus Köln lebt von Tag zu Tag, einen festen Job will er sich nicht suchen.
Foto: RTL2

Dienstags heißt es auf RTL2: „Armes Deutschland – Stempel oder Abrackern“.

In der Sozialdokumentation stellt der Sender Menschen vor, die von Hartz IV leben. Manche geben alles, um einen Job zu finden. Andere nicht. Sie sehen es nicht ein, sich einen Job zu suchen. Wie Jochen aus Köln.

Der 47-Jährige lebt von Tag zu Tag, ein fester Job gehört für ihn nicht zur Lebensplanung. Er trickst sich durchs Leben, öffnet seine Rechnungen nicht, in seiner Wohnung türmt sich der Müll. Jochens Motto: „Nehmen ist seliger als Geben.“

„Armes Deutschland“: Jochen aus Köln mietet sich erst einmal einen Mercedes

Jochen lebt von rund 400 Euro im Monat, seit zehn Jahren ist er arbeitslos. Trotzdem mietet er sich noch einen Mercedes an, will nach Berlin fahren. „Ich krieg so ein Auto auch ohne was zu tun“, erklärt Jochen dem „Armes Deutschland“-Team. Mit dem Gefährt und einem Mitfahrer, den er übers Internet kennengelernt hat, macht sich Jochen dann auf den Weg in die Hauptstadt. Rund 600 Kilometer liegen vor den beiden.

In Berlin kommt Jochen bei seiner Freundin Sandra unter. Deren Gastfreundschaft nutzt er schamlos aus, lässt sich Frühstück ans Bett bringen, animiert sie zum Schwarzfahren mit der Bahn. Das Ziel: Ein Street Food Festival. Jochens Plan: Günstig Mittagessen abstauben.

„Haben sie irgendeinen Spezialpreis für uns? Die junge Frau hätte gerne einen Crêpe.“ Prompt schaltet sich der Chef der Imbiss-Bude ein. Bietet großzügig an: „Es kostet normalerweise zwei Euro, aber für Sie einen Euro.“ Das lässt sich der Kölner nicht zweimal sagen. Seine Reaktion: „Na super, dann nehmen wir gleich zwei!“ Peinlich ist ihm das nicht.

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„Armes Deutschland“ auf RTL2: So trickst Jochen im Alltag

Auch in einer Berliner Kneipe wird klar, wie Jochen durchs Leben geht. Er bestellt ein Bier, sagt der Bedienung „Dein Chef weiß Bescheid.“

Dann geht er. Natürlich weiß der Chef nicht Bescheid, er kennt Jochen ja nicht einmal. Die Leidtragende der rücksichtslosen Aktion wird am Ende wohl die gutgläubige Kellnerin sein.

Nur einer der Tricks, mit denen sich der Kölner durchs Leben mogelt.

Wieder zurück in Köln, will Jochen sich neu einkleiden. Seine alten Sachen schmeißt er weg. „Ach komm, schmeiß ich weg und hol mir was Neues“, sagt er in die „Armes Deutschland“-Kameras.

Hartz-IV-Empfänger Jochen schmeißt Kleidung weg - um sich neue vom Roten Kreuz zu holen

Er hofft, in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes einen neuen Anzug zu finden. Als Hartz-IV-Empfänger darf er sich dort neue Kleidung holen. „Aber bitte nichts billiges“, erklärt Jochen der Mitarbeiterin der RK-Kleiderkammer. „Ich hab so einen Kumpel, der hat sich hier auch mal teure Sachen geholt.“

Und auch wenn es nicht üblich ist, bekommt Jochen sogar noch einen Kaffee aufs Haus. „Die Bezahlerei, was kann man dafür jetzt berechnen?“, will Jochen wissen. Für zwei Euro bekommt er vier neue Kleidungsstücke.

„Also ein schlechtes Gewissen habe ich überhaupt nicht, weil wer zuerst kommt, der malt zuerst. Jetzt stehe ich mal auf der Sonnenseite“, schlussfolgert Jochen. Na dann.

(bs)

 
 

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