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„31 Stunden für 330 Kilometer“: Nach Stau im Schneechaos rollt der Verkehr in Südfrankreich wieder

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Winterchaos, Montpellier Foto: Anthony Jammot
Nach einer Nacht in eisiger Kälte ging es am Donnerstagabend nach dem Mega-Stau auf der Autobahn bei Montpellier endlich wieder voran.

Montpellier. 

Mehr als 20 Stunden ging es weder vor, noch zurück. Das Schneechaos bei Montpellier in Südfrankreich setzte Hunderte Autofahrer seit Mittwochnachmittag auf der Autobahn in ihren Wagen fest – bei eisigen Temperaturen und ohne Hilfe.

„Hier werden Menschen sterben!“, warnte ein Brite aus dem Mega-Stau. Nach einer Nacht im Schneechaos drangen am Donnerstagmorgen Feuerwehr und Hilfsdienste endlich zu den Autofahrern durch.

„Der Alptraum ist vorbei“

„Zurück auf Anfang. 31 Stunden Fahrt für 330 Kilometer“ twitterte Anthony Jammot am Donnerstagabend. Der Journalist der französischen Zeitung „La Provence“ saß mit seinen Kindern im Schneechaos fest und berichtete aus seinem Auto von der Situation. Zwischendurch sprach er von einer „apokalyptischen Situation“ und erzählte von einer hilflosen Lage für die Rettungskräfte. Es gab kein Durchkommen.

Donnerstagabend gab er dann aber Entwarnung auf Twitter: „Der Alptraum der #A9 ist vorbei. Die Situation bei Montpellier normalisiert sich langsam.“ Diese Schneefälle würden in die Geschichte eingehen.

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Notunterkünfte und blockierte Autos

Sowas hat bestimmt noch keiner der Autofahrer vorher erlebt. Mehr als 1500 Menschen wurden in der Nacht zum Donnerstag in Notunterkünften beherbergt, wie die Präfektur des Verwaltungsbezirks Hérault mitteilte. Andere mussten wie Anthony Jammot in ihren Fahrzeugen ausharren.

Mit Bussen wurde versucht, festsitzende Autofahrer aus dem Verkehrschaos zu holen. Selbst am Donnerstagnachmittag waren noch 100 bis 150 Fahrzeuge blockiert, wie der Sender BFMTV unter Berufung auf den Präfekten Pierre Pouëssel berichtete.

Schneefall wie zuletzt vor 30 Jahren

Der Grund für das ganze Chaos: Einen derartigen Schneefall hat Montpellier seit 30 Jahren nicht mehr erlebt, wie Pouëssel erklärt. Der französische Wetterdienst meldete 20 bis 30 Zentimeter Schnee. Das war jedoch nicht der einzige Grund für das riesige Chaos. Viele Lastwagenfahrer hätten sich nicht an das verhängte Fahrverbot gehalten und so zusätzliche Unfälle verursacht.

Und auch in Paris war ein bisschen was vom Schneechaos zu spüren. Zwar war die Schneedecke in der französischen Hauptstadt überschaubar dünn, doch die Polizei empfahl den Autofahrern trotzdem, ihren Wagen stehen zu lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. (dpa/alka)