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Air-Berlin-Passagiere nach Venedig trugen schon Schwimmweste

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Eine Bombardier Dash 8 Q400 im Landeanflug auf Venedig hatte solche Probleme, dass die Passagiere zum Anziehen der Schwimmwesten aufgefordert wurden. Foto: Hansueli Krapf, CC BY-SA 3.0
Wenn die Crew bittet, Schwimmwesten anzulegen, ist das kein gutes Gefühl. Gästen eines Air-Berlin-Flugs nach Venedig erging es so.

Düsseldorf/Venedig. 

Alle Vorbereitungen waren schon getroffen dafür, dass die Maschine über die Landebahn hinaus aufs Wasser rutschten könnte. Wegen vermeintlicher Probleme mit dem Fahrwerk haben die Passagiere eines Air-Berlin-Flugs von Düsseldorf nach Venedig Schwimmwesten anlegen müssen. Außerdem mussten die Fluggäste an den Notausgängen Platz nehmen. „Air Berlin“ hat unserer Redaktion den Vorfall bestätigt. Letztlich sei ein kaputtes Lämpchen Auslöser gewesen.

Die Maschine, eine auf 76 Fluggäste ausgelegte Bombardier Dash 8 mit 34 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern, war am Sonntag mit der Flugnummer AB8766 von Düsseldorf gestartet. Beim Landeanflug nach Venedig meldete die Bordelektronik ein Problem mit dem Fahrwerk. Im Februar war bei einer „Flybe“-Maschine des gleichen Typs das rechte Fahrwerk eingeknickt, als der Turboprop-Flieger in Amsterdam landete. Verletzt wurde niemand.

„Für die Passagiere bedeutet es sicher noch einmal einen höheren Adrenalinausstoß, wenn sie Schwimmwesten anziehen sollen“, sagte ein Sprecher von „Air Berlin“ unserer Redaktion. „Das liegt daran, dass der Flughafen Venedig von Wasser umgeben ist, bei einer Landung in Düsseldorf oder Berlin brauchen sie das nicht.“

Der Pilot des Air-Berlin-Flugs startete durch und stieg wieder auf. Wenn die Anzeige nicht erfolgt, dass das Fahrwerk ausgefahren und eingerastet ist, ist das das übliche Vorgehen. Der Tower nimmt eine Sichtkontrolle vor, am Flughafen und in der Maschine laufen Vorbereitungen für eine sogenannte Sicherheitslandung an. Das Flugzeug geht für diese Vorbereitung auf Warteposition („Holding“).

Passagiere blieben laut „Air Berlin“ ruhig

„Es kam zu keinerlei Zeit an Bord zu Panik oder Unruhe“, erläuterte der Sprecher der Fluggesellschaft. „Die Kabinenbesatzung hat einen tollen Job gemacht, die sind in einer solchen Situation auch als Psychologen gefragt.“ Eine Fluggesellschaft versetze lieber einmal mehr Passagiere unnötig in Aufregung als zu wenige Vorkehrungen zu treffen.

Flug AB8766 war nach dem Durchstarteten noch 40 Minuten in der Luft, und drehte einige Runden über dem Flughafen, ehe die Maschine dann aufsetzte. Ohne Probleme. „Selbst wenn die Crew sich sicher ist, dass nichts ist, läuft bei der Fehlermeldung das Sicherheitsprotokoll ab“, so der Air-Berlin-Sprecher. Bei der anschließenden Kontrolle seien am Fahrwerk keine Beanstandungen gefunden worden. Öffentlich wurde der Vorfall durch eine Meldung im Branchenportal „Aviation Herald“.