AfD präsentiert Adventskalender zu Ehren des „weißen Mannes“ – darunter ist ausgerechnet dieser Mann

Die Afd präsentiert Steve Jobs als „weißen Mann“. (Archivbild)
Die Afd präsentiert Steve Jobs als „weißen Mann“. (Archivbild)
Foto: dpa

Berlin. Ist das etwa die Antwort auf den Anti-Afd-Adventskalender. Auch die Berliner AfD-Fraktion hat sich für die diesjährige Weihnachtszeit einen Adventskalender ausgedacht. Jeden Tag öffnen Mitglieder des Abgeordnetenhaus bei YouTube ein neues Türchen.

Dahinter verbirgt sich eine Größe der Weltgeschichte. Zwei wichtige Voraussetzung, um es hinter eines der Türchen des erlesenen Adventskalenders zu schaffen: Die Person muss männlich sein – und weiß. Heißt ja schließlich auch weiße Weihnacht.

AfD präsentiert Adventskalender zu Ehren des „weißen Mannes“

Wer glaubt, dass der Youtube-Kanal der AfD gehackt wurde oder es sich um einen Satire-Beitrag handelt, muss sich getäuscht sehen. Denn die Rechtspopulisten meinen es tatsächlich ernst.

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Schließlich sei der „weiße Mann“ nach Ansicht der AfD zuletzt öffentlich herabgesetzt und gescholten worden. Und „'weiße Männer' sind in den letzten Jahren für manche zu einem Schimpfwort geworden“, alarmiert die AfD-Fraktion Berlin ihre Follower bei Twitter:

Einen Hashtag liefert die Partei gleich mit: #JazuWeißenMännern. Angesichts der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt, in der es von weißen Männern nur so wimmelt, wirkt der Adventskalender wie blanker Hohn.

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Sohn eines syrischen Einwanderers gilt als weiß

Die Auswahl der Herrschaften dürfte manch einen etwas irritieren. Während etwa ein Thilo Sarrazin weniger überraschend hinter einem der Türchen lauert, wirkt vor allem die Nummer sieben etwas deplatziert in der Reihe der „weißen Männer“.

So stellt die AfD am siebten Dezember den verstorbenen Steve Jobs vor, der Apple mit seinen Innovationen zu einem der wichtigsten Unternehmen der Welt aufsteigen ließ. Was die Partei nicht erwähnt: Steve Jobs ist der Sohn eines syrischen Einwanderers.

Ist das etwa ein Zeichen der Toleranz gegenüber Migranten in der Vorweihnachtszeit. Oder doch ein redaktioneller Fehler der Partei bei der Einstufung von weiß und nicht-weiß? Thematisiert wird die Herkunft von Steve Jobs jedenfalls nicht – dabei ist dies doch sonst das Thema der AfD schlechthin.

 
 

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