Aldi zettelt beispiellose Preisschlacht mit Lidl an – „Da werde ich ja komplett verarscht"

Aldi Nord und Süd gegen Lidl - die Preisschlacht der Discounter läuft heiß. (Archivbild)
Aldi Nord und Süd gegen Lidl - die Preisschlacht der Discounter läuft heiß. (Archivbild)
Foto: dpa/ imago/ Fotomontage: DER WESTEN

Der Preiskrieg zwischen Aldi und Lidl ist in vollem Gange, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Knallerangebote bei Aldi ab dem 27. Mai: Die Dose Markenbier zu 66 Cent, Marken-Aufbackbrötchen für 88 Cent, Coca-Cola für 89 Cent.

Die Vergangenheit zeigt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein anderer Discounter diese Angebote unterbietet. Den bisherigen Tiefpreis für Coca Cola gab's übrigens mit 77 Cent bei Lidl für die 1,25 Liter-Flasche.

Aldi, Lidl und Co.: Preisschlacht geht weiter

Lange Zeit stand Aldi für günstige Preise für No-Name-Produkte und Eigenmarken. Die im Vergleich eher kostspieligen Supermärkte wie Rewe und Edeka schauten sich das vom Discounter ab und brachten selbst Eigenmarken raus.

Mit ihren Preisen hätten sie zeitweise sogar die Dauer-Niedrigpreise von Aldi unterboten. Ein Alarmsignal für den Discounter: Zeit zu handeln, um sich die Preishoheit zurückzuholen.

Aldi und Lidl drücken die Preise

Seit Februar gibt's also auch bei Aldi Aktionspreise. Das wiederum war ursprünglich das Kerngeschäft von Lidl, wo die Kunden wegen der reduzierten Markenprodukte einkaufen gingen.

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Doch wer ist denn am Ende am günstigsten? Das Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ (ARD) wollte es genau wissen und nahm die Angebote der Discounter sechs Wochen lang ganz genau unter die Lupe.

Welcher Discounter hat die Nase vorn?

Sie untersuchten die Preisgestaltung von Markenprodukten wie Philadelphia-Frischkäse, Coca Cola und TK-Brötchen von Coppenrath und Wiese. Das Ergebnis fiel uneindeutig aus: Mal gewann Aldi, mal gewann Lidl das Rennen um den besten Preis.

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Die Hersteller sind nicht begeistert von dieser Preisschlacht. Ändern können sie daran aber wenig, denn die Discounter bestimmen die Verkaufspreise. „Wir begrüßen diese Verschärfung des Wettbewerbs natürlich nicht und unterstützen sie dementsprechend auch nicht. Sie kann langfristig zu einer Erosion des Markenvetrauens führen“, äußerte sich Kerrygold in dem Beitrag von plusminus.

Preisschlacht schadet den Marken auf die Dauer

Auch der Markensoziologe Arnd Zschiesche sieht den heißen Preiskampf als Problem für die Markenhersteller an. „Wenn ich diesen Preiskampf betrachte, muss ich sagen: Es ist einfach zum Brechen“, findet er.

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Der Pluspunkt der Markenprodukte sei das Vertrauen der Kunden. Und genau dieses Vertrauen würden die Mega-Angebote der Discounter untergraben. Denn „natürlich ist es sehr sehr schwierig, Vertrauen zu erwecken, wenn die Produkte im einen Drogeriemarkt für 1,79 Euro stehen und dann können Sie im Discounter für das selbe Deo für 79 Cent zahlen. Das ist der Moment, wo der Kunde dieser Marke denkt: Pardon, aber hier werde ich ja komplett verarscht“, erklärt Zschiesche.

Derzeit scheint das Prinzip für Aldi und Co. noch zu funktionieren. Ist das Vertrauen in die Marken allerdings erstmal zerstört, dann können auch die Discounter nicht mehr vom ehemals guten Namen der Hersteller profitieren. (vh)

 
 

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