Abenteuer Camping - So gelingt das Zelten auch Anfängern

Je leichter sich das Zelt aufbauen lässt, umso entspannter beginnt das Campen.
Je leichter sich das Zelt aufbauen lässt, umso entspannter beginnt das Campen.
Foto: Archiv/Fabian Strauch / WAZ FotoPool
Naturverbunden, abenteuerlich, minimalistisch – das ist Camping. Für die ersten Nächte im Zelt braucht es gar nicht viel Ausrüstung, man muss nur wissen welche.

Essen. Zelten bedeutet zusammenrücken: Schließlich darf man mit dem (hoffentlich sorgsam ausgewählten) Mitreisenden innige Zweisamkeit auf etwa drei Quadratmetern genießen. Es ist eine spezielle Art des Urlaubens, doch sie birgt entscheidende Vorteile: Wer campt, darf sich wie ein Abenteurer fühlen. Warum also nicht kurzentschlossen dem Alltag in vier stabilen Wänden entfliehen und sich mit Schlafsack, Zelt und Isomatte auf die Reise machen?

Der Campingplatz

Je nachdem, wohin und mit wem man unterwegs ist, kann ein bisschen Vorbereitung nicht schaden. „Es gibt in Deutschland zwar jede Menge Campingplätze, aber in der Hauptsaison können die durchaus voll sein“, sagt Viktoria Groß, Sprecherin des Deutschen Campingclubs (DCC).

Wer sich in beliebte Gegenden, ans Meer oder an Seen aufmacht, sollte vorher ein wenig herumtelefonieren: „Man muss ja nichts reservieren, nur unverbindlich anfragen.“ Leichter als die Gruppe mit fünf Erwachsenen und sechs Kindern haben es Urlauber, die allein oder zu zweit unterwegs sind. Für sie findet sich meist noch ein Plätzchen.

Ein Campingplatz ist heute weit mehr als nur eine parzellierte Wiese mit sanitären Anlagen: Animation für die Kinder, Wellness für die Erwachsenen – Schwimmbad, Bäcker, Restaurants. Oder Camping auf dem Bauernhof. „Sogar ein medizinischer Kuraufenthalt ist auf manchen Plätzen möglich“, sagt Viktoria Groß. Hundebesitzer sollten nach Plätzen suchen, auf denen die Tiere ausdrücklich willkommen sind.

Wichtig: Wildcampen ist in Deutschland nicht gestattet – „manche Gemeinden erteilen auf Anfrage aber Ausnahmegenehmigungen für bestimmte Flächen“.

Die Behausung

Tunnelzelte, Geodät-Zelte, Pyramidenzelte. . . Der fortgeschrittene Zeltbewohner hat die Qual der Wahl. Wer das Campen erst einmal ausprobieren möchte, muss keine Unsummen investieren. „Da genügt ein Discounterzelt oder man fragt bei Bekannten nach, ob die eines zu verleihen haben“, sagt Viktoria Groß.

Beliebt sind „Wurf-“ oder „Sekundenzelte“, die sich selbst entfalten und nur noch befestigt werden müssen. Wer ein herkömmliches Zelt dabei hat, sollte es zu Hause schon mal aufgebaut haben.

Das Gepäck

Beim Camping ist Minimalismus Trumpf. Wer selbst kochen möchte, sollte an eine einfache Kochausstattung (Gaskocher, Kartuschen, Streichhölzer oder Feuerzeug, einen Topf, Geschirr und Besteck, Messer, Brettchen und Dosenöffner) denken und sich außerdem kleine Mengen Salz, Pfeffer, Zucker und Öl abfüllen.

Wichtig ist eine Taschenlampe für jeden Mitreisenden, die nachts in greifbarer Nähe deponiert wird. Auch Toilettenpapier, Müllbeutel, Spülmittel und eine Wäscheleine gehören ins Gepäck. Wer noch Platz hat, kann sich Tisch und Campingstühle gönnen.

Bei Schlafsack und Isomatte gibt der persönliche Komfortbedarf die Richtung vor. Bei einem Neukauf sollte man auf die Temperaturangaben achten und berücksichtigen, ob man schnell friert oder schwitzt.

Bei Unwetter

Wer im Zelt nächtigt, bekommt die wohltuende Nähe der Natur zu spüren – und ihre Launen. Wetterfeste Kleidung und Gummistiefel – gerade für Kinder – sollten bei unsicherer Wetterprognose unbedingt mitgenommen werden.

Wenn es gewittert, sind Gebäude oder Autos der sicherste Aufenthaltsort. Im Zelt sollte man in die Hocke gehen, möglichst auf einer isolierenden und trockenen Unterlage, und die Zeltwand nicht berühren, empfiehlt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik.

Etwas Extra-Komfort

Nicht jeder Rücken toleriert Isomatten, nicht jedes Gemüt verträgt die mitunter hohe Lautstärke, die durch die Zeltwand dringt. Mit dem eigenen Häuschen auf Rädern lebt es sich ebenfalls ungebunden, aber um einiges komfortabler. „Kurzfristig kann es in der Ferienzeit allerdings schwierig werden, ein Reisemobil zu mieten“, sagt Viktoria Groß. Auch können die Preise höher sein als in der Nebensaison. Dennoch muss man seine Pläne nicht gleich verschieben. Zahlreiche Campingplätze bieten feststehende Caravans, Hütten oder Mobilheime mit unterschiedlichen Ausstattungen an.

 
 

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