Absage wegen Flüchtlingen: Dieter Nuhr fällt auf Satire rein

Umsonst aufgeregt: Dieter Nuhr.
Umsonst aufgeregt: Dieter Nuhr.
Foto: imago
Seine Aufregung war nachvollziehbar, aber unnötig: Dieter Nuhr ist auf eine Satire-Seite hereingefallen, die ihm vorgeblich Rassismus unterstellte.

Essen/Gelsenkirchen. "Wie krank sind eigentlich manche im Kopf?", fragt Dieter Nuhr auf Facebook und erwartet wohl keine dezidierte Antwort. Der Kabarettist hat sich einmal mehr sehr aufgeregt - nur war es diesmal wohl umsonst. Denn der Verursacher der nuhrschen Empörung verfolgt kein ernstzunehmendes Anliegen. Es handelt sich um eine Satireseite.

Der Reihe nach: Via Facebook teilte Nuhr seinen Fans am Dienstag mit, dass sein Auftritt in Gelsenkirchen abgesagt worden sei, weil die Halle zum Flüchtlingsheim umfunktioniert worden sei. In den Kommentaren unter diesem Eintrag meldete sich die "Deutschen Salongutmenschen Union" und warfen Nuhr vor, Stimmungsmache gegen Flüchtlinge zu betreiben. Nuhr übernehme "die bei Pegida und anderen braunen Gruppen gehegte und gepflegte Opferhaltung", heißt es weiter.

Der Text wird immer verschwurbelter und gipfelt in der Behauptung, "die Transformation dieses Landes zu einer multikulturellen, bunten und vielfältigen Gesellschaft" sei "nicht einfach und nunmal auch mit Einbußen für die weiße, privilegierte Schicht verbunden". Nuhr möge "die Realitäten hinnehmen", statt den Flüchtlingen die "Alleinschuld" an der Absage des Auftritts zu geben.

Rassismus-Vorwurf ist Werk von Satirikern

Dieser Kommentar veranlasste Nuhr zu der eingangs zitierten rhetorischen Frage. Er habe gewusst, dass sich bei Facebook "viele Bekloppte rumtreiben", aber dass man aus der Absage eines Auftritts einen Rassismusvorwurf konstruiere, "das ist mir neu".

Nuhr kann sich entspannen: Der Rassismus-Vorwurf ist nicht ernstgemeint. So wie eigentlich alles, was die "Deutschen Salongutmenschen Union" bei Facebook verbreiten. Es handelt sich um eine Satireseite, wie die Macher am Mittwoch noch einmal klarstellten. (dor)